Entspannter Empfang trotz „gestresstem Haushalt“

Reporter Eutin 17

Süsel-Ottendorf (cb). Es waren etwa 100 Gäste, die Süsels 1. stellvertretende Bürgermeisterin Swantje Meininghaus, die den erkrankten Bürgermeister Adrianus Boonekamp vertrat, im Vereinshaus des Dorfgemeinschaftsvereins Ottendorf zum Neujahrsempfang der Gemeinde Süsel begrüßen konnte. Neben vielen Ehrengästen hatten sich auch die Kreispräsidentin Petra Kirner, Scharbeutz‘ Bürgermeisterin Bettina Schäfer und die Bürgermeister aus Eutin und Sierksdorf, Sven Radestock und Carsten Bruhn, zu der Feierstunde eingefunden. 

„Der Haushalt der Gemeinde für 2026 wird ein Volumen von circa 15 Mio Euro und eine Neuverschuldung inclusive der Verpflichtungsermächtigungen von rund 4,5 Mio Euro aufweisen. Das führt dazu, dass wir Ende 2026 bei einer pro-Kopf-Verschuldung von 2.500 Euro sein werden“, stellte Meininghaus fest. Mit der Kommunalaufsicht des Kreises wurde kürzlich über die Haushaltsplanung für das neue Jahr gesprochen. „Der Haushalt ist ‚gestresst‘ und bedarf einer stetigen Konsolidierung. Die Kommunalaufsicht hat uns mit auf den Weg gegeben, alle pflichtigen und freiwilligen Ausgaben genau zu prüfen. Aber die Genehmigung ist uns gerade zugeschickt worden“, berichtete die Bürgermeisterin. Sie führte aus, dass die Gemeinde um einige sogenannte pflichtige Aufgaben nicht herumkomme. Allein für die Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrfahrzeugen seien beispielsweise 1,8 Millionen Euro verplant und rund 1,2 Millionen werde die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Zarnekau kosten. Auch in Groß Meinsdorf muss das Gerätehaus umgebaut werden, da, wie in Zarnekau auch, der saubere vom kontaminierten Bereich getrennt werden muss. Für die Offene Ganztagsschule steht eine Erweiterung aufgrund gestiegener Nutzerzahlen auf dem Plan, die etwa 1,6 Millionen Euro kosten soll. Hierzu ist eine Förderung beantragt, die jedoch noch nicht bewilligt sei. Weiterhin ist für 3 Millionen Euro erneut eine Beteiligung am interkommunalen Gewerbegebiet in Eutin geplant, um in Zukunft an den Erträgen aus Gewerbesteuer und Grundstücksverkäufen Einnahmen zu generieren.

„Sollte sich die Feuerwehr in Gömnitz auflösen, muss ein neues Gerätehaus in Bujendorf erstellt werden, da vom alten Standort aus die Hilfsfristen nicht eingehalten werden können. Das sind Kosten, die wir noch nicht beziffern können. Genauso wie die für die rund 150 Kilometer Straßen, die durch die Gemeinde unterhalten werden müssen“, zählte Meininghaus weitere mögliche Pflichtaufgaben auf.

Noch nicht entschieden ist die Verwendung von 2,2 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verbesserung der Infrastruktur und Klimaneutralität. Darüber solle Anfang Februar erstmals fraktionsübergreifend beraten werden.

„Eine Gemeinschaft, das sind wir hier in den Dörfern ja, lebt vom Miteinander. Hier begegnet man sich immer wieder, tauscht sich aus, trägt Konflikte aus und lebt nebeneinander weiter. Das ist ein Trainingsfeld für Demokratie im Alltag. Demokratie braucht Begegnungsstätten, an denen sich Menschen treffen können“, stellte die Bürgermeisterin fest. Während es in den Dorfschaften zumeist Orte zum Austausch oder Feiern für die Bürgerinnen und Bürger gibt, fehlt so ein Treffpunkt in Süsel. „Im alten St. Laurentius Kindergarten besteht die Möglichkeit, einen Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten von der Diakonie, die dort eine Tagespflege betreiben wird, zu mieten. Aufgrund des ‚gestressten‘ Haushalts kann der Verein, der sich gerade gründet, allerdings nicht auf eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde hoffen. Immerhin wurde für diesen ‚Platz der Demokratie‘ eine Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt. Darüber hinaus werden wir kurzfristig Gespräche über Fördermöglichkeiten führen“, führte Swantje Meinighaus weiter aus.

Ein wichtiger Pfeiler für das Leben in der Gemeinde ist das Ehrenamt. „Das macht uns selbst und die Gemeinschaft glücklich und stark. Wenn wir merken, dass unser Tun wirklich etwas verändern kann, wächst die Selbstwirksamkeit. Und wer sich wirksam erlebt, ist weniger anfällig für populistisches Denken“, erklärte die stellvertretende Verwaltungschefin und dankte mit einer Ehrung einigen Persönlichkeiten, die sich im sozialen und sportlichen Bereich ausgezeichnet haben.

Der Neujahrsempfang fand mit einem zünftigen Essen und guten Gesprächen seinen Abschluss.