

Offendorf. Die Freiwillige Feuerwehr Offendorf wurde am 27. Februar 1926 gegründet. 18 Männer aus Offendorf und Kreuzkamp folgten dem Aufruf von Heinrich Klüver, motiviert durch mehrere Brände in der Umgebung. Bereits am 3. März 1926 wurde ein Vorstand gewählt und die Wehr organisiert.
Die ersten Jahre waren geprägt von Eigeninitiative: Mitgliedsbeiträge wurden erhoben und eine Verlosung zur Finanzierung einer Spritze beantragt. Zwei Jahre später konnte endlich eine Handdruckspritze angeschafft werden. Die Alarmierung erfolgte zunächst durch Hornisten, später mit Fahrrädern und Telefon.
1929 wurden Uniformen angeschafft, und die Wehr begann mit Festen und gesellschaftlichen Aktivitäten. 1930 erhielt sie eine Motorspritze, was die Einsatzfähigkeit deutlich verbesserte. In den Jahren 1931 bis 1932 kam es zu mehreren Großbränden, woraufhin eine Nachtwache eingerichtet wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Wehr zur „Feuerlöschpolizei“ und in den Löschzug 6 eingegliedert. Die Wehr war unter anderem bei den Bombennächten in Kiel 1943 im Einsatz.
Nach dem Krieg wurde die Wehr am 10. Juli 1948 neu organisiert. Gustav Kaacksteen wurde Wehrführer. Die Ausrüstung war knapp, aber mit Improvisation und Unterstützung anderer Wehren konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Die 1950er und 60er Jahre waren geprägt von technischen Fortschritten und gesellschaftlichem Engagement.
Die Wehr erhielt neue Fahrzeuge und Geräte, darunter 1961 eine leistungsstarke Motorspritze. 1962 wurde die erste Jugendfeuerwehr der Gemeinde gegründet und war lange Zeit die einzige im Kreis Eutin. Sie nahm an Übungen, Wettkämpfen und Erste-Hilfe- Kursen teil. Trotz zwischenzeitlicher Auflösung blieb sie ein wichtiger Bestandteil der Wehrgeschichte. Heute gibt es die Kinder- und Jugendfeuerwehr der Ostgemeinde Ratekau, in der federführend die Freiwillige Feuerwehr Ovendorf den Nachwuchs weiter- entwickelt.
1966 war die Wehr beim Wakenitz-Einsatz in Lübeck beteiligt. 1978 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus eingeweiht – ein Meilenstein für die Infrastruktur. In den 1980er und 90er Jahren wurde die Wehr weiter modernisiert. Neue Fahrzeuge, Geräte und technische Ausstattungen verbesserten die Einsatzfähigkeit.
Mit einem neuen Jahrtausend bekam die Freiwillige Feuerwehr Offendorf auch eine eigene Straße – den „Füerwehrwech“. Noch heute ist das inoffizielle Straßenschild an der Auffahrt zum Gerätehaus angebracht.
Ab 2004 hat die Freiwillige Feuerwehr Offendorf nach und nach das sogenannte Leistungsabzeichen „Roter Hahn“ absolviert. Insgesamt wurden alle Leistungsstufen 1 bis 5 erreicht – zuletzt meisterte die Wehr dann 2016 die „Roter Hahn Sonderstufe“ mit Bravour.
Im Laufe der Jahre hat die Wehr außerdem ihre Wettkampfstärke mehrfach unter Beweis stellen können. Viele Jahre lang waren die Offendorfer Mannschaften bei den Spielen des Hemmelsdorfer Mittsommernachtsfests unschlagbar auf dem Siegertreppchen.
Seit 2007 findet das familiäre Kinderfest im Juni auf dem Hof Ulrich statt (siehe unten). 2013 durfte die Wehr das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 (Baujahr 1999) von der Freiwilligen Feuerwehr Sereetz übernehmen, das noch heute im Einsatz ist – ein neues Löschfahrzeug ist allerdings bereits in der Beschaffung.
Im Jahr 2014 erhielt die Wehr ein neues Mehrzweckboot. Mit diesem hat die Freiwillige Feuerwehr Offendorf ihre Einsatzmöglichkeiten auf dem Wasser deutlich verbessert. Das Boot wird insbesondere bei Eisrettungen, Hochwasser- und Wasserrettungseinsätzen auf dem Hemmelsdorfer See eingesetzt und durch spezielle Kälteschutzanzüge ergänzt.
Im Jahr 2020 wurde Christian Ziemann, der seit elf Jahren Ortswehrführer in Offendorf war, zum Gemeindewehrführer in Ratekau gewählt und 2026 wiedergewählt.
Mit Philipp Bartelt als neugewähltem Ortswehrführer startete seine Amtsperiode nicht gerade leicht: Die Corona-Pandemie stellte die gesamte Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Auch das hat die Wehr überstanden. Im Jahr 2023 gönnte sich die Wehr eine Blaufahrt der Extraklasse: Für die Kameradinnen und Kameraden ging es inklusive der Partner/innen und Kinder auf AIDAluna an Bord für eine Kurzreise ab Hamburg nach England, Belgien und in die Niederlande.
Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Offendorf kamen die heutigen aktiven Kameradinnen und Kameraden sowie die Ehrenabteilung mit Vertretern der Politik und den Ortswehrführern der Nachbarwehren zusammen, um ihre Jahreshauptversammlung abzuhalten sowie das Jubiläum der Wehr zu feiern.
Insgesamt hat die Wehr über zehn neue Mitglieder in den letzten sechs Jahren gewinnen können. Somit ist die Wehr auch weiterhin stark aufgestellt und freut sich, wenn in hoffentlich absehbarer Zeit ein neues Feuerwehrhaus gebaut wird und die Kameradinnen und Kameraden die neuen Fahrzeuge feierlich entgegennehmen können.
Am Samstag: Familienfest am Nachmittag, „Danz op de Deel“ am Abend
In ihrem Jubiläumsjahr lädt die Freiwillige Feuerwehr Offendorf gerne zu ihrem beliebten Kinderfest ein. Es findet am Samstag, dem 13. Juni 2026, auf dem Hof Ulrich in Offendorf statt, und beginnt um 14 Uhr. Auch diesmal steht das Motto „Retten, Bergen, Löschen und Spielen“ im Mittelpunkt.
Neben zahlreichen bunten Spielen und Aktivitäten, wie zum Beispiel Löschen des „brennenden Hauses“, können sich die Kids auf einer Hüpfburg austoben oder mit dem Feuerwehrauto mitfahren.
Der Grillstand und der Getränkestand werden ab 14 Uhr geöffnet, so dass sich Groß und Klein bei einer Bratwurst oder einem Stück Nackensteak sowie kühlen Getränken stärken können.
Am Abend kommen dann die erwachsenen Gäste auf ihre Kosten. Die Freiwillige Feuerwehr lässt anlässlich ihres Jubiläums eine alte Tradition wieder aufleben und bittet zum „Danz op de Deel“. Bis in die Nacht hinein legt ein DJ ab 19 Uhr auf dem Hof Ulrich Dance-Hits auf und lädt zum Schwof ein. Der Eintritt kostet 5 Euro. (PM/SE)




