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Olympiasieger Rüdiger Helm: Timmendorfer Bauhofleiter nach 20 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

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Timmendorfer Strand. Rüdiger Helm ist zehnfacher Kanu-Weltmeister und hat bei den Olympischen Spielen in Montreal und Moskau unter anderen drei Goldmedaillen gewonnen. Den meisten ist der heute 65-Jährige aber als langjähriger Leiter des Bauhofes der Gemeinde Timmendorfer Strand bekannt. Rüdiger Helm, der vor Kurzem feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde, kann auf eine bewegte Vergangenheit und zwei sehr unterschiedliche Lebensabschnitte zurückblicken.

Bereits als Jugendlicher fand der gebürtige Neubrandenburger in der damaligen DDR den Weg zum Leistungssport. Der Kanu-Rennsport bestimmte viele Jahre sein Leben. Höhepunkte waren die Olympischen Spiele 1976 und 1980. Neben der Goldmedaille im Einer-Kajak über 1.000 Meter holte er 1976 in Montreal auch zwei Bronze-Medaillen im Einer-Kajak über 500 Meter sowie im Vierer-Kajak über 1.000 Meter. Bei Olympia in Moskau gewann Rüdiger Helm im Jahre 1980 sogar zweimal Gold (im Einer- und im Vierer-Kajak über 1.000 Meter) sowie Bronze im Vierer-Kajak über 500 Meter. 1984 wären sicherlich noch weitere Olympia-Medaillen dazugekommen, wenn die DDR sich nicht dem Olympia-Boykott der Sowjetunion angeschlossen hätte. Kurz vor dem Mauerfall wurde Helm im Jahre 1988 Nationaltrainer der DDR.

Nach den großen, sportlichen Erfolgen und dem Mauerfall folgte schließlich ein Neuanfang in der Lübecker Bucht und Rüdiger Helm wurde Leiter der damals neu eröffneten Ostsee-Therme in Scharbeutz, wo er und seine Familie ein neues Zuhause gefunden hatte. Rüdiger Helm und seine Frau Erika haben zwei erwachsene Kinder und inzwischen sechs Enkel, die in Berlin und im Kreis Herzogtum Lauenburg leben.

Im Mai 2001 wurde der ehemalige Leistungssportler Leiter des Baubetriebshofes in der Gemeinde Timmendorfer Strand. Dass die Ostseegemeinde einen berühmten Sportler und Olympiasieger als Bauhofleiter hat, haben viele erst im Jahre 2004 erfahren, als „reporter“-Redakteur René Kleinschmidt - damals als Veranstalter, Rüdiger Helm als prominenten Gast in die Benefiz-Talkshow „Passagen-Talk“ eingeladen hatte.

Mehr als 20 Jahre stand Rüdiger Helm an der Spitze der vielseitigen „kommunalen Eingreiftruppe“ mit 26 Mitarbeitern. Der Baubetriebshof wird als Regiebetrieb geführt und erledigt als Dienstleister alle Arbeiten im Auftrage der einzelnen Fachabteilungen der Gemeindeverwaltung sowie des Kurbetriebes und der TSNT GmbH. „Angefangen von Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an öffentlichen Einrichtungen über Reinigungsarbeiten an öffentlichen Grünanlagen und Plätzen bis hin zum Winterdienst und technische Vorbereitungen von Gemeindeveranstaltungen erledigen die Mitarbeiter alle anfallenden Arbeiten zeitnah und zuverlässig. Ein sauberer und gepflegter Ort ist unsere beste Visitenkarte,“ so Rüdiger Helm.

Am 5. November war sein letzter Arbeitstag als Chef des Bauhofes und wurde in einer kleinen Feierstunde gebührend in den Ruhestand verabschiedet.

„Die Veränderungen in den letzten Jahren waren teilweise enorm, ob im technischen Bereich, bei den Veranstaltungen, im Schnee oder Sturm,“ sagte der stellvertretende Bauhofsleiter Sven Petersen. „Wir alle haben es zusammen gemeistert und Du, lieber Rüdiger, hast in dieser gesamten Zeit den Bauhof Timmendorfer Strand immer auf Kurs gehalten.“ In seiner Rede zitierte er den scheidenden Bauhofsleiter mit den Worten „Ich bin wie eine Registrierkasse, nicht nachtragend, aber ich vergesse auch nichts!“ „Das waren Deine Worte, aber auf Dein Wort konnte man sich auch verlassen, egal ob bei Neubesetzungen von Stellen, Umstrukturierungen oder Veränderungen bei Arbeitsabläufen. Und Du hattest immer ein offenes Ohr und ganz großes Herz für die Kollegen, für Sorgen und Probleme und das Finden von Lösungswegen.“

Traditionell erhalten auf dem Bauhof besondere Kollegen zum Abschied immer etwas besonders „Goldenes“. So überreichte Sven Petersen seinem bisherigen Chef passenderweise ein goldenes Paddel mit allen Namen der Mitarbeiter. Ein weiteres Abschiedsgeschenk war unter anderen eine Kurbel. „Das große, weiße Ding, wo diese Kurbel rangehört, steht bereits bei Dir zu Hause in Klinkrade,“ so Petersen. Zum Flaggenmast überreichten die Mitarbeiter außerdem einen Nachdruck der Olympia-Flagge von Montreal 1976.

Auch das Team der TSNT GmbH rund um Joachim Nitz überreichte ein Abschiedsgeschenk: Ein mit Holz und Präsenten gefüllter Feuerkorb mit dem Seepferdchen-Logo. „Wir haben immer sehr gerne mit Dir und Deinem Team zusammengearbeitet,“ so Joachim Nitz. „Du warst immer ein kompetenter Ansprechpartner und man konnte gemeinsam alles lösen, wenn es mal irgendwo problematisch wurde.“

Auch Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke bedankte sich bei Rüdiger Helm für seine langjährige und gewissenhafte Arbeit als Bauhofsleiter und würdigte in seiner Rede die zwei sehr unterschiedlichen Lebensabschnitte Helms.

Rüdiger Helm war sichtlich gerührt und sagte: „Es hat mir viel mehr Freude als Frust bereitet und war mir eine Ehre, hier zu arbeiten. Danke für die Geschenke und vor allem für die gemeinsame Zeit.“

Die Geschicke des Bauhofes liegen jetzt in den jüngeren Händen von Fabian Post aus Niendorf. „Ich habe Fabian in den letzten fünf Wochen Einarbeitungszeit als tatkräftigen Kollegen kennengelernt,“ so Helm über seinen Nachfolger.

„Ich habe in den letzten Wochen sehr viel gelernt und sehe die Gemeinde seitdem mit ganz anderen Augen,“ so der neue Bauhofsleiter. „Als Sportler warst Du, lieber Rüdiger, ein großer Gewinner, aber auch für Timmendorfer Strand ein großer Gewinn.“


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