Reporter Timmendorf

Opferfriedhof bald kahl?: Kirchenvertreter fordern Aufwertung des Ehrenfriedhofes in Haffkrug

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Haffkrug. In der vergangenen Woche hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kirche und des Dorfvorstandes Haffkrug den Ehrenfriedhof in Haffkrug begutachtet. Die Pastorinnen Kristina Warnemünde (Süsel) und Almuth Jürgensen (Stockelsdorf und Beauftragte für Gedenkstellen), die Leiterin der Gedenkstätte Ahrensbök, Dr. Ingaburgh Klatt, Michael Hanfstängl vom Kirchenkreis (Pfarrstelle Mission, Ökumene und Gerechtigkeit), Pastor i.R. Lutz Tamchina und der Haffkruger Dorfvorsteher Helmut Kurth machten sich vor Ort von dem vernachlässigten Areal ein Bild.
Unter anderem sind einige der kleinen Steine mit den Grabnummern der Einzelgräber herausgerissen, liegen verteilt in den Beeten und am Wegesrand. Bei einem Stein ist sogar die Grabnummer abgebrochen.
Das gesamte Umfeld wirkt ungepflegt und wie nicht fertiggestellt. Vor kurzem wurden die zahlreichen Rhododendren zurückgeschnitten. „Der Rückschnitt der Sträucher ist meiner Meinung nach aber zu radikal erfolgt, ich hätte mir mehr Respekt für die Toten gewünscht,“ so Dorfvorsteher Helmut Kurth.
Seitdem der Arbeitskreis „27. Januar Eutin“ vom Dorfvorsteher Kurth gebeten wurde, sich um den eher unbekannten und schwer zugänglichen Friedhof in Haffkrug zu kümmern, auf dem 1.128 Tote der Cap Arcona- und Thielbeck-Katastrophe vom 3. Mai 1945 begraben liegen, hat sich äußerlich viel verändert.
Schon zu der ersten öffentlichen Versammlung am 25. November wurde bemerkt, dass Bäume gefällt wurden, die gegen den Lärm der nahen Autobahn einen gewissen Schutz boten. Am Dienstag vergangener Woche waren nun Vertreter der Evangelischen Synode Ostholsteins vor Ort und sahen erstaunt, wieviele weitere Bäume inzwischen gefällt sind, auch außerhalb des Friedhofs im Wald bis zur Autobahn. „Die geplante Fehmarnbeltanbindung droht zusätzlich zur Güterbahntrasse zwischen Autobahn und Friedhof den großen Bauplatz für die Trasse dort einzurichten,“ so Pastor i.R. Lutz Tamchina. „Das würde möglicherweise den Rest des Waldes kosten.“
Der erfolgte Rückschnitt der Rhododendren sei eine Pflegemaßnahme, Neupflanzungen seien geplant, aber keine weiteren Fällarbeiten, heißt es aus dem Rathaus der Gemeinde Scharbeutz. Welche Veränderungen die Schienentrasse für die Anbindung des Fehmarnbelttunnels bringen, die zwischen A 1 und Friedhof verlaufen soll, sind natürlich noch nicht bekannt.
Die anwesenden Vertreter der Kirche waren eingeladen, sich das vernachlässigte Areal anzusehen und eine Bitte per Synodenbeschluss an die verantwortlichen Stellen zu richten, die Situation des Friedhofs zu überdenken und für die Würdigung der Totenruhe einen besseren Weg zu finden.
Inzwischen konnte man - laut der anwesenden Teilnehmern - klären, wer hauptsächlich für den Ehrenfriedhof zuständig ist: „An erster Stelle sind es die Landesforsten als Eigentümer des Friedhofsgeländes, dann folgen die Landesdenkmalpflege und zum Schluss die Gemeinde Scharbeutz als Beauftragte.“
Pastor Lutz Tamchina verweist beim Pressetermin auf die Forderungen, die er und weitere Mitstreiter vom „Arbeitskreis 27. Januar“ bereits zusammengestellt und an die Landesdenkmalpflege gerichtet haben. Dazu gehören unter anderem keine weiteren Baumfällungen, eine Lärmschutzwand zur A 1 hin sowie ein „Pavillon der Stille“, in dem Besucher sich anhand von Infotafeln über den Ehrenfriedhof und seine Geschichte informieren können. Aber auch ein Zugang in der Mitte des Ehrenfriedhofes sowie ein größerer Parkplatz wären wünschenswert. Aber auch weitere Schilder, beispielsweise an der A 1, an der B 76 und an den Fußgängerwegen, sowie auf dem Friedhof fehlende Erläuterungen wie die Übersetzung der Inschrift auf dem Gedenkstein für polnische Kriegsgefangene stehen auf der Wunschliste der Arbeitsgruppe.
„Wir möchten, dass der Friedhof eine würdige Ruhestätte wird,“ so Pastorin Almuth Jürgensen aus Stockelsdorf. „Wir möchten, dass der Friedhof besser gesehen wird und ihn so ins alltägliche Gedächtnis bringen.“ Und Helmut Kurth vom Dorfvorstand ergänzt: „Unser Anliegen ist auch, dass man nicht vergessen soll, zu was Menschen in der Lage sind.“
Mit der Umsetzung dieser Forderungen soll sich jetzt eine Kirchensynode beschäftigen.



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