Reporter Timmendorf

Buckelwal von Niendorf/Ostsee ist frei und wird von Booten begleitet

Niendorf/Ostsee. Gute Nachricht aus Niendorf/Ostsee in der Gemeinde Timmendorfer Strand: Der Buckelwal, der auf einer Sandbank gestrandet war, hat sich freigeschwommen und befindet sich inzwischen auf dem richtigen Weg ins offene Meer. Boote auf dem Wasser begleiten den Wal beziehungsweise leiten ihn nun. Damit möchte man verhindern, dass der Wal rechts oder links gleich auf die nächste Sandbank aufläuft.
Die versprochene Unterstützung der Innenministerin und des Ministerpräsidenten ist auch gekommen: Boote der Polizei und der Küstenwache begleiten den großen Meeressäuger. Seit Montag, dem 23. März 2026, laufen verschiedene Rettungsmaßnahmen für den 12 bis 15 Meter langen Buckelwal („der reporter“ berichtete).
Gestern gab es kurz nach 19 Uhr erste Erfolge, als sich der Wal plötzlich 30 bis 40 Meter in die richtige Richtung in den extra geschaufelten Kanal bewegte. „Zehn Meter fehlen noch ungefähr“, berichte der Meeresbiologe und Tierschützer Robert Marc Lehmann, der zur Unterstützung vor Ort war und auch neben dem Wal tauchte, um die Baggerarbeiten mit zu koordinieren.
Gegen 20.30 Uhr wurden die weiteren Baggerarbeiten aus Sicherheitsgründen und wegen der Dunkelheit abgebrochen. Am Freitagmorgen sollten die Arbeiten fortgesetzt werden.
Am frühen Freitagmorgen, 27. März 2026, war der Wal dann schließlich verschwunden und wurde mit Drohnen gesucht. Er wurde zwischenzeitlich vor Haffkrug gesichtet. Danach wurde er wieder vor Niendorf/Ostsee gesichtet und die Begleitboote konnten ihre Arbeit aufnehmen.
Timmendorfer Strands Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke bedankte sich bei allen, die an der Rettungsaktion mitgewirkt haben: „Das war eine großartige Gemeinschaftsaktion von allen Beteiligten.“ Einen großen Dank richtete er auch an Dr. Stephanie Groß vom ITAW aus Büsum, die seit Montagmittag mit ihrem Team vor Ort war.
Über die neue Situation freut sich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der am Donnerstagnachmittag nach Niendorf/Ostsee gekommen ist, um sich bei allen Helferinnen und Helfern vor Ort zu bedanken.
Zahlreiche ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr und DLRG sowie Umweltschützer und Wissenschaftler waren tagelang vor Ort. „Ich glaube, dass sich jetzt alle darüber freuen, dass alles Buddeln jetzt geholfen hat, dass der Kanal jetzt frei war und der Wal offenkundig wieder ins tiefere Gewässer gekommen ist“, so Günther in einem Statement. Jetzt muss der Buckelwal nur noch den richtigen Weg über Fehmarn in Richtung Dänemark und dann in die Nordsee finden.
Laut Ministerpräsident Daniel Günther sei man, mit den dänischen Kollegen in Kontakt, die auch einen Geleitschutz für das Meerestier dann übernehmen würden, damit er auch den weiteren Weg in Richtung heimisches Gewässer findet.
Es heißt also weiterhin Daumen drücken. Erst wenn der Buckelwal es zurück in die Nordsee beziehungsweise in den heimischen Atlantik schafft und Nahrung aufnimmt, gilt er laut Meeresbiologe Lehmann als gerettet. (rk)

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