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Lebenshilfe Ostholstein: Notfallbetreuung in Kitas und Einzelhilfe zu Hause

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Melanie Müller (links), Leiterin der Kindertagesstätten „Am Papenmoor“ und „Langenfelde“ und Nadine Müller von „Frühe Hilfen“ der Lebenshilfe Ostholstein mit den Tabletts, die durch eine Spende angeschafft werden konnten.

Melanie Müller (links), Leiterin der Kindertagesstätten „Am Papenmoor“ und „Langenfelde“ und Nadine Müller von „Frühe Hilfen“ der Lebenshilfe Ostholstein mit den Tabletts, die durch eine Spende angeschafft werden konnten.

Foto: Lebenshilfe/hfr

Bad Schwartau. Mit viel Kreativität und Engagement wurde in den vergangenen Wochen die Unterstützung und Betreuung von Kindern und Menschen mit Beeinträchtigung vor Ort entwickelt. Dafür dankt die Lebenshilfe Ostholstein e.V. den Eltern und Angehörigen sowie haupt- und ehren- amtlich Beschäftigten. „Das, was in den letzten Wochen vor Ort geleistet wurde, ist nur durch Solidarität und gegenseitigem Verständnis in dieser Form möglich gewesen “, betont Susanne Voß, Vorstand Lebenshilfe Ostholstein e.V..

„Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Angebote jetzt langsam wieder hochfahren und unsere Hilfen, wenn gewünscht, teilweise ins häusliche Umfeld verlagern. Dies ist mit der Entscheidung der Landesregierung vom 4. Mai möglich“, erklärt Susanne Voß.

So halten die Familienzentren in Bad Schwartau und Ratekau sowie die Frühen Hilfen den Kontakt zu den Familien und beraten telefonisch. Die Betreuung, Förderung und Behandlung durch die Praxen und den Familienunterstützenden Dienst werden grundsätzlich im 1:1 oder 1:2 Kontakt wieder aufgenommen; nur erkrankte Personen werden nicht behandelt.

Selbstverständlich steht auch hier die Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen an vordersterr Stelle. Dafür haben Mitarbeiter der Lebenshilfe ehrenamtlich zusammen mit geflüchteten Menschen sogenannte Behelfsmasken genäht. Besucher der Familienzentren werden im Gegenzug gebeten, ihren eigenen Mundschutz zu tragen – wobei auch vor Ort medizinische Einwegmasken vorgehalten werden.

„Wichtig ist jetzt, dass auch die Kinder mit Beeinträchtigung wieder in den Kita- und Schulalltag eingegliedert werden“, so Susanne Voß. Für erhebliche Entlastung im häuslichen Umfeld sorge dabei, dass Schulbegleiter wieder tätig werden können. Sie helfen bei der Bewältigung von schulischen Aufgaben und unterstützen ebenso bei der digitalen Bearbeitung. Zusammen mit Eltern, dem jugendärztlichen Dienst des Kreises Ostholstein und den Verantwortlichen der jeweiligen Schule wird nun geklärt, ob eine Begleitung im Rahmen der Notbetreuung in der Schule oder im häuslichen Umfeld mehr Sinn macht.

Durch die Schließung von Kindertagesstätten, Frühförderstellen, Schulen und Werkstätten für behinderte Menschen sind insbesondere für Familien mit beeinträchtigten Angehörigen Unterstützung und Assistenz vollkommen weggebrochen. Dies bedeutet für die Familien in vielen Fällen, dass ein Elternteil zu Hause bleiben muss, um die Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen – ein Full-Time-Job ohne Pausen.

Vor dem Hintergrund der Pandemie Covid 19 beschäftigt sich die Lebenshilfe Ostholstein nun noch einmal intensiver mit dem Thema Digitalisierung. „Auch in dieser Zeit wollen wir als Dienstleisterin den Kontakt zu Familien und Klienten aufrecht erhalten“, so Susanne Voß.

Erste konkrete Maßnahmen wurden bereits in einer internen Arbeitsgruppe erarbeitet. Durch eine Spende eines Bad Schwartauer Bürgers konnten kurzfristig zur Umsetzung Tabletts für alle Einrichtungen angeschafft werden, um schnell Videobotschaften zu erstellen; zum Beispiel eine Bastelanleitung für Gesellschaftsspiele oder die Anleitung zum Bau eines Hochbeetes. Dieses Filmmaterial wird an interessierte Familien als Anregungen und Aufforderung zum Mitmachen geschickt. Darüber hinaus haben Mitarbeiter der Lebenshilfe kleine Filme erstellt, in denen zum Beispiel Geschichten erzählt oder Fingerspiele zum Mitma- chen präsentiert werden. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung.

„Rechtzeitig zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai ist es uns nun wieder erlaubt, schrittweise mehr flexible Hilfen für betroffene Familien bereitzustellen“, freut sich Susanne Voß und dankte in der letzten Mitarbeiterbesprechung für alle geleisteten Anstrengungen, den belas­teten Familien weit möglichste Unterstützung zu bieten.


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