Reporter Timmendorf

Kreis Ostholstein äußert sich zum Vogelpark Niendorf/Ostsee

Mehrere Tiere des Vorgängers ohne Herkunftsnachweise: Kreis Ostholstein   äußert sich zum Vogelpark Niendorf/Ostsee

Der Vogelpark Niendorf/Ostsee bleibt weiterhin geschlossen.

Bild: René Kleinschmidt

Niendorf/Ostsee. Die neuen Betreiber des Vogelparks, Daniel Volkmer-Kuberski und Christian Siebelts, die den Park in Niendorf/Ostsee am 1. August 2025 übernommen haben, betonen seit längerer Zeit, dass sie primär diverse Fehler und Versäumnisse von Vorgänger Klaus Langfeldt ausbügeln müssen. Dies bestätigte der Kreis Ostholstein jetzt auf Nachfrage als zuständige Genehmigungsbehörde.
„In den Jahren 2009 bis 2018 gab es verschiedene naturschutz-, tierschutz- und ordnungsrechtliche Verfahren,“ so die Pressesprecherin des Kreises, Annika Sommerfeld. „Es laufen mehrere ordnungsrechtliche Verfahren, welche wegen der Rechtsnachfolge an den jetzigen Betreiber übertragen wurden und noch nicht abgeschlossen sind.“ Es wurde jetzt auch bestätigt, dass die Zoogenehmigung am 31. Mai 2014 ausgelaufen ist und nie verlängert wurde.

Es fanden aber regelmäßig Kontrollen der Veterinärbehörde und der Naturschutzbehörde statt. „Aufgrund dieser Kontrollen wurden ordnungsrechtliche Verfahren eingeleitet, um Missstände abzustellen.“
Außerdem ist der Status einiger Vögel nicht geklärt. Zirka 15 Tiere hätten nach Kenntnis des Kreises Ostholstein keine notwendige Cites-Bescheinigung. Ohne diese dürfen sie weder zur Schau gestellt werden, noch den Vogelpark verlassen. „Es handelt sich insgesamt um Tiere, die schon lange im Vogelpark leben. Da die Besitzer auf Nachfrage immer bemüht waren, die Herkunft zu klären und geklärt haben, konnte auf eine Beschlagnahme beziehungsweise Einziehung bisher verzichtet werden,“ so die Sprecherin des Kreises. Die neuen Betreiber haben mit ihrem neuen Kurator Heiko Janatzek viel Zeit damit verbracht, die Unterlagen ihres Vorgängers zu sichten, um den Status von den Vögeln zu klären. Zum Ende dürfte es sich lediglich um sechs bis acht Vögel handeln, deren Status nicht geklärt werden können, da es zu diesen Tieren unter anderem keinerlei Unterlagen des Vorgängers gibt.
Seit einem halben Jahr ist der Vogelpark nun geschlossen und darf nur öffnen, wenn der Kreis als zuständige Genehmigungsbehörde und die Gemeinde Timmendorfer Strand als Grundstückseigentümerin dem zustimmen. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke hat aber vor Kurzem deutlich gemacht, dass die Gemeinde das Grundstück nicht übertragen wolle. Laut seiner Aussage soll bereits ein neuer Betreiber bereit stehen. Vor Kurzem hat sich auch die Politik nochmal mit dem Thema beschäftigt.

Pressemitteilung zum Thema Vogelpark Niendorf/Ostsee: Dringlichkeitsantrag des BürgerBündnis Neue Perspektive im Hauptausschuss
Zum Thema „Vogelpark Niendorf/Ostsee“ haben wir nachfolgende Pressemitteilung vom BürgerBündnis Neue Perspektive erhalten:

Das BürgerBündnis Neue Perspektive (BBNP) hat zur Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde Timmendorfer Strand am 2. Juni 2026 einen Dringlichkeitsantrag zum Thema Vogelpark Niendorf/Ostsee eingebracht und bedauert, dass dieses Thema nicht bereits verwaltungsseitig als Tagesordnungspunkt berücksichtigt worden ist.
Hintergrund dieses Antrags ist, dass die Gemeindevertreter der BBNP sich zu den tatsächlichen Gründen für die ablehnende Haltung der Verwaltung nicht ausreichend informiert fühlten sowie auf mögliche Risiken in Zusammenhang im Umgang mit den Betreibern hinweisen wollten und hierzu weitere Informationen eingefordert haben.
Hierzu der Vorsitzende der Fraktion der BBNP, Nils Hopp: „Wir müssen aufpassen, dass wir am Ende nicht den Vogelpark komplett verlieren, wenn die Vertreter der Verwaltung hier nicht mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl agieren.“
Das Thema konnte in einem konstruktiven Rahmen beraten werden und hoffentlich zur Sensibilisierung der möglichen Risiken beitragen. Mit nennenswerten Veränderungen hinsichtlich der Haltung der Verwaltung und weiten Teilen der Selbstverwaltung gegenüber den derzeitigen Betreibern ist hingegen nicht zu rechnen.
Mit Bedauern wurde weiterhin von den Vertretern der BBNP zur Kenntnis genommen, dass die Fraktion der SPD und eine Vertreterin der Fraktion Die Grünen offensichtlich kein Interesse an einer Beratung in dieser wichtigen Angelegenheit haben, da sie es ablehnten, diesen Punkt überhaupt auf die Tagesordnung zu bringen. (rk)


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