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Erster Bienenfutterautomat im Kreis hängt in Scharbeutz

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Scharbeutz. Aus einer Idee des Dortmunder Tüftlers Sebastian Everding entstand ein mittlerweile bundesweites Netzwerk. Alte Kaugummiautomaten, vielen aus der Kinderzeit bekannt, bekommen von ihm als Bienenfutterautomat ein neues Leben. Kleine Kapseln mit Saatgut für ein Quadratmeter Blühwiese können jetzt aus den Automaten gezogen werden.

„Als ich das erste Mal davon hörte, war ich sofort begeistert,“ so Dietmar Krieger, in der Gemeinde Scharbeutz für Umweltbelange zuständig. „Auch bei mir gibt es einige Erinnerungen an die alten Automaten. Man musste immer aufpassen, dass das kostbare Kaugummi nicht direkt durch die Klappe fiel und auf dem Gehweg landete. Leider verschwanden im Laufe der Jahre immer mehr Automaten, wurden zerstört, abgebaut. Wie schön, wenn sie jetzt mit einer echt sinnvollen Aufgabe wieder im Ortsbild erscheinen.“

Ein Standort war schnell gefunden. So steht der erste Bienenfutterautomat im Kreis Ostholstein seit ein paar Wochen in der Nähe der Ostsee-Grundschule Scharbeutz.

„Wir haben uns ganz bewusst für diesen Standort entschieden“, so Dietmar Krieger weiter. „Mit Frau Meike Carstensen-Steinkraus haben wir an der Ostsee-Grundschule eine hoch engagierte Lehrerin, welche mit vielen Grundschulkindern schon Projekte für eine bunte, insektenfreundliche Umwelt durchgeführt hat.“

So erhielt die Schule im Jahr 2019 den Umweltpreis der Gemeinde. Damals wurde in Zusammenarbeit mit dem Förster Carsten Tybussek im Paul-Zimmermann-Seepark in Klingberg ein Insektenhotel errichtet und eine Blühfläche angelegt.

Die Gemeinde Scharbeutz möchte neben dem eigenen Engagement auch Privatpersonen ein niederschwelliges Angebot zur Förderung insektenfreundlicher Flächen bereitstellen.

„Seit der Verabschiedung des Blühflächenkonzeptes durch den Umweltausschuss wird laufend an der Umsetzung insektenfreundlicher Anpflanzungen und Pflege gearbeitet. Und zwar nicht nur durch die Einsaat einiger bisher reiner Wiesenflächen mit einer standortangepassten Blühwiesenmischung, sondern auch durch eine angepasste Mahd dafür geeigneter Flächen,“ so Bettina Schäfer, Bürgermeisterin der Gemeinde Scharbeutz. „Der Bienenfutterautomat ist hierzu ein weiterer Baustein.“

Für 50 Cent kann jetzt jeder eine kleine Samenkapsel für etwa 1 bis 2 Quadratmeter Blütenwiese ziehen und zu Hause aussäen. Es stehen zwei verschiedene Mischungen zur Verfügung. Eine einjährige Mischung, welche sich auch gut für Kübel und Kästen eignet und eine mit mehrjährigen Pflanzen.


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