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Vom Azubi zum Bürgermeister: Ratekau verabschiedet Thomas Keller

Ratekau. Ein bewegender Abend voller Dankbarkeit, Erinnerungen und Wertschätzung: Im Rahmen des traditionellen Gemeindeempfangs in der Mensa der Cesar-Klein-Schule ist Bürgermeister Thomas Keller am Freitag, dem 31. Juli nach drei Amtszeiten und insgesamt 35 Jahren im Dienst der Gemeinde Ratekau feierlich verabschiedet worden. Nach 18 Jahren als Verwaltungschef endet damit eine Ära – und eine außergewöhnliche Laufbahn, die treffend mit den Worten „Vom Azubi zum Bürgermeister“ beschrieben werden kann.

Bevor Thomas Keller selbst das Wort ergriff, würdigten zahlreiche Wegbegleiter sein langjähriges Wirken. Landrat a.D. Reinhard Sager, ehemaliger Präsident des Deutschen Landkreistages und langjähriger Weggefährte, erinnerte an die mehr als 15-jährige Zusammenarbeit mit Keller. Er zeichnete dessen außergewöhnlichen beruflichen Weg „vom Azubi zum Bürgermeister“ nach und würdigte ihn als kommunalpolitische Persönlichkeit mit großer Entscheidungsfreude, Bürgernähe und Verlässlichkeit. „Thomas Keller hat das Bürgermeisteramt ohne jeden Zweifel geprägt. Das Bürgermeisteramt war ihm, wie man so sagt, auf den Leib geschnitten“, betonte Sager. Ebenso hob er Kellers Verdienste über die Gemeindegrenzen hinaus hervor – insbesondere als Vorsitzender des Projektbeirates zur Festen Fehmarnbeltquerung: „Thomas Keller hat sich als Vorsitzender des Projektbeirates große Verdienste erworben und war keineswegs einseitig unterwegs, sondern hat immer für das Große Ganze gekämpft.“ Zum Abschluss seiner Rede dankte Sager für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Die Zusammenarbeit mit Dir, lieber Thomas, hat mir jederzeit viel Freude bereitet.“
Die Fraktionsvorsitzenden aller politischen Gruppierungen dankten ihm für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg. Für die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde richtete Gemeindewehrführer Christian Ziemann seinen Dank an den scheidenden Bürgermeister, der sich in seiner Amtszeit mit großem Engagement für den Brand- und Katastrophenschutz eingesetzt hatte.

Für die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung sprach anschließend Dennis Jaacks – langjähriger Kämmerer und seit dem 1. August neuer Bürgermeister der Gemeinde Ratekau. Seine Rede war persönlich, humorvoll und zugleich voller Anerkennung.
„Wir verabschieden heute mit Thomas Keller einen Bürgermeister, der über 18 Jahre unser Rathaus, unsere Gemeinde und – man darf es wohl so sagen – auch uns als Menschen geprägt hat“, sagte Jaacks. Er zeichnete das Bild eines Verwaltungschefs, der stets mit Leidenschaft, großem Fachwissen und außergewöhnlichem Engagement gearbeitet habe. Keller sei ein Chef gewesen, „der sich einbringt“, Verantwortung übernehme und seine Mitarbeitenden motiviere. Sein Improvisationstalent, seine Überzeugungskraft und sein Teamgedanke seien im Rathaus legendär gewesen. Humorvoll erinnerte Jaacks auch an Kellers unverwechselbaren Klingelton, seine markanten Sprüche und seine Leidenschaft für den Sport.
Besonders hob Jaacks den ungewöhnlichen beruflichen Werdegang seines Vorgängers hervor: „Vom Verwaltungslehrling zum Bürgermeister in Zimmer 1.“ Keller habe die Verwaltung von Grund auf kennengelernt, Verantwortung übernommen und vielen Mitarbeitenden als Mentor Türen geöffnet. „Aus dem Verwaltungslehrling ist ein Rathaus-Rockstar geworden“, sagte Jaacks augenzwinkernd unter großem Applaus.

Nach einer musikalischen Pause mit der Streetband des TSV Ratekau trat schließlich Thomas Keller selbst ans Rednerpult. Schon zu Beginn machte er deutlich, wie emotional ihm der Abschied falle.
„Ebenso wenig, wie mir die Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, nicht leicht gefallen ist, so fällt mir jetzt auch der Abschied nicht leicht“, sagte Keller.
Er blickte auf die zahlreichen Projekte der vergangenen 18 Jahre zurück. Sein Ziel sei es gewesen, die Gemeinde „noch lebens- und liebenswerter zu machen“. Besonders nannte er die Entwicklung der Ratekauer Ortsmitte, Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten und Sportanlagen sowie die umfangreiche Modernisierung der Feuerwehren.
Auch die Herausforderungen rund um die Fehmarnbelt-Querung hätten seine Amtszeit entscheidend geprägt. Dabei sei es ihm stets darum gegangen, Belastungen für die Menschen vor Ort möglichst gering zu halten.

Ein Dank galt den politischen Gremien. Keller betonte, dass alle drei Amtszeiten von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung geprägt gewesen seien. „Das ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis steter Bemühungen um ein vertrauens- und respektvolles Miteinander.“
Ebenso herzlich bedankte sich der scheidende Bürgermeister bei den Vereinen, Organisationen, Dorfvorständen und Feuerwehren der Gemeinde. Besonders emotional wurde seine Rede, als er auf die Mitarbeitenden der Verwaltung zu sprechen kam. Das Team sei für ihn immer der wichtigste Grund gewesen, in Ratekau zu bleiben.
„In der letzten Zeit bin ich häufiger gefragt worden, was ich am meisten vermissen werde: Es ist genau dieses Team mit dieser Form der Zusammenarbeit und mit dieser Art des Miteinanders. Ihr seid einfach großartig“, sagte Keller sichtlich bewegt. „Danke Euch, dass Ihr mich auf meinem Weg vom Azubi zum Bürgermeister begleitet und unterstützt habt.“
Zum Ende seiner Rede richtete Keller den Blick auf seine Familie, die ihn über all die Jahre getragen habe. Besonders seiner Frau Rebecca sowie seinen Kindern dankte er für Rückhalt, Verständnis und ehrliche Unterstützung. „Ohne das Team Keller, ohne Euren Zuspruch, Eure Toleranz und Eure Hilfe hätte ich das alles nicht machen können und auch nicht geschafft.“
Mit Blick auf seinen Nachfolger zeigte sich Keller überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das Bürgermeisteramt sei „eine Aufgabe auf Zeit und lebt auch vom Wechsel“. Dennis Jaacks bescheinigte er höchste fachliche und persönliche Qualitäten: „Mit Dennis Jaacks haben Sie einen erstklassigen Nachfolger gewählt.“
Am Ende überwogen Dankbarkeit und Zufriedenheit. Nach insgesamt 35 Jahren im Dienst der Gemeinde verabschiedete sich Thomas Keller mit den Worten: „Ich habe gerne hier gearbeitet und ich war sehr gerne Ihr Bürgermeister.“
Er bedankte sich auch für die Spenden anstelle von Geschenken zu Gunsten der Jugendfeuerwehren der Gemeinde Ratekau: 2.250 Euro sind bis zum vergangenen Freitag als Spenden eingegangen.
Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen der Gäste unterstrichen die große Wertschätzung, die Thomas Keller in seiner Heimatgemeinde genießt. Mit seinem Abschied endet ein prägender Abschnitt der Ratekauer Kommunalgeschichte – verbunden mit der Gewissheit, dass sein Wirken in vielen Projekten und bei vielen Menschen noch lange nachhallen wird. (rk)

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