"Pinktober": Selbstgenähte Herzkissen für das Brustzentrum
Eutin. Ein spürbares Zeichen der Solidarität im Brustkrebsmonat „Pinktober“: Rund 20 Schülerinnen und Schüler der Berufliche Schule Eutin kamen im Ameos Klinikum Eutin zusammen, um ihre handgefertigten Herzkissen persönlich zu überreichen. Die bunten Seelentröster wurden von Dr. med. Hilke Wendt, Leiterin des Brustzentrums Ostholstein und der Gynäkologischen Onkologie, dankbar entgegengenommen.
Im Rahmen der Übergabe betonte Dr. Hilke Wendt die große medizinische und emotionale Bedeutung dieser Spende für die Patientinnen nach einer Brustkrebs-Operation: „Die Kissen werden eingesetzt, wenn man Narben nach einer Operation durch eine Brustkrebserkrankung an der Brust und eben in der Achselhöhle hat.“ Da der Eingriff im Bereich der Achselhöhle meist schmerzhafter sei als an der Brust selbst, bieten die Kissen direkte Entlastung: „So drückt der Arm nicht direkt auf die Narbe und man hat einfach weniger Schmerzen.“ Die Patientinnen erhalten die Kissen für die Erholungsphase, damit „Wunden einfach schonender und besser heilen können“.
Für die Schülerinnen und Schüler der Fachpraxisgruppe 7 der Ausbildungsvorbereitung war die Übergabe im Klinikum der feierliche Höhepunkt ihres Unterrichtsprojekts. Lehrkraft Larissa Ehlers beschrieb die Freude und Motivation der Jugendlichen bei der Aktion: „Sie waren alle ganz stolz, dass sie nach ein paar Stunden tatsächlich die fertigen Kissen in der Hand hielten. Sie haben sich alle gefreut, dass sie etwas Gutes tun und das dann hier auch übergeben dürfen.“
Dr. Wendt würdigte den Einsatz der Jugendlichen im Rahmen der Übergabe ausdrücklich: „Ich finde es ganz toll, dass solche Kissen von Schülern und Schülerinnen genäht werden, weil es ein Bewusstsein schafft für die Brustkrebserkrankung, die jede siebte bis achte Frau in Deutschland trifft.“ Die leitende Oberärztin hob hervor, dass das Thema mitten in die Gesellschaft gehört: „Für Schüler und Schülerinnen finde ich das ganz wichtig, sich einmal mit dem Thema zu beschäftigen, weil es etwas Alltägliches ist, das jeder im Verwandten- und Bekanntenkreis einmal miterleben wird.“
Die Übergabe rückt zudem die Wichtigkeit der Früherkennung in den Fokus. In Deutschland erkranken jährlich etwa 75.000 Frauen an Brustkrebs. Gesetzliche Angebote wie das Mammographie-Screening für Frauen tragen entscheidend dazu bei, Tumore frühzeitig zu erkennen und die Sterblichkeitsrate zu verringern. Neben den Vorsorgeuntersuchungen bleibt auch das eigenständige, regelmäßige Abtasten ein wesentlicher Schutzbaustein. (red)

