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Neujahrsempfang in Stockelsdorf: „Der konservative Kurs hat sich gerechnet“

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Stockelsdorf. Erstmals seit vielen Jahren fand der gemeinsame Neujahrsempfang der Gemeinde Stockelsdorf an einem Freitagnachmittag und im Sitzungssaal des Rathauses statt. Zeitlich scheinbar ein guter Termin für viele Stockelsdorfer: Selbst im Vorraum vor dem Sitzungssaal, in den die Ansprachen per Video übertragen wurden, reichte der Platz für die vielen Gäste kaum aus.

„Die Tatsache, dass Stockelsdorf aktuell so gut dasteht“, begann Bürgermeisterin Julia Samtleben ihre Rede „verdanken wir unserer Hingabe, unserer Arbeit und unserem unablässigen Einsatz für die Sache.“

In erster Linie gelte ihr Dank für herausragende Arbeit, tolles Engagement und guten Teamgeist ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung. Ohne sie und ihre Leistungen würde das öffentliche Leben in Stockelsorf nicht so reibungslos und harmonisch funktionieren.

In ihrer Neujahrsansprache wolle sie auch auf das eingehen, „was mit Geld nicht zu bezahlen ist. Ich meine das, was Bürgerinnen und Bürger in ihrer Freizeit ehrenamtlich einbringen und dort anpacken, wo es notwendig ist. Sie haben einen Sinn für das Gemeinwohl und das, was allen gut tut, und nicht nur Ihnen selbst.“

In ihrem Rückblick auf 2019 erinnerte sie an die Ernennung Lothar Kerbstadts zum ersten Stockelsdorfer Ehrenbürger, an die neue Mängelliste auf der Homepage der Gemeinde, an das 50-jährige Jubiläum der Gerhart-Hauptmann-Schule und an die Feierlichkeiten zu 125 Jahre ATSV.

Der Bedarf an Krippen- und KiTaplätzen sei weiter hoch: So sei im vergangenen Jahr die Kita „Himmelblau“ für rund eine Million Euro erweitert und der Wald- und Naturkindergarten am Rehsprung eingeweiht worden. „Im Kirchengemeindehaus konnten zwei Krippengruppen untergebracht werden. Die offenen Ganztagsschulen haben dank stetig ansteigender Anmeldezahlen weiterhin hohen Raumbedarf und an den Schulen Ravensbusch und Erich-Kästner wurden für den Übergang Räume in Modulbauweise geschaffen“, so die Verwaltungschefin.

Auch die Digitalisierung der Schulen stehe in den Startlöchern. Was insbesondere die Breitbandversorgung angehe, gebe es hier noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. In der Gerhard-Hilgendorf-Schule stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an.

Trotz leicht rückläufiger Flüchlingszahlen werde weiterhin dringend Wohnraum für die Unterbringung benötigt.

Außerdem habe sich die Gemeinde Stockelsdorf Klimaschutz auf die Fahne geschrieben, was unter anderem Aktionen wie Stadtradeln oder Förderung des ÖPNV durch Bezuschussung von Busmonatstickets zeigten.

Dem Neubau des Feuerwehrhauses am Bohnrader Weg stehe nichts mehr im Weg: Grundsteinlegung ist am morgigen Mittwoch. Und auch der ehemalige „Schandfleck“ am Ortseingang von Stockelsdorf verschwindet. Das ehemalige „Drei-Kronen-Hotel“ weicht einer Pflegeeinrichtung.

Um die „florierende Wirtschschaft“ in der Gemeinde mit Unternehmen wie dem „Global Player“ „Visionconsult“ zu unterstützen, werde man auch weiterhin den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur forcieren, versicherte Julia Samtleben und fügte dazu passend hinzu: „Die Gemeinde Stockelsdorf wird mit Hochdruck an der Ausweisung einer großen Gewerbefläche arbeiten.“

Und außerdem: Im Restaurant Herrenhaus findet ein Betreiberwechsel statt. Die WOBAU OH errichtet am Bahndamm zwei Mehrfamilienhäuser mit 25 Wohnungen, davon fünf geförderte Wohnungen nach erstem Förderweg. In diesem Zusammenhang habe die WOBAU OH angekündigt, 25 Sozialwohnungen aus dem Bestand für weitere 30 Jahre in der Bindung zu halten, teilte die Rathauschefin mit.

Für 780.000 Euro seien die Arbeiten zum Ausbau der Straße Am Wasserturm in Eckhorst abgeschlossen – ohne, dass die Anlieger daran beteiligt worden seien. Auch ein Gehweg von Eckhorst in Richtung Lübeck sei für rund 100.000 Euro angelegt worden.

Die Brücke über dem Landgraben wurde wieder errichtet. „Von den Kosten in Höhe von 125.000 Euro übernimmt die Hansestadt Lübeck die Hälfte.“

Der Herrengartenpark habe im Zuge der Umgestaltung eine neue barrierefreie Brücke für rund 250.000 Euro erhalten, wofür die AktivRegion einen Zuschuss von rund 84.000 Euro gewährt habe. Aber auch auf Unerfreuliches galt es für Julia Samtleben, zurückzublicken: „Im Herbst kam es zu mehreren Brandstiftungen in Schuppen und Carports in Stockelsdorf.“

Hinzu kamen später mehrere Feuer im Alten- und Pflegeheim „Eichenhof“. Erst durch Personalverstärkung und Beauftragung eines Wachunternehmens habe sich die Lage entspannt, bedankte sie sich hier „für die gute Zusammenarbeit zwischen Heimleitung, Kreis, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.“

In ihrem Ausblick auf 2020 sagte die Bürgermeisterin: „Der konservative Kurs der letzten Jahre hat sich gerechnet. Wir können zwar keinen ausgeglichenen Haushaltsentwurf vorlegen, aber wir haben das Jahr 2018 mit einem Plus von rund 2,3 Millionen Euro abgeschlossen und auch das Ist-Ergebnis 2019 wird positiv ausfallen. Darum haben wir Spielräume, die wir auch nutzen werden.“

Gerade im Bereich der Ganztagsschulen kämen in den nächsten Jahren große Aufgaben auf die Gemeinde zu. Die ausreichende Versorgung der Familien mit Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder sei ohnehin eines der zentralen Themen in Sto­ckelsdorf. Bereits in den letzten Haushaltsjahren habe man eine Kita-Offensive gestartet. „Im Haushalt 2020 sind für diese Kita-Offensive weitere Mittel bereitgestellt“, teilte die Verwaltungschefin mit.

Gab die Gemeinde im Jahr 2013 noch rund 1,5 Millionen Euro für die kindbezogene Förderung aus, werden es im Jahr 2020 bereits 3,7 Millionen Euro sein.

Bezahlbarer Wohnraum sei ein weiteres Thema, „dass uns hier in Stockelsdorf unter den Nägeln brennt.“ So plane die Gemeinde auch in 2020 am Bohnrader Weg und in Krumbeck die Ausweisung von Wohnbaugebieten. Die Grundstücke sollen – wie bisher – zu Preisen veräußert werden, die auch jungen Familien den Bau eines Eigenheims ermöglichen.

„Die kommunale Infrastruktur – vernünftiger Straßenausbau und Schaffung eines durchgängigen Radwegenetzes, nachhaltige Klimapolitik sowie die Digitalisierung, vor allem im Bereich Schule und Verwaltung. Nur so können wir die Wettbewerbsfähigkeit sichern, das Klima schützen und unser Sozialsystem zukunftsfest machen“, sagte Stockelsdorfs Bürgermeisterin abschließend.


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