

Niendorf/Ostsee. Für acht Restaurantgäste und zwei Gastronomen hat das neue Jahr nicht gut begonnen …
Am Donnerstagabend, dem 1. Januar kam es in einem Fischrestaurant in Niendorf/Ostsee zu einem medizinischen Großeinsatz. Ersten Erkenntnissen zufolge nahmen mindestens zehn Personen zum gemeinsamen Anstoßen eine stark ätzende Flüssigkeit zu sich. Alle zehn Personen erlitten Verletzungen, mindestens eine Person wurde sogar schwer verletzt. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen.
Gegen 20.20 Uhr wurden die Polizei und Rettungskräfte alarmiert, nachdem in dem Restaurant am Niendorfer Hafen mehrere Personen Verletzungen im Mundbereich erlitten hatten.
Die Polizei prüft derzeit Hinweise, ob es beim Ausschank zu einer Verwechslung von Reinigungsmittel und einem alkoholischen Getränk gekommen sein könnte. Die Ermittlungen zu den Hintergründen halten an.
Insgesamt erlitten mindestens drei Frauen und sieben Männer im Alter von 31 bis 84 Jahren Verletzungen. Neun Personen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, mindestens eine Person wurde schwer verletzt. Vor Ort waren zehn Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzwagen und die Freiwillige Feuerwehr Niendorf/Ostsee im Einsatz.
Die eingesetzten Polizeibeamten stellten vor Ort Beweismittel sicher und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ein.
Stellungnahme der Gastronomen
Einen Tag nach dem Unglück nehmen die Inhaber des betroffenen Restaurants in einer Pressemitteilung Stellung zu dem Unglück:
„Das Management und das gesamte Team bedauern den gestrigen Vorfall außerordentlich! Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Gästen, Mitarbeitenden und ihren Familien! Wir wünschen allen eine baldige und vollständige Genesung! Wo wir können, werden wir unbürokratisch und schnell Hilfe leisten. Mit den Betroffenen sind wir im direkten Austausch.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir im Hinblick auf die gestrigen Vorkommnisse im Restaurant wie folgt Stellung nehmen: Durch ein menschliches Augenblickversagen während der Vollbelegung des Restaurants wurde eine leere Ausschankflasche für Marillenschnaps versehentlich mit einer Reinigungslösung für eine Spülmaschine der Bar aufgefüllt. Beide Nachfüllbehälter (Marille und Reinigungsmittel) ähneln sich in der Farbe. Welcher Mitarbeiter diese Behälter verwechselt hat, ist noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Fest steht, dass eine Flasche Marillenschnaps mit Dosier- beziehungsweise Ausschankhilfe falsch befüllt wurde.
Weitere Schankanlagen an der Bar inklusive der Bierzapfstelle sind nicht betroffen. Dies konnte zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Die betroffenen Behälter wurden von der Polizei für weitere Ermittlungen beschlagnahmt. Andere Bereiche der Speisenzubereitung des Restaurants, insbesondere die Küche und die Speisekammern waren zu keinem Zeitpunkt betroffen. Alle Mitarbeitenden sind gemäß QM-Richtlinie in den Umgang mit Reinigungsmitteln eingewiesen.
Unmittelbar nachdem die ersten zwei Gäste über Probleme berichtet haben, haben der Gastronom und der Barkeeper einen Schluck aus der betroffenen Marillenflasche probiert und selbst Beschwerden bekommen. Sofort wurde die Einsatzleitstelle über Notruf verständigt und der Ausschank gestoppt.
Der eintreffende Rettungsdienst hat die Patienten umgehend medizinisch versorgt und wurde logistisch von der Freiwilligen Feuerwehr Niendorf unterstützt. Wir danken allen Helfern ausdrücklich für die professionelle Hilfe und Unterstützung in dieser Notlage! Auch unseren anderen Gästen danken wir für Ihre Besonnenheit und Ihr Verständnis.
Am 2. Januar fand gegen 12 Uhr ein gemeinsames Treffen mit Behördenvertretern im Restaurant statt. Anwesend waren die Polizei Timmendorfer Strand, die Kriminalpolizei Bad Schwartau, das Ordnungsamt der Gemeinde Timmendorfer Strand und ein Vertreter des Fachdienstes Lebensmittelsicherheit des Kreises Ostholstein sowie das Management des Restaurants. Gemeinsam wurde über den Sachverhalt beraten.
Durch die Fachleute wurde festgestellt, dass ein weiteres Gefährdungspotential im Zusammenhang mit dem Ausschank von Marillenschnaps ausgeschlossen werden kann. Aufgrund der laufenden polizeilichen Ermittlungen können weitere Angaben derzeit nicht gemacht werden.“ (rk)




