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Gemeindefeuerwehr Ratekau: Christian Ziemann an die Spitze gewählt – Dirk Westphal 2. Stellvertreter

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Ratekau. Es läuft alles wieder in geregelten Bahnen bei der Gemeindewehr Ratekau. Im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung wurde Christian Ziemann von der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Offendorf am Dienstag vergangener Woche zum neuen Gemeindewehrführer gewählt.
Die Wahl war notwendig geworden, nachdem sein Vorgänger Dennis Puls trotz erfolgreicher Wiederwahl sein Amt Anfang März niedergelegt hatte. Bei seiner ersten Wahl im Jahr 2014 hatte Puls 119 von 130 Ja-Stimmen erhalten und diesmal eigentlich mit einem ähnlich guten Ergebnis gerechnet. Es kam anders: Mittlerweile sind die Wehren der Gemeinde Ratekau dazu übergegangen, statt Mitgliederversammlungen Delegiertenversammlungen abzuhalten. 35 Delegierte waren am 28. Februar stimmberechtigt, davon votierten 21 für Dennis Puls. 60 Prozent Zustimmung im Gegensatz zu über 91 Prozent vor sechs Jahren. „Zu wenig Rückhalt“, entschied Puls nach ein paar Tagen Bedenkzeit und nahm die Wahl nicht an.
Christian Ziemann war es denn auch, der die Versammlung eröffnete und dabei den Anwesenden zunächst erklärte, warum: „Nachdem die Wiederwahl abgelehnt wurde, sind wir zu einer Außerordentlichen Wehrführersitzung zusammengekommen, um die Frage zu klären, wer die verantwortungsvolle und zeitintensive Aufgabe der Gemeidewehrführung wahrnehmen könnte.“
Die Entscheidung der Wehrführer sei dabei auf ihn gefallen. „Mit Wirkung vom 1. April bin ich daraufhin vom Landrat zum Gemeindewehrführer bestellt worden – natürlich kommissarisch, bis zur heutigen Wahl“, so Ziemann, der die weitere Versammlung leitete und zunächst die Begrüßung der Gäste übernahm.
255 Feuerwehrleute sind in den acht Wehren Ratekaus aktiv, hinzu kommen 47 Mädchen und Jungen in den Jugend- und Kinderwehren. Insgesamt werden sie von 35 Delegierten vertreten, die bei der außerordentlichen Versammlung in der Møn-Halle in kompletter Stärke anwesend waren.
Als wichtigster Punkt waren die Wahlen auf der kurzen Tagesordnung zu finden. Zudem standen die Genehmigung einer Änderung in der Satzung der Gemeindefeuerwehr Ratekau sowie ein Sachstandsbericht zur aktuellen Situation „Corona­virus“ im Zusammenhang mit dem Betrieb in den Feuerwehren an.
Dazu teilte Ziemann mit, dass dieser auf einer vierstufigen Skala aktuell auf Stufe drei – also nach wie vor mit Einschränkungen – laufe. Vorausgesetzt die Entwicklung in Bezug auf Corona bleibe auf dem jetzigen Niveau, „ist vorgesehen, am 10. August auf Stufe vier überzugehen, also wieder in den Normalbetrieb zu wechseln.“
Anschließend segnete die Versammlung einstimig die anstehende Satzungsänderung ab. So wurde unter anderem die Wasserrettung und als bedeutenste Änderung die Schaffung des Postens eines zweiten Stellvertretenden Gemeindewehrführes in die neue Satzung aufgenommen. Dass diese umgehend inkraft trat, war wichtig für die Wahlen, die im Anschluss folgten. Denn neben der Entscheidung, den Posten des Gemeindewehrführers neu zu besetzen, sollte eben auch die Wahl des zweiten Stellvertreters durchgeführt werden.
Im Rahmen des ersten Votums teilte Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller mit, dass mit Christian Ziemann nur ein Kandidat für den Chefposten kandidiere. Vor dem Urnengang der Delegierten dankte er zunächst noch einmal Dennis Puls für die „immer gute Zusammenarbeit“ und „das viele Herzblut“, das er in dieses Amt gesteckt habe. „Wenn es die Umstände wieder zulassen, wird es eine Verabschiedung im würdigen Rahmen geben“, versprach er.
Mit 31 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen wurde Christian Ziemann schließlich zum Gemeindewehrführer gewählt. Der 41-Jährige gehört der Freiwilligen Feuerwehr Offendorf an, die er seit Jahren als Ortswehrführer anführt. Der gelernte Elektroinstallateur und Außenhandelskaufmann ist seit 21 Jahren mit seiner Freundin zusammen, mit der er ein einjähriges Kind hat. Aufgrund der vielen Aufgaben, die auf eine Gemeindewehrführung zukommen, war seine Bedingung für eine Kandidatur, den Posten eines zweiten Stellvertreters einzuführen, um Entlastung zu schaffen.
Auch beruflich wird es für Ziemann demnächst etwas einfacher, sich um Feuerwehrangelegenheiten zu kümmern. „Zurzeit arbeite noch bei Isolux in Ahrensburg. In Kürze wechsele ich zu Dräger, arbeite dann in Lübeck und bin näher dran am Geschehen.“
Auf den neugeschaffenen Posten des zweiten Stellvertretenden Wehrführers hatten sich drei Kandidaten beworben: Joachim Kenziora (FF Techau), Dirk Westphal (FF Sereetz), Fabian Fuhrmann (FF Ovendorf). Mit 21 Stimmen erhielt der Sereetzer Ortswehrführer Dirk Westphal über 50 Prozent der Stimmen und damit die notwendige Mehrheit. Der 43-Jährige rückt an die Seite von Thomas Harnack (FF Luschdorf), der den Posten des 1. Stellvertreters noch ein Jahr inne Jahr hat.
In den abschließenden kurzen Grußworten dankte Verwaltungschef Keller den Blauröcken für deren Arbeit und betonte besonders die gute Migliederwerbung und den damit verbundenen Höchststand. „255 Mitglieder. Das ist absolute Spitze“, sagte er.
Die Grüße der Wehren aus dem Kreisgebiet überbrachte Ostholsteins Kreisbrandmeister Thorsten Plath. Bei den Einsatzkräften bedankte er sich für die Besonnenheit in der vorherschenden Situation. „Der Kreisfeuerwehrverband ist sehr ruhig durch die Krise gegangen“, lobte er. Dem neuen Führungstrio gab Plath mit auf den Weg: „Ich wünsche der Gemeindeführung, dass sie die Gemeinde so leitet, wie alle sich das in der Gemeinde vorstellen.“


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