Reporter Timmendorf

Pansdorfer Moor: Wiedervernässung erfolgreich auf den Weg gebracht

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Pansdorf. Die Wiedervernässung von Mooren ist einer der Bausteine, um dem Klimawandel zu begegnen. Moorböden nehmen weltweit nur etwa drei Prozent der Landoberfläche ein, speichern aber etwa ein Drittel des insgesamt in Böden gebundenen Kohlenstoffs. Werden Moore trockengelegt, werden die Moorbestandteile zersetzt und CO2 emittiert. Werden sie wiedervernässt, so wird diese Treibhausgaswirkung gebremst.

Um einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten, hat die Gemeinde Ratekau beschlossen, das Pansdorfer Moor wiederzuvernässen.
Ganz so einfach, wie schon vor Jahren geplant, sollte das allerdings nicht ablaufen. Denn die Eigentürmer der an dem Moor angrenzenden Gebiete, äußerten Bedenken, dass ihre Privatgrundstücke durch den steigenden Wasserstand unterspült werden könnten. Auch die Landesforsten als Eigentümerin des Waldgebietes zeigte sich dem Vernässungsprojekt lange Zeit skeptisch gegenüber. Diese Bedenken sind nun ausgeräumt. „Und dafür bin ich dem Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider GmbH sehr dankbar. Wir haben jetzt wirklich alle unter einen Hut gekriegt, indem wir gesagt haben, wir dokumentieren und kontrollieren den gesamten Verlauf der Maßnahme und haben die Auswirkungen so auch immer im Blick. Dass wir heute hier stehen, und sagen ,Ja, das machen wir jetzt alle gemeinsam, ist ein Riesenerfolg“, sagte Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller beim Besichtigungstermin nach Abschluss der der ersten beiden Bauabschnitte. Zudem ergänzte er: „Ich glaube, über die Sinnhaftigkeit der Wiedervernässung von Mooren muss man nicht sprechen. Moore sind einer der größten CO2-Speicher überhaupt und leisten somit einen Superbeitrag zum Klimaschutz“.

Das Projekt im Pansdorfer Moor wurde gestartet, um dort mittelfristig den Wasserstand wieder auf 20 Zentimeter zu erhöhen. Die Maßnahme wird von der Landesregierung über den Moorschutzfond finanziert.

Die Arbeiten sind nach knapp drei Wochen beendet worden. Der Wasserstand ist schon nach Tagen deutlich gestiegen. Die Erhöhung ist zunächst auf zehn Zentimeter begrenzt. Mittelfristig soll der Wasserstand maximal auf 20 Zentimeter erhöht werden.

Für das Projekt wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Gemeinde Ratekau und den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten AöR (SHLF) geschlossen, da sich der Großteil des Moores im Eigentum der SHLF befindet. Auch die SHLF freuen sich sehr über den Fortschritt in der Sache. Ulrik Steffen als Moorexperte der SHLF wertet die Maßnahme als „großen Gewinn für den biologischen Klimaschutz und die Biodiversität in der Region“.

Die Maßnahmenumsetzung ist in drei Bauabschnitte unterteilt. Die Bauabschnitte eins und zwei sind gleichzeitig umgesetzt worden und werden von der Landesregierung über den Fonds für Moorschutz und Biologischen Klimaschutz in Höhe von 78.773 Euro – Planung: 17.588 Euro, Maßnahmen: 61.185,20 Euro – vollfinanziert.

Um Schäden an der Bodenstruktur durch schweres Gerät zu vermeiden, ist ein Spezialbagger zum Einsatz gekommen. Zunächst wurden 20 Grabenabflüsse mit Erde oder Spundwänden geschlossen. Im südlichen Teil des Moores sind zwei sogenannte „Mönche“ eingebaut worden; das sind technische Bauwerke, die die notwendigen Wasserstandregulierungen ermöglichen.

Die moorkundlichen Untersuchungen, Planungen und die technische Bauleitung sind von Helge Luthe vom Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider GmbH durchgeführt worden, der beim Besichtigungstermin äußerst detailliert über das Biotop Moor Auskunft gab. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte per Hand und Bagger von dem ebenfalls bei der Begutachtung anwesenden Philipp Plöhn von der Firma Rüchel-Plöhn.

Geplant ist, regelmäßige Erfolgskontrollen durchzuführen, um nach einem Jahr über die Umsetzung des dritten Bauabschnitts zu entscheiden.

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