Ein cooler Pavillon für Kesdorf

Reporter Eutin 35

Kesdorf (vg). In der Gemeinde Süsel gibt es ein neues Architektur-Highlight: Bereits im vergangenen Jahr eröffnete in Kesdorf der Pavillon – ein Multifunktionsgebäude aus Holz und Glas, das sich mit seinen organischen Formen perfekt ins kleine Wäldchen am Woltersmühlener Weg einpasst. „Die Gebäudelinien und die umlaufende, überdachte Terrasse folgen der Position der Bäume“, sagt Architekt und Mit-Bauherr Hauke Kraß, der hier auf Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit setzt. Auf 85 Quadratmetern ist ein Ort entstanden, der Arbeit und Begegnung miteinander verbinden will – als Coworking-Space und kultureller wie gesellschaftlicher Treffpunkt. 

Das Projekt ist Teil des Gesamtkonzepts für das auf dem Grundstück entwickelte Quartier mit elf Wohneinheiten. „Der Pavillon ist sozusagen der Schlussstein und soll einen Beitrag dazu sein, die Infrastrukturnachteile hier auf dem Land zu kompensieren“, berichtet Architekt Kraß. Alles privat finanziert von drei Pärchen aus dem 260-Seelen-Ort: Hauke Kraß und Ehefrau Andrea Saß, Jana und Matthias Hinkel sowie Katharina Pörksen und Mathias Westhuis, der bei den Pavillon-Events kocht.

In Sachen Coworking bieten die flexiblen Räumlichkeiten im modern ausgestatteten Pavillon Platz für acht Arbeitsplätze. Die gemeinsam genutzten Büroflächen kann man tage-, wochen- oder monatsweise buchen. Ein Konferenzraum eröffnet die Möglichkeit für Seminare oder Offsites, also Teamtreffen außerhalb der gewohnten Arbeitsumgebung. Aber auch für Feiern und Gesellschaften – immer in Verbindung mit einem Essen – ist der Pavillon zu mieten.

Bereits etabliert hat sich in Kesdorf der „Kulinarische Donnerstag“, der jeweils am ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 20 Uhr ein spezielles Gericht in den Mittelpunkt rückt. „Das Coole ist, dass es sich nicht um eine elitäre Veranstaltung handelt, um ein niedrigschwelliges Angebot, das alle Einwohner und Besucher aus den Nachbardörfern anzieht. Und die Speisen gibt’s sogar zum Mitnehmen“, sagt Kraß. Auch samstägliche Yoga-Kurse finden im Pavillon statt. Kulturevents wie Lesungen und Konzerte sollen nun folgen: „Ab dem 17. Mai sind sonntägliche Frühschoppen geplant, für die wir auch die Kioskklappe öffnen und den Veranstaltungsraum nach außen erweitern“, kündigt Andrea Saß an. Und am 18. April ist eine Lesung mit dem dichtenden Landwirt Matthias Stührwoldt aus Stolpe geplant.

Die Bauherren hoffen, dass sich der Pavillon Kesdorf noch weiter zu einem Mittelpunkt des Dorfes entwickelt und auch Touristen von der Ostsee in die zweite Reihe lockt. „Wir sind das Projekt mit Mut und Zuversicht angegangen nach dem Motto: Einfach mal machen. Wenn es sich zumindest rechnet, wären wir zufrieden“, sagt Hauke Kraß.

Alle Infos über diesen besonderen Ort sind auf der Website www.pavillonkresdorf.de zu finden. Beim „Tag der Architektur“ am 27. Juni bietet sich außerdem die Chance, mehr über diese architektonische Perle auf dem Land zu erfahren.