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Gymnasium am Mühlenberg: Stadt Bad Schwartau übergibt 30 iPads – weitere Geräte sollen folgen

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Freuen sich über die neuen iPads, die Bad Schwartaus Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann (r.) jetzt offiziell übergab: Lehrer und „IT-Gott“ Alexander Grell und Schulleiterin Amira Yassine sowie Aimée Kostrewa und Ben Prengel aus der 6c des Gymnasiums am Mühlenberg.

Freuen sich über die neuen iPads, die Bad Schwartaus Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann (r.) jetzt offiziell übergab: Lehrer und „IT-Gott“ Alexander Grell und Schulleiterin Amira Yassine sowie Aimée Kostrewa und Ben Prengel aus der 6c des Gymnasiums am Mühlenberg.

Foto: Stefan Setje-Eilers

Bad Schwartau. Digitales Lernen wird in Zeiten der Corona-Pandemie und Homeschooling zunehmend wichtiger. Da kommt die Übergabe von 30 neuen iPads durch Bad Schwartaus Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann an das Gymnasium am Mühlenberg (GaM) wie gerufen. Insgesamt stellt die Stadt Mittel in Höhe von 250.000 Euro im Zuge der Digitalisierung bereit – Investitionen, die bereits vor der Krise beschlossen wurden und die technische Ausstattung der Bad Schwartauer Schulen endlich auf ein anderes Level heben sollen. So wurde ein Teil dieser bewilligten Gelder am Leibniz-Gymnasium bereits für die Verbesserung der Netzwerke verwendet. Jetzt soll auch das GaM profitieren.

„Mir ist völlig klar, dass ein Klassensatz iPads nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist und wir von einer flächendeckenden Digitalisierung weit, weit entfernt sind“, sagte Bad Schwartaus Verwaltungschef bei der offiziellen Übergabe der 30 Geräte, die aus Haushaltmitteln in Höhe von rund 15.000 Euro angeschafft wurden. Aufgrund unterschiedlicher finanzieller Situationen in den Familien sei Digitalisierung an den Schulen eine gesamtgesellschaftliche Leistung und hierzu wolle die Stadt ihren Beitrag ­leis­ten, betonte er.

„Die Geräte sind zunächst einmal für die Verwendung im Unterricht hier in der Schule vorgesehen“, erklärte Schulleiterin Amira Yassine bei der Übergabe der iPads. Da aber niemand wisse, wie sich die Situation coronabedingt entwickele und „wir möglicherweise erneut Lernen auf Distanz machen müssen, könnten die Geräte eventuell auch von Schülern mit nach Hause genommen werden, damit die Kinder von dort aus weiterlernen können.“

Mit Ben Prengel und Aimée Kostrewa aus der 6c waren auch zwei Schüler des Gymnasiums bei der offiziellen Übergabe der iPads dabei. „Meine Mutter hat ein Laptop, ich habe ein Handy und ein iPad. Darauf ging das mit dem Lernen auf den jeweiligen Plattformen recht gut und wir konnten auch gut mit den Lehrern kommunizieren“, schilderte der zwölfjährige Ben seine Eindrücke vom Homeschooling der letzten Wochen. Außerdem finde er Lernen auf dem iPad „echt cool, weil man nicht immer so viele Sachen mitschleppen muss“. Seine gleichaltrige Klassenkameradin Aimée urteilt ähnlich. Sie habe mit dem Laptop gearbeitet. „Das ist schon okay gewesen. Und natürlich ist es praktisch, dass man jetzt nur das Tablet mitnimmt, anstatt tausende von Büchern. Mir hat das ganz gut gefallen von zu Hause zu arbeiten – auch nicht schlechter, als in die Schule zu kommen.“

Eingerichtet wurden die 30 iPads von Lehrer Alexander Grell, den Amira Yassine Bad Schwartaus Verwaltungschef gleich einmal als „IT-Gott“ der Schule vorstellte. „Wenn es die Zeit noch zulässt, unterrichte ich normalerweise Englisch und Geografie“, ließ Grell scherzhaft wissen, bevor er in die Materie einstieg. „Ich habe die Aufgabe, mich um alles zu kümmmern, was irgendwie mit Technik verbunden ist. Allerdings: Wir wollen vieles nutzen, aber es fehlt einfach die Infrastruktur. In diesem Fall ist das Problem, wenn wir die iPads an der Schule einsetzen wollen, müssen wir auch die nötige Bandbreite zur Verfügung stellen. Und da macht uns der Anbieter leider einen Strich durch die Rechnung. Das ist quasi der Flaschenhals der ganzen Geschichte.“

Dennoch liefen die Geräte jetzt zunächst einmal reibungslos, relativierte der IT-Kenner. Ginge man jedoch mit allen an der Schule zur Verfügung stehenden Geräten parallel ins Netz, „könnte es sportlich werden.“

Timo Michaelsen, Leiter des Amtes für Bildung, Sport, Soziales und Kultur, erläuterte in diesem Zusammenhang, dass derzeit ein Antrag zur Optimierung des Schulinternetanschlusses laufe, damit die Schule nach den Sommerferien den zukünftigen Herausforderungen der Digitalisierung gewachsen sei.

Insgesamt verfügt das Gymnasium nun über 40 iPads und 16 Laptops. Ausreichend ausgestattet ist die Schule damit aber längst noch nicht. „Ideal wären noch zwei weitere Klassensätze, so dass wir einen ganzen Jahrgang bestücken können“, so Schulleiterin Amira Yassine.

Und das sollte finanziell auch nicht das Problem sein. Denn die Gesamtsumme, die der Stadt zur Verbesserung der Infarstruktur im Bereich der Digitalisierung in diesem Jahr zur Verfügung steht, liegt sogar noch einmal um knapp ein Drittel höher als die bewilligten Gelder. Möglich macht das das gemeinsame Förderprogramm von Bund und Land „DigitalPakt 2.0“, das deutschlandweit knapp 18,73 Millionen Euro bereitstellt.

In der Zeit des coronabedingten eingeschränkten Schulbetriebes sollen Schulträger bis zur Wiederaufnahme des Regelschulbetriebes in die Lage versetzt werden, die Schüler, bei denen die Schule einen entsprechenden Bedarf erkannt hat, leihweise mit den erforderlichen Geräten auszustatten. Sollte kein digitales Lernen zu Hause mehr durchgeführt werden, können diese mobilen Endgeräte auch im digitalen Unterrricht der Schule verwendet werden.
Die Vergabe der Mittel erfolgt nach einem bestimmten Schlüssel. Demnach fließen nach Bad Schwartau 120.668 Euro an die fünf Schulen sowie weitere 2.664 Euro an den Schulverband Schwartau – Schule am Hochkamp.

„Dabei handelt es sich um ein Sofortprogramm. Die Förderanträge konnten seit dieser Woche beim Land gestellt werden“, so Timo Michaelsen. Hoffnung, dass die weiteren damit zu ordernen iPads dann auch bald im Unterricht oder beim Lernen zu Hause zum Einsatz kommen, machte er allerdings nicht. „Wir müssen von einer sehr, sehr langen Wartezeit ausgehen, weil momentan alle diese Geräte kaufen wollen.“ Auslieferung Ende des Jahres sei realistisch.


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