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Gemeinde Scharbeutz: Umwelt- und Klimaschutzpreis für Iris und Frank Berger

Preisverleihung in Schürsdorf (von links): Iris und Frank Berger („Brechtmann“), Gabriele Jungk und Bürgermeisterin Bettina Schäfer.

Preisverleihung in Schürsdorf (von links): Iris und Frank Berger („Brechtmann“), Gabriele Jungk und Bürgermeisterin Bettina Schäfer.

Bild: René Kleinschmidt

Scharbeutz/Schürsdorf. Im Restaurant „Brechtmann“ in Schürsdorf konnten Bürgermeisterin Bettina Schäfer und Gabriele Jungk, Vorsitzende des Umweltausschusses, am vergangenen Donnerstag unter anderem Bürgervorsteherin Anja Bendfeldt, weitere Gemeindevertreter und Michael Böckmann vom Dorfvorstand zur Preisverleihung des Umwelt- und Klimaschutzpreises 2022 der Gemeinde Scharbeutz begrüßen.

Seit 1989 wird der Preis verliehen und der Umweltausschuss lässt es sich nicht nehmen, die Anerkennung für den besonderen Einsatz von Privatpersonen, Kindergärten und Schulen im Bereich Umweltschutz und jetzt auch im Bereich Klimaschutz mit einer Ehrung zu würdigen. Der Preis wird jedes Jahr öffentlich ausgeschrieben.

Thomas Melchert hat Iris und Frank Berger, Inhaber des Restaurants „Brechtmann“ in Schürsdorf, für den Preis 2022 im Umweltausschuss vorgeschlagen. „Er sieht sie aufgrund ihres Nachhaltigkeitsgedankens in der Führung ihres Restaurants als würdige Preisträger. Ihr Umwelt-Engagement im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit sei in der Gemeinde einzigartig, so Herr Melchert in seinem Vorschlag. Dem konnte der Umwelt­ausschuss nur zustimmen,“ so Gabriele Jungk in ihrer Laudatio.

Das Restaurant Brechtmann ist das erste klimaneutrale Restaurant in Schleswig-Holstein. Familie Berger hat das Restaurant im Jahre 2017 übernommen. „Seitdem haben sSe zahlreiche Veränderungen im Bereich Klimaschutz vorgenommen, zuerst in kleinen Schritten. Dies reichte Ihnen aber nicht aus. Ihr größeres Ziel war die Klimaneutralität Ihres Restaurants,“ so Jungk.

So wurden die CO2-Emissionen des Betriebes klimaneutral ausgeglichen. „Dies wurde Ihnen auch zertifiziert.“ Dazu gehört zum einen, Energie sparen, und zum anderen Zahlungen für Klimaschutzprojekte zu leisten. Dieser Betrag liegt bei zirka 5.000 Euro pro Jahr. Das „Entenrestaurant“ ist heute „Climate Partner“. Diese Organisation ist für globale Waldschutzprojekte zuständig. Außerdem ist der Außenbereich des Restaurants mit Obstbäumen bepflanzt, es wurden Kräuterbeete und Blühwiesen anstelle von Rasen angelegt und im Garten befindet sich ein riesiges Insektenhotel.

„Die Enten beziehen Sie aus Niedersachsen und nicht aus Polen. Wild und alle anderen Lebensmittel beziehen Sie aus der Region. Das bedeutet auch kurze Lieferketten, um nur einige Beispiele zu nennen,“ so Gabriele Jungk.

Zahlen belegen außerdem, dass der Gastronomiebetrieb unter der Leitung von Ehepaar Berger die Emissionen innerhalb von zwei Jahren deutlich gesenkt hat. Außerdem wird seit 2021 das Tafelwasser anstelle in Flaschen als abgefülltes Mineralwasser angeboten. Dadurch werden jedes Jahr etwa 15.000 Flaschen weniger transportiert. „Zum ersten Mal bekommt ein Restaurant einen solchen Preis verliehen. Es wird hoffentlich auch Wirkung auf die vielen Gastronomiebetriebe in der ganzen Region haben,“ freut sich Gabriele Jungk.

Und Bürgermeisterin Bettina Schäfer zitierte den eingereichten Vorschlag von Thomas Melchert: „Das Umwelt­engagement der Eheleute Berger im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit ist herausragend und sucht in der Gemeinde seinesgleichen.“ Melchert hat laut Schäfer etwas Neues losgetreten. „Erstmals geht es in der Geschichte unseres Umweltpreises um nicht so direkt Greifbares. Es gibt kein für jedermann sofort sichtbares Ergebnis. Umwelt- und Klimaschutz ist eben nicht immer rein praktisch, sondern manchmal ganz leise und kognitiv. Nichts Sichtbares wird geschaffen, das Handeln an sich wird bedacht, die für einen selbst wichtigen Rückschlüsse daraus gezogen und danach agiert,“ so die Bürgermeisterin. „Neue Wege entstehen nur, wenn man sie auch geht. Im Sinne des Klimaschutzes, welcher auch immer Umweltschutz ist, im Sinne der Nachhaltigkeit, welche auch immer Umweltschutz ist!“

Es wurde somit auch Zeit, den Begriff Umweltpreis neu zu definieren und zu ergänzen: „Und so wurde nach Beratung im Umweltausschuss aus dem Umweltpreis der Gemeinde Scharbeutz der Preis für Umwelt- und Klimaschutz.“

Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes wurde als Ziel neu aufgenommen, die Gemeinde Scharbeutz unterstützt jetzt mit dem Preis die Ziele der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland zur Klimaneutralität und Biodiversität. „Und genau das haben Iris und Frank Berger praktisch umgesetzt. Das Restaurant Brechtmann ist das einzig mir bekannte Restaurant, welches einen Nachhaltigkeitsbericht aufgestellt hat und diesen auch veröffentlicht,“ so Bettina Schäfer.

Das Ehepaar Berger bedankte sich herzlich bei der Übergabe der Urkunde und hat angekündigt, den Preis, der mit 250 Euro dotiert ist, als Spende für ein Umweltschulprojekt zur Verfügung zu stellen, um dies finanziell zu unterstützen.

Ein großes Dankeschön geht auch an den Umweltbeauftragten der Gemeinde Scharbeutz, Dietmar Krieger, der die Vergabe des Preises wieder begleitet hat. (rk)

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