„Cap Arcona auf Schienen“ - Vortrag zur „Langen Nacht der Demokratie“

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Bild: reporter Neustadt

Neustadt in Holstein. Die Geschichte der „Cap Arcona“ ist in Neustadt fest im historischen Bewusstsein verankert. Doch das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte auch an anderen Orten der Region Tod und Befreiung. Ein bislang weniger bekanntes Kapitel beleuchten die Regionalhistoriker Dietrich Mau aus Neustadt und Alfred Grüter aus Eutin am Freitag, dem 2. Oktober um 19.30 Uhr im Zeittor Museum.

Unter dem Titel „Cap Arcona auf Schienen - Zur Erinnerung an Verderben und Befreiung vor 81 Jahren“ rekonstruieren die beiden Historiker den Weg eines Eisenbahntransports aus dem Außenlager Lübberstedt bei Bremen nach Plön. Kurz vor Kriegsende geriet der Zug bei Eutin und Malente unter den Beschuss britischer Tiefflieger. 61 Menschen kamen dabei ums Leben, zahlreiche weitere wurden schwer verletzt.

Der Vortrag zeichnet nicht nur den Weg des Todestransports nach, sondern berichtet auch von der Befreiung der Überlebenden in Plön und ihrem weiteren Schicksal. Im Mai 1945 fanden 320 vorwiegend ungarisch-jüdische Frauen des Transports vorübergehend in Sierksdorf Zuflucht, weitere 20 Frauen wurden in Lenste untergebracht. Über Neustadt konnten die Überlebenden schließlich in ihre Heimatländer zurückkehren.

 

Der Abend ist ein Beitrag zur „Langen Nacht der Demokratie in Schleswig-Holstein“, die am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit mit zahlreichen Veranstaltungen dazu einlädt, Demokratie und Erinnerungskultur miteinander zu verbinden.

Veranstalter in Neustadt sind das Cap Arcona Museum, das Zeittor Museum, die Stadtbücherei, die Volkshochschule und der Verein der Freunde und Förderer des Museums Neustadt. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an den Doppelvortrag besteht bei einem kleinen Imbiss Gelegenheit zum Austausch. (red)