„Schule ist viel mehr als Unterricht!“
Eutin (aj). Schriftliche Bewerbung – check! Jury-Interviews – check! TOP 20 erreicht – check! Am Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium bereitet man sich derzeit auf Phase 4 des Auswahlverfahrens für den Deutschen Schulpreis vor. „In den Osterferien kam der Anruf, dass wir es unter die besten 20 Schulen geschafft haben“, erzählt Schulleiterin Tanja Dietrich und macht kein Geheimnis daraus, dass dieser Erfolg bei allem Wissen um die hauseigene Kompetenz eine echte Überraschung war. Denn eigentlich gilt beim Schulpreis: „Die erste Bewerbung wird in der Regel nichts!“. Aber wo eine Regel ist, gibt es eben auch die vielzitierten Ausnahmen.
Und so erwartet die Schulgemeinschaft des Eutiner Gymnasiums in etwa zwei Wochen den Besuch einer neunköpfigen Fach-Jury, die Menschen, Abläufe, Inhalte und Gebäude genau unter die Lupe nehmen werden. Der Voß-Schule steht nicht weniger als eine Prüfung auf Herz und Nieren ins Haus. Entsprechend lang ist die Liste der Aufgaben, die vorab zu erledigen sind: Räume müssen präpariert, letzte Checkups vorgenommen werden, Verpflegung ist zu organisieren, Schülerscouts bereiten sich darauf, die Gäste durch das Gebäude zu führen. „Für ein ‚Training‘ bleibt keine Zeit“, stellt Tanja Dietrich fest.
Ihre Ruhe zieht sie aus dem Wissen um die Qualität ihrer Schule, denn präsentiert wird, was ohnehin gelebt wird: Teamwork im Inneren und Vernetzung außerhalb der eigenen Mauern. Die Jury wird in vorgegebenen Runden mit Leitung, Kollegium, Eltern und außerschulischen Partnern ins Gespräch gehen, die Schüler*innenvertretung ist ebenso einbezogen wie die Cafeteria. „Schule ist viel mehr als Unterricht, deshalb freut es mich, dass auch außerschulische Lernorte ins Gewicht fallen“, unterstreicht Tanja Dietrich. Seit Jahren arbeitet die Schule erfolgreich mit Institutionen wie der Landesbibliothek, dem Projekt „Wiederbelebung macht Schule“ oder Cobobes zusammen.
Mit dem sicheren Platz in den Top 20 kamen die ersten Glückwünsche und natürlich ist nun auch der Ehrgeiz im Spiel, sich von der besten Seite zu zeigen. „Wir haben besonders im Bereich der Schulgemeinschaft gepunktet. Dass es uns gelungen ist, diesen Schwerpunkt rüberzubringen, freut mich sehr“, betont Tanja Dietrich. Die Pädagogin sieht in der Bewerbung auch eine Motivation für das Kollegium: „Es zeigt, dass sie weit mehr leisten als das ‚Normale‘.“ Neben der Voß-Schule ist nur eine weitere Schule aus Schleswig-Holstein so weit gekommen.
Auf dem Instagram-Kanals des Deutschen Schulpreises werden die Bewerber aktuell vorgestellt. Nach den Schulbesuchen kommt das Auswahlgremium im Juni in einer finalen Jurysitzung zur Entscheidung über die Preisträgerschulen und die nominierten Schulen zusammen. Bis zu 15 Schulen können für den Deutschen Schulpreis nominiert werden. Die Nominierten werden am 18. Juni veröffentlicht. Delegationen der nominierten Schulen nehmen an der festlichen Preisverleihung in Berlin teil. Im Rahmen der Preisverleihung werden die sechs Preisträgerschulen bekannt gegeben. Die Preisverleihung des Deutschen Schulpreises 2026 findet am 29. September mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin statt. Es heißt also „Daumen drücken!“. Und ganz gleich, wo die Voß-Schule nach Phase 6 steht – stolz sein auf das Erreichte kann man schon jetzt.
