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Timmendorfer Strand: Feuerwehr muss im eigenen Gerätehaus löschen

Timmendorfer Strand. Mit einem solchen Einsatz rechnet wohl kaum eine Feuerwehr: Am Montagvormittag ist ausgerechnet im Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Timmendorfer Strand ein Feuer ausgebrochen. Um 10.07 Uhr schrillten die Meldeempfänger der Einsatzkräfte. Die Alarmmeldung: „Zimmerbrand – Rauchentwicklung aus Atemschutzwerkstatt“. Einsatzort war die eigene Feuerwache.
Als Wehrführer Nils Bäumer und seine Kameradinnen und Kameraden die Meldung auf ihren Meldeempfängern lasen, mussten einige zunächst zweimal hinschauen. Schnell war jedoch klar, dass es sich um einen realen Einsatz handelte. Und der sollte erhebliche Folgen für die Feuerwehr Timmendorfer Strand haben.
Bauhof-Mitarbeiter entdecken starken Rauch
Auf das Feuer aufmerksam geworden waren zunächst Mitarbeiter des nahegelegenen Bauhofs. Sie bemerkten die starke Rauchentwicklung aus dem Bereich der Atemschutzwerkstatt und reagierten umgehend. Unter ihnen befanden sich zwei Zweitmitglieder der Feuerwehr Timmendorfer Strand. Noch bevor die alarmierten Einsatzkräfte eintrafen, fuhren sie die Feuerwehrfahrzeuge aus der Fahrzeughalle und brachten sie damit zunächst aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich.
Ein glücklicher Zufall kam hinzu: Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befand sich ein Mitarbeiter der Firma Minimax vor Ort, der eigentlich lediglich die Feuerlöscher warten sollte. Da der Mitarbeiter selbst Mitglied einer Feuerwehr in Bad Schwartau ist, konnte er die beiden Feuerwehrkameraden bei den ersten Maßnahmen unterstützen.
Kurze Zeit später traf die Freiwillige Feuerwehr Niendorf/Ostsee ein. Gemeinsam mit den inzwischen eingetroffenen Einsatzkräften der Feuerwehr Timmendorfer Strand wurde umgehend die Brandbekämpfung eingeleitet. Drei Atemschutzgeräteträger gingen zur Brandbekämpfung in die stark verrauchte Atemschutzwerkstatt vor.
Trockenschrank für Atemschutzmasken steht in Flammen
Die Ursache für die massive Rauchentwicklung war schnell gefunden: In der Atemschutzwerkstatt stand ein Trockenschrank für Atemschutzmasken in Flammen. Insbesondere die darin befindlichen Masken sorgten beim Verbrennen für eine erhebliche Rauchentwicklung.
Neben der Feuerwehr Timmendorfer Strand wurden die Freiwillige Feuerwehr Niendorf/Ostsee sowie die Feuerwehr Hemmelsdorf alarmiert. Insgesamt waren rund 25 Feuerwehrleute im Einsatz.
Nach ersten Erkenntnissen wird von einem technischen Defekt an dem Trockenschrank ausgegangen. Wie Wehrführer Nils Bäumer berichtete, war das Gerät bereits gegen 8 Uhr am Morgen eingeschaltet worden. Normalerweise schaltet sich der Trockenschrank nach etwa einer Stunde automatisch wieder ab. Am Montag funktionierte diese Abschaltung offenbar nicht wie vorgesehen. Warum es letztlich zu dem Brand kam, muss noch abschließend geklärt werden.
Kein Gebäudeschaden – aber erhebliche Folgen
Glück im Unglück: Nach bisherigen Erkenntnissen entstand am Gebäude selbst kein größerer Brandschaden. Dennoch sind die Folgen für die Feuerwehr erheblich.
Nach Angaben von Wehrführer Nils Bäumer muss die Atemschutzwerkstatt vollständig gereinigt werden. Geräte und Ausrüstungsgegenstände, die sich dort befanden und durch Brandrauch beziehungsweise Brandrückstände belastet wurden, müssen überprüft und teilweise voraussichtlich ausgetauscht werden.
Der Rauch beschränkte sich zudem nicht allein auf die Atemschutzwerkstatt, sondern gelangte auch in die Fahrzeughalle. Dadurch könnten weitere Ausrüstungsgegenstände betroffen und kontaminiert sein. Unter anderem müssen Einsatzschutzkleidung, Stiefel und Handschuhe auf eine mögliche Kontamination geprüft, professionell gereinigt oder gegebenenfalls ersetzt werden. Wie hoch der entstandene Gesamtschaden ist, lässt sich derzeit noch nicht beziffern.
Besonders wichtig ist nun die Frage, ob auch die Feuerwehrfahrzeuge durch Brandrauch oder Rückstände kontaminiert wurden. Darüber soll ein Gutachter entscheiden. Bäumer hofft, dass sich dieser Verdacht nicht bestätigt und eine aufwendige Reinigung der Einsatzfahrzeuge nicht notwendig wird.
Feuerwehr vorübergehend nicht einsatzbereit
Unmittelbar nach dem Brand musste sich die Freiwillige Feuerwehr Timmendorfer Strand zunächst vom Einsatzdienst abmelden. Wie lange die Wehr nicht beziehungsweise nur eingeschränkt mit ihrer eigenen Ausrüstung einsatzbereit sein wird, ist derzeit noch offen.
Unterstützung ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Die Feuerwehr Oldenburg stellte den Timmendorfer Kameradinnen und Kameraden kurzfristig ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 zur Verfügung. Von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lensahn erhielt die Feuerwehr Timmendorfer Strand zudem leihweise einen Rüstwagen RW 1 als Ersatzfahrzeug.
Damit endete ein Einsatz, den die Feuerwehrleute aus Timmendorfer Strand wohl so schnell nicht vergessen werden. Statt wie gewohnt von ihrer Wache zu einem Brand auszurücken, mussten sie dieses Mal das Feuer in den eigenen Räumen bekämpfen – und anschließend die Folgen für die eigene Einsatzbereitschaft bewältigen.
Dass der Brand frühzeitig entdeckt, die Fahrzeuge rechtzeitig aus der Halle gebracht und das Feuer schnell bekämpft werden konnte, verhinderte nach bisherigen Erkenntnissen einen noch größeren Schaden. (rk)

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