Dieser Neubau wird Maßstäbe setzen

Reporter Eutin 26

Eutin (tgr). Auf dem Weg zu einem neuen Feuerwehrhaus haben die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Eutin nach der Grundsteinlegung im September die zweite Etappe hinter sich gebracht. Die Rohbauarbeiten an dem 100 Meter langen und 50 Meter breiten Bau im Meinsdorfer Weg fanden mit dem Richtfest am vergangenen Freitag einen feierlichen Abschluss. Als Bauherr hieß Bürgermeister Sven Radestock zum Festakt neben den Frauen und Männern der Eutiner Feuerwehr, den Nachwuchs der Jugend- und Kinderfeuerwehr auch Verantwortliche nahestehender Ortswehren und verschiedene Repräsentanten aus der Politik willkommen. Der Ostholsteinische Kreisbrandmeister Michael Hasselmann war der Einladung zum Richtfest nach Eutin ebenfalls gefolgt.  Radestock dankte im Beisein von Bürgervorsteherin Elgin Lohse, Gemeindewehrführer Marco Wriedt und Ortswehrführer Jörg Böckenhauer den am Bau beteiligten Firmen und vor allem den Handwerkern.

Seit der Grundsteinlegung sei es auf der Baustelle mit großen Schritten vorangegangen. „Ich freue mich über den Fortschritt. Jetzt sind wir beim Richtfest angelangt und biegen damit auf die Zielgerade für unser topmodernes Feuerwehrhaus. Das Ziel ist zwar noch nicht zum Greifen nah, aber doch schon gut sichtbar. Der Neubau wird unserer Feuerwehr die besten Möglichkeiten bieten, ihre anspruchsvollen und lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen“, befand Radestock.

Dass sie improvisieren könnten, würden die Mitglieder der Wehr immer wieder aufs Neue beweisen. „Und das zeichnet euch auch aus“, so der Bürgermeister, der sich hoffnungsvoll zeigte, den Aktiven mit dem neuen Feuerwehrhaus das Ehrenamt spürbar zu erleichtern.  „Die Planung hat lange gedauert. Aber es lohnt sich, denn dieser Bau wird Maßstäbe setzen“, unterstrich Sven Radestock.

Der Winter mit Schnee und Eis sei hart gewesen, die Bauarbeiten hätten ruhen müssen. „Doch auch diese Zeit wurde genutzt, um die weitere Planung und Ausführung von Fassade und Dächern abzustimmen. Inzwischen sind auch die Planungen der Metallarbeiten für die Treppe des Übungsturms abgeschlossen“, berichtete der Bürgermeister. Auch seien fast alle Stahlbetonwände und Decken sowie die Innenwände aus Kalksandstein schon weitgehend errichtet worden. Die Leimholzbinder für die Dachkonstruktion hätten ebenfalls pünktlich montiert werden können. Anfang Mai stehe der Beginn der Arbeiten für das Verblendmauerwerk an.

Als Nächstes folge der Einbau der Fenster und der Hallentore, die provisorisch verschlossen würden.  Dann seien die Innenarbeiten dran, zum Beispiel Elektro- und Sanitärarbeiten. „Es geht also voran“, freute sich Sven Radestock, der die konstruktive Mitwirkung der Feuerwehr würdigte, die immer mit viel Geduld und Fachwissen bei den Baubesprechungen dabei seien. „Sie haben eben den professionellen Blick auf das, was wirklich sinnvoll und nützlich ist“, hob der Verwaltungschef heraus. 

Wenn alles klappen sollte, so Sven Radestock, stehe in einem Jahr die Fertigstellung und offizielle Übergabe des neuen Feuerwehrhauses an. 

Gemeindewehrführer Marco Wriedt, der auch im Namen von Ortswehrführer Jörg Böckenhauer sprach, wandte sich an Politik und Verwaltung. „Danke, dass ihr erkannt habt, dass ein modernes Feuerwehrhaus kein Luxus ist, sondern das notwendige Werkzeug für unsere ehrenamtliche Arbeit. Ihr habt uns den Rahmen gegeben, damit wir unser Bestes geben können, wenn es darauf ankommt“, stellte Wriedt fest. 

Der Gemeindewehrführer würdigte auch die Arbeit der beteiligten Handwerker: „Wenn ich sehe, wie schnell dieser Bau in die Höhe gewachsen ist, ziehe ich meinen Hut vor eurer Leistung. Auf jeden Fall habt ihr hier im wahrsten Sinne ein Fundament geschaffen, auf das wir uns verlassen können. So wie sich die Bürger auf uns verlassen, verlassen wir uns auf euch“. Es liege ihm besonders am Herzen, dass auch der Eutiner Jugend- und Kinderfeuerwehr gezeigt werde, dass sie eine Zukunft habe, sagte Wriedt, der vormals zu den Gründungsmitgliedern des Feuerwehrnachwuchses gehörte.

„Mit dem Richtfest setzen wir ein sichtbares Zeichen für Sicherheit, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit für Eutin.  Um dahin zu kommen, wo wir heute sind, haben wir viel Energie und auch Zeit benötigt“, sagte Uwe Tewes, der Vorsitzende des Bau-, Entwässerungs- und Feuerwehrausschusses (BEFA).

Tewes Angaben zufolge lägen die geplanten Baukosten nach wie vor bei 21.3 Millionen Euro. Mit dem Ersatzneubau würden moderne und funktionale Bedingungen für die Ausbildung, Nachwuchsförderung bis hin zur Einsatzfähigkeit der Feuerwehr geschaffen.  Gerade in einer Zeit, in der das Ehrenamt nicht mehr selbstverständlich sei, verdiene die Arbeit der Feuerwehr höchsten Respekt und Anerkennung. „Schauen wir auf das bisher Geschaffene und gleichzeitig mit Zuversicht auf eine erfolgreiche Fortsetzung und Zukunft“, empfahl Tewes.