Abschlussbericht zur Pflegebedarfsplanung - Kreistag beschließt strategische Grundlage für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung bis 2040

reporter Neustadt 34
(Foto: stock.adobe.com)

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Eutin. Der Kreis Ostholstein hat den Abschlussbericht zur Pflegebedarfsplanung veröffentlicht. Er wurde seit 2025 in enger Zusammenarbeit zwischen dem Fachdienst Soziale Hilfen und dem Beratungsinstitut ALP aus Hamburg erarbeitet. Der Kreistag hat den Bericht einschließlich der darin enthaltenen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen in seiner Sitzung am 23. Juni beschlossen.

Die Pflegebedarfsplanung bildet die strategische Grundlage für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung im Kreis Ostholstein bis zum Jahr 2040. Grundlage des Planungsprozesses waren eine Bestandsanalyse sowie Bevölkerungs- und Pflegebedarfsprognosen für den gesamten Kreis und alle kreisangehörigen Kommunen.

 

Die Ergebnisse verdeutlichen die Herausforderungen des demografischen Wandels: Während die Gesamtbevölkerung im Kreis Ostholstein bis 2040 voraussichtlich leicht um rund 0,8 Prozent (etwa 1.710 Personen) zurückgehen wird, steigt die Zahl der Menschen im pflegerelevanten Alter ab 65 Jahren um rund 18 Prozent (etwa 9.670 Personen).

Mit dieser Entwicklung wächst auch der Bedarf an pflegerischer Versorgung. Im Basisszenario wird bis 2040 ein Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen um rund 16 Prozent (etwa 1.910 Personen) erwartet. Parallel dazu steigt der Personalbedarf in der Pflege deutlich. Allein im stationären Bereich werden bis 2040 voraussichtlich rund 190 zusätzliche Pflegefachkräfte sowie etwa 110 zusätzliche Pflegehilfskräfte benötigt. Gleichzeitig wird das Potenzial der informellen Pflege durch Angehörige leicht zurückgehen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die pflegerischen Versorgungsstrukturen frühzeitig weiterzuentwickeln sowie pflegende Angehörige und ehrenamtliche Unterstützungsangebote gezielt zu stärken.

 

Der Abschlussbericht benennt hierfür zentrale Handlungsfelder. Dazu zählen insbesondere die Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur, die Fachkräftesicherung einschließlich der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Stärkung der informellen Pflege, des gesellschaftlichen Engagements und des Ehrenamtes, der Ausbau von Betreuungsangeboten und Netzwerkstrukturen sowie die Förderung altersgerechter Wohnformen und einer zukunftsorientierten Quartiersentwicklung.

Für die Umsetzung der Handlungsempfehlungen verfolgt der Kreis Ostholstein einen zweistufigen Ansatz. Zunächst sollen kurzfristig realisierbare und kostenneutrale Maßnahmen umgesetzt werden. Hierzu gehört insbesondere die Stärkung von Vernetzung und Kooperation beteiligter Akteure. Weitere mittel- und langfristige Vorhaben sollen – abhängig von der Einwerbung geeigneter Fördermittel oder einer Verbesserung der finanziellen Handlungsspielräume – gemeinsam mit den Kommunen, Leistungserbringern, Verbänden und weiteren Beteiligten schrittweise umgesetzt werden. Maßnahmensteckbriefe und Kommunalprofile bieten den kreisangehörigen Städten und Gemeinden eine praxisnahe Orientierung für die Weiterentwicklung ihrer örtlichen Pflege- und Unterstützungsangebote.

 

Der Kreis Ostholstein wird die Pflegebedarfsplanung künftig regelmäßig fortschreiben und an aktuelle Entwicklungen sowie sich verändernde Bedarfe anpassen. Der Kreis Ostholstein stärkt dabei die Zusammenarbeit aller Beteiligten, setzt Impulse und begleitet die Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur aktiv.

„Mit dem Beschluss des Kreistages liegt nun eine fundierte und zukunftsorientierte Planungsgrundlage vor, um den Herausforderungen des demografischen Wandels frühzeitig zu begegnen und die pflegerische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Ostholstein langfristig bedarfsgerecht sicherzustellen“, erklärt Landrat Timo Gaarz.

 

Der Abschlussbericht und weitere Informationen zur Pflegebedarfsplanung sind auf der Homepage des Kreises Ostholstein zu finden: www.kreis-oh.de/Pflegebedarfsplanung. (red)