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Unterstützung für neues Dorfzentrum Gnissau

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Gnissau. Seit 2013 wird in der 800-Seelen-Gemeinde Gnissau über ein neues Dorfzentrum nachgedacht. Mit den in den vergangenen 20 Jahren erfolgten Schließungen von Betrieben und Geschäften wollen sich weder die Kommune, noch die Kirchengemeinde Gnissau abfinden. Mit der Gestaltung eines neuen Ortsmittelpunktes im ehemaligen Pastorat neben der Kirche planen sie stattdessen eine attraktive neue Begegnungsstätte für die Menschen im Ort. Welche konkreten Ideen die politisch Verantwortlichen und ein Förderverein sowie die Kirchengemeinde und der Kirchenkreis dabei verfolgen, das ließ sich der CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich (Wahlkreis Ostholstein-Süd) kürzlich vor Ort persönlich erläutern. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Christiane Engel-Krakow übernahm es, den Abgeordneten über das Grundstück zu führen. Hamerich signalisierte später seine grundsätzliche Unterstützung für die Umsetzung des Vorhabens.

Die per Video zugeschaltete Erste Vorsitzende der „Initiative Dorfzentrum Gnissau“, Conny Christiansen, erläuterte die Situation im Dorf und die Hoffnung der Bewohner auf eine neugestaltete Ortsmitte: In dem denkmalgeschützten Pastorat, das einen erheblichen Sanierungsstau aufweist, soll künftig nicht nur die Kirchengemeinde ihre Räume haben. Vielmehr soll mehr als die Hälfte der Fläche künftig für Begegnung, Versammlungen, innovative Arbeitsplatzformen (Coworking Space) für Selbstständige sowie beispielsweise für einen Praxisbereich zur Verfügung stehen. Herzstück der Neugestaltung ist der Anbau eines Saales am Pastorat. Nach ersten Berechnungen würde die Realisierung der Pläne voraussichtlich etwa 1,7 Millionen Euro kosten, die nun finanziert werden müssen.

Erfreulicherweise hat der Denkmalschutz bereits eine Förderung von 300.000 Euro in Aussicht gestellt, die allerdings nur für den Erhalt des historischen Gebäudes verwendet werden dürfen, nicht für den Anbau. CDU-Politiker Hamerich erörterte mit den Vertretern von Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Förderverein sowie mit dem Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) und Dorfvorsteher Steffen Lorenz auch die anderen Zuschüsse, die möglicherweise seitens des Landes oder durch Bundesprogramme gewährt werden. Voraussetzung für die Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten sei aber ein Ortsentwicklungsplan: „Das ist sicherlich das erste, das jetzt angegangen werden muss“, sagte Hamerich.

Ahrensböks Bürgermeister Zimmermann unterstrich, dass die Großgemeinde der „Verödung des ländlichen Raumes“ entgegenwirken wolle. Die Möglichkeiten der Gemeinde seien nicht sehr groß, so Zimmermann, aber: „Ich bin mir sicher, auf kommunaler Ebene werden wir unseren Beitrag trotz leerer Kassen hinkriegen.“ Voraussetzung sei, dass die Zuschüsse von anderer Seite ausgeschöpft würden. „Der Wille ist da“, sagte der Bürgermeister.

Pastor Volker Prahl versicherte, dass sowohl die Zustimmung im Ort für das Vorhaben groß sei als auch, dass die Kirche entschlossen sei, sich für Gnissau zu engagieren. Prahl: „Wir wollen etwas gemeinsam für das Dorf tun und gucken, was hier für die Menschen möglich ist.“


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