Anti-Rassismus-Projekttage  stärken Schulgemeinschaft

Reporter Eutin 18
Die zehnte Klasse übergab die Stelenpatenschaft an die neunte Klasse.

Die zehnte Klasse übergab die Stelenpatenschaft an die neunte Klasse.

Bild: hfr

Ahrensbök (t/aj). Im Rahmen des Anti-Rassismus-Projekttages stand die Arnesboken-Schule vor den Osterferien ganz im Zeichen von Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt. In verschiedenen Projekten, Gesprächen und kreativen Aktionen setzten sich die Grundschülerinnen und -schüler intensiv mit dem Thema auseinander. Dabei wurde unter anderem mit Büchern gearbeitet, die zum Nachdenken anregten und neue Perspektiven eröffneten. Auch Rollenspiele halfen dabei, sich in andere hineinzuversetzen und Situationen besser zu verstehen.

Besonders beeindruckend waren die gestalteten Kunstwerke und gemeinsamen Aktivitäten, die zeigten: „Unsere Schule ist bunt und genau das macht uns stark!“ Der Tag bot Raum für Austausch, neue Perspektiven und ein bewusstes Miteinander. Gemeinsam setzte die Grundschule ein wichtiges Zeichen gegen Ausgrenzung und für Toleranz.

In der Gemeinschaftsschule wurde das Thema in unterschiedlichen Zusammenhängen bearbeitet. Die Klasse 5a begann mit einem Anne Frank-Mandala als Impulseinstieg, betrachtete dann reale Fotos der Familie des Mädchens und erstellte im Anschluss ein Tafelbild zu den damals möglichen Aktivitäten im Alltag und in der Freizeit. Ein animierter Spielfilm „Wo ist Anne Frank?“ wurde mit drei Gruppenaufträgen verbunden. Im Zentrum standen dabei durchgehend die Einordnung durch die Lehrkräfte und intensive Gespräche mit den Schüler*innen. Unter dem Strich stand die Überzeugung, dass Mut und Zusammenhalt wichtige Werte sind und dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben, sondern trotz Angst entsprechend zu handeln.

Danach erhielt jedes Kind ein antijüdisches Gesetz aus der Nazizeit. Die Gesetze wurden nach den Jahreszahlen der Erlasse sortiert und nach der chronologischen Reihenfolge vorgelesen. So wurde deutlich, dass von den eingangs gesammelten Aktivitäten kaum etwas übrigblieb, was jüdischen Menschen erlaubt war. Die Beklemmung durch das Eingesperrtsein der Familie Frank in dem Hinterhaus über zwei Jahre und die Ängste und vieles andere wurden thematisiert und nachdenklich besprochen.

Die Klasse 7a schrieb im Rahmen des Deutschunterrichts kleine Szenen zu den Themen Mut, Respekt, Anti-Mobbing und Freundschaft und führte diese passend zum physikalischen Thema Optik als Schattentheater auf. Die konzentriert und kreativ Arbeit führte zu tollen Ergebnissen.

Eine Ausstellung zum Todesmarsch hat die Klasse 10 für die Gedenkstätte Ahrensbök        erstellt. Die Erarbeitung erfolgte ein halbes Jahr lang im Rahmen des Kunstunterrichts mit den Lehrkräften Nina Hagedorn und Anne Brunn. Es entstanden beeindruckende Modelle und Werke, die sehr unterschiedlich gestaltet, aber allesamt gelungen sind. Die Motivation war klar: Den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse ist Aufklärung wichtig, sie möchten ihr Wissen teilen, das Leid der Menschen soll nicht vergessen werden. Cap Arcona, die Geschehnisse auf dem Hof Siblin wurden dargestellt und unter anderem eine Landkarte mit den Stelen gefertigt, die an die Stationen des Todesmarsches erinnern. Die Stelenpatenschaft der Schule übergab der zehnte Jahrgang an die neunten Klassen, die sich weiter darum kümmern werden.