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„Pro Rad Timmendorfer Strand/Niendorf“ übergibt Petition an Ministerpräsident Daniel Günther

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Anne Zwilling aus Niendorf/Ostsee (rechts) überreicht Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf dem Timmendorfer Platz eine Petition zur Öffnung der Promenade für fahrradfahrende Schulkinder, links Melanie Puschaddel-Freitag.

Anne Zwilling aus Niendorf/Ostsee (rechts) überreicht Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf dem Timmendorfer Platz eine Petition zur Öffnung der Promenade für fahrradfahrende Schulkinder, links Melanie Puschaddel-Freitag.

Foto: hfr

Timmendorfer Strand. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich am vergangenen Mittwoch bei einem Besuch in Timmendorfer Strand darüber informiert, wie Gastronomen, Strandkorb­vermieter und Einzelhändler den Neustart des Tourismus managen. Bürgermeisterkandidatin Melanie Puschaddel-Freitag (CDU) hat den CDU-Landesvorsitzenden zur Wahlkampfunterstützung nach Timmendorfer Strand eingeladen. Am Rande des Besuches nahm Daniel Günther sich auch kurz Zeit für Eltern aus der Gemeinde, die wegen der angeordneten Sperrung der Promenade für Radfahrer besorgt sind.

Das Verbannen der Radfahrer von der Promenade auf die Straßen hat auch Konsequenzen für die Kinder, die mit ihrem Fahrrad zur Schule fahren: Die Schulkinder müssen jetzt nämlich auf die viel befahrene und enge Strandstraße in Niendorf/Ostsee und die Timmendorfer Strand­allee, die aktuell von Baustellen und den dort haltenden Baufahrzeugen und dem morgendlichen Lieferverkehr nicht gerade „Radfahrerfreundlich“ ist, ausweichen.

Die besorgten Eltern und weitere Gegner der Sperrung schlagen Alarm und haben jetzt eine Online-Petition auf den Weg gebracht, die im Internet unter www.petitionen.com/pro_rad_timmendorfer_strandniendorf zu finden ist.

Die Initiatoren der Petition „Pro Rad Timmendorfer Strand/Niendorf“ erklären ihr Anliegen wie folgt:

„Seit Karfreitag, den 2. April 2021, darf die Promenade in den beiden Orten nicht mehr von Radfahrern genutzt werden. Zu dieser kurzfristigen Anordnung des Landes ist die Informations- und Rechtslage absolut unklar.
Wir fordern vom Land die Rücknahme der aktuellen Regelung, die in hohem Maße unsere Kinder gefährdet.
Wir fordern von der Gemeinde Timmendorfer Strand, sich entschieden gegen den Beschluss zur Wehr zu setzen und sofortige Maßnahmen einzuleiten, die während und nach der Pandemie sichere Fortbewegung im Ort gewährleisten:
- Kinder bis 14 Jahre einschließlich dürfen auf der Promenade fahren.
- Ein klares Infokonzept, damit allen Verkehrsteilnehmern der Sonderstatus der Kinder bewusst ist.
Wir fordern von der Politik und der/dem zukünftigen Bürgermeisterin/Bürgermeister ein Konzept für ein verträgliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer auf der Promenade:
- Öffnung der Promenade in Randzeiten und im Winterhalbjahr für muskelgetriebene Räder.
- Randzeiten zur Fahrradnutzung sollen analog zur Maskenpflichtregelung, die sich auch am Besucher­aufkommen orientiert, festgelegt werden (18 bis 12 Uhr).
- Das Winterhalbjahr soll analog zu der Hunderegelung (1. Oktober bis 31. März) definiert werden.
Solange diese Forderungen nicht umgesetzt werden können (aufgrund rechtlicher Hürden oder der Zuständigkeit beim Land) fordern wir als sofortige Maßnahmen:
- Kinder bis 14 Jahre einschließlich dürfen auf der Promenade fahren.
- Halteverbot auf der gesamten Länge der Strandstraße.
- Sperrung des Parkens auf den Seitenstreifen in der Strandstraße (Parkplatzsuchverkehr unterbinden).
Wir möchten nachdrücklich zur Umsetzung weiterer Maßnahmen für die Strandstraße folgendes anregen:
- Anlieferungsverkehr für Hotels und Gastronomie zeitlich begrenzen (im Einklang mit den Randzeiten für die Fahrradnutzung der Promenade).
- Anliegerstraße & Einbahnstraße“.

So ist es zu der Sperrung der Promenade für Radfahrer gekommen:

Die Verkehrsaufsicht des Kreises Ostholstein hat eine Anordnung erlassen, die besagt, dass ab Juni 2021 kein Radfahren mehr auf den Promenaden erlaubt ist, allerdings zeitlich begrenzt zwischen 9 und 21 Uhr. Doch die Beschwerde einer Anwohnerin führte dann schließlich dazu, dass nach einem Abstimmungsgespräch, an dem Vertreter von Gemeinde, Kreis, Polizei, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) und Landesverkehrsministerium teilgenommen haben, ab Karfreitag 2021 die Promenaden für Fahrradfahrer komplett gesperrt werden mussten.

Damit nahm das Chaos auf den viel befahrenen Straßen seinen Lauf und die Gegner des Radfahrverbots auf den Strandpromenaden wurden aktiv und haben am 10. Mai eine Online-Petition gestartet.

Übergabe der Petition an Ministerpräsident Daniel Günther

Mit-Initiatorin Anne Zwilling aus Niendorf/Ostsee kam am Rande des Besuches von Daniel Günther mit dem Ministerpräsidenten ins Gespräch und hat ihm auf dem Timmendorfer Platz die Petition überreicht. „Wir brauchen jetzt eine sehr kurzfristige Lösung“, sagte die Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern bei der Übergabe der Petition.

Daniel Günther, selbst Vater von zwei Kindern, zeigte Verständnis für das Anliegen. Im Gespräch mit Anne Zwilling sagte Günther, dass er sich auch eine temporäre Öffnung, beispielsweise zu den Randzeiten, vorstellen könnte, verwies aber auf Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP), der mit dem Problem befasst ist. Daniel Günther hat aber zugesichert, das Anliegen umgehend an Dr. Buchholz zur Klärung weiterzureichen.

Verkehrsausschuss der Gemeindevertretung tagt am heutigen Mittwoch

Das Thema steht auch unter Punkt 12 (Fuß- und Radverkehrskonzept der Gemeinde Timmendorfer Strand) auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr am heutigen Mittwoch, dem 19. Mai. Aufgrund des erwarteten Öffentlichkeitsinterresses findet die Sitzung nicht im Haus des Kurgastes Niendorf (HdK) sondern in der 3-Felder-Sporthalle, Höppnerweg 9, in Timmendorfer Strand statt. Beginn ist um 18 Uhr. Unter Tagesordnungspunkt 13 folgt außerdem ein Antrag von BürgerBündnis Neue Perspektive zur „Anpassung Radwege- und Straßenführung in der Gemeinde Timmendorfer Strand“. Außerdem ist derzeit ein aufklärender Flyer der Gemeinde in Arbeit, der in Kürze veröffentlicht und an die Bürger*innen verteilt werden soll.


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