Gemeindeempfang: Gemeinde Ratekau blickt optimistisch in die Zukunft
Ratekau. Mit einem herzlichen Willkommen eröffnete Bürgervorsteher Daniel Thomaschewski den Gemeindeempfang der Gemeinde Ratekau am Freitagabend, 31. Juli 2026, in der Cesar-Klein-Schule. Besonders hob er hervor, dass der Empfang in diesem Jahr einen außergewöhnlichen Charakter habe: Im Anschluss an die Veranstaltung werde Bürgermeister Thomas Keller nach 18 Jahren an der Spitze der Gemeinde offiziell verabschiedet.
Vor zahlreichen Gästen aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, den Feuerwehren, Vereinen, Verbänden und weiteren Institutionen betonte Thomaschewski die Bedeutung des kommunalen Zusammenhalts. Angesichts weltpolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen komme es vor allem auf Verlässlichkeit, gemeinsames Handeln und lösungsorientierte Kommunalpolitik an.
„Hier wird nicht in Ideologien gedacht, sondern in konkreten Projekten für die Menschen vor Ort“, sagte der Bürgervorsteher. Ratekau zeige, dass Zukunft aktiv gestaltet werde – insbesondere durch Investitionen in die Sicherheit, die Infrastruktur und das Ehrenamt.
Thomaschewski würdigte die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde. 262 Feuerwehrfrauen und -männer sowie mehr als 100 Kinder und Jugendliche engagieren sich in den Ortswehren. Die Investitionen in neue Feuerwehrhäuser und moderne Ausstattung seien deshalb „kein Luxus, sondern eine Wertschätzung für das Ehrenamt und ein Versprechen an die Sicherheit der Menschen in all unseren Orten.“
Im Anschluss blickte Bürgermeister Thomas Keller in seiner Rede auf die Entwicklung der Gemeinde und die Herausforderungen der vergangenen Jahre zurück: „Es ist für mich natürlich ein besonderer Termin, weil es der letzte im Amt des Bürgermeisters ist“, sagte Keller.
Im Mittelpunkt seiner Ansprache standen die Entwicklung der Gemeinde und die finanzielle Situation. Keller erinnerte daran, dass Ratekau als ländlich geprägte Kommune traditionell mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten wirtschaften müsse. Dennoch sei es gelungen, die Haushalte solide zu führen und gleichzeitig wichtige Investitionen umzusetzen.
So konnte die Gemeinde das Haushaltsjahr 2025 mit einem Überschuss von 1,4 Millionen Euro abschließen und die Ausgleichsrücklage auf 11,7 Millionen Euro erhöhen. Trotz umfangreicher Investitionen werde nach derzeitiger Planung auch 2026 keine Kreditaufnahme notwendig sein. „Die stetige Reduzierung der Schulden war für uns kein Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zweck“, betonte Keller. Dadurch seien Investitionen möglich geworden, ohne die Handlungsfähigkeit der Gemeinde einzuschränken.
Zu den laufenden Projekten gehören unter anderem der Neubau des Feuerwehrhauses in Sereetz, die Sanierung der Sporthalle in Pansdorf, die Erweiterung der evangelischen Kita in Ratekau, Straßenbaumaßnahmen in mehreren Ortsteilen sowie Investitionen in die Ausstattung der Feuerwehren.
Auch auf aktuelle Herausforderungen ging Keller ein. Dazu zählen der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen sowie ausstehende Förderbescheide des Landes für notwendige Schulbaumaßnahmen. Hier übte der Bürgermeister deutliche Kritik an langwierigen Verfahren und forderte weniger Bürokratie sowie mehr Vertrauen in die kommunale Ebene. Mit Blick auf die Verzögerungen sagte er mit einem Augenzwinkern: „Diese Situation sollte jedenfalls nicht mit Deutschlandtempo gemeint sein.“
Positiv bewertete Keller die Entwicklung der Ortskernplanung in Ratekau. Nach langen Verhandlungen sehe er gute Chancen, die Planungen nun zügig fortzuführen. Ziel bleibe eine bessere ärztliche Versorgung, die Ansiedlung eines Drogeriemarktes und neuer Wohnraum. „Ratekau kann sich freuen, die ersten Pläne sehen richtig klasse aus“, sagte er.
Ein weiteres wichtiges Thema blieb die Schienenanbindung im Zuge der Fehmarnbeltquerung. Nach mittlerweile 17 Jahren Planungszeit fehle weiterhin die notwendige Planungssicherheit. Keller sprach sich dafür aus, die Entwicklung der gesamten Region künftig strategisch und gemeinsam voranzubringen.
Zum Abschluss seiner Rede dankte der Bürgermeister allen ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten in der Gemeinde. Sein besonderer Dank galt den politischen Gremien, den Feuerwehren, Vereinen, Verbänden sowie den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung. „Gemeinsam haben wir viel geschafft und werden auch in Zukunft die Herausforderungen meistern“, sagte Keller. Sein Appell an die Gäste lautete: „Lassen Sie uns trotz aller Krisen und Herausforderungen stets optimistisch und zuversichtlich bleiben.“
Musikalisch wurde der Gemeindeempfang und die anschließende Verabschiedung von Bürgermeister Thomas Keller umrahmt von der Streetband des Sinfonischen Blasorchesters des TSV Ratekau unter der Leitung von Christoph Liedtke. Den Auftritt hat sich Keller gewünscht und so schließt sich musikalisch auch wieder der Kreis: Vor 18 Jahren, als Thomas Keller zum Bürgermeister gewählt wurde, übte das Blasorchester am Wahlabend in unmittelbarer Nachbarschaft von Familie Keller in Techau und ganz spontan spielte das Ensemble dann auf der Wahlparty auf Kellers Grundstück. Der damals 18-jährige Christoph Liedtke hatte da bereits die musikalische Leitung. (rk)