Senioren- und Behindertenbeauftragte jetzt stark im Team
Eutin. In der Stadt Eutin kümmern sich ab sofort drei starke Ehrenamtlerinnen um die Belange von Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen. Brigitte Schmidt-Künzel, seit 2017 Senioren- und Behindertenbeauftragte der Stadt Eutin, jetzt gemeinsam mit Petra Theiss und Hannelore Fastenrath als Stellvertreterin. Die Eutiner Stadtvertretung hat die beiden Ehrenamtlerinnen in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause zu stellvertretenden Senioren- und Behindertenbeauftragten bestellt.
Das neue Team erzählt im Interview, was von ihm in Zukunft zu erwarten ist.
Frau Schmidt-Künzel, im März hatten wir noch darüber gesprochen, dass Sie sich Verstärkung im Amt wünschen. Jetzt hat es geklappt. Wie zufrieden sind Sie?
Ich bin sehr glücklich über meine beiden neuen Kolleginnen und dass wir uns jetzt die anliegende Arbeit aufteilen können. Ich glaube, dass wir zu Dritt mehr Chancen und Durchschlagkraft für unserer Projekte haben werden.
Frau Theiss und Frau Fastenrath, Sie sind die beiden Neuen, was hat Sie dazu bewogen, sich für dieses Ehrenamt zu bewerben?
Petra Theiss: Erst einmal kenne ich die Arbeit aus der Stadtvertretung und dem Kreistag, weil ich bereits im Kreis Stormarn tätig war. Ich weiß, wie wichtig die politische Arbeit der Selbstverwaltung ist. Außerdem bin ich bereits eine lange Zeit auf Krücken gegangen und kenne deshalb auch diese besondere Perspektive. Dann merkt man erst, wie viel noch im Argen ist. Als ich dann die Anzeige der Stadt Eutin gelesen habe, wusste ich, das ist was für mich. Ich möchte Dinge zum Positiven verändern.
Hannelore Fastenrath: In Eutin habe ich bereits früher gewohnt, hier gefällt es mir, hier will ich bleiben. Das Erste, was mir auffiel, als ich mich im Bürgerbüro anmelden wollte, war der Stein vor dem Rathaus mit der biblischen Inschrift: „Suchet der Stadt Bestes“. Da wurde mir klar, das ist es, was ich machen will. Ich möchte etwas bewirken. Ich kann als Rollstuhlfahrerin meine Sichtweise einbringen zum Wohle Anderer.
Wie wird Ihre Arbeit denn ganz praktisch aussehen?
Brigitte Schmidt-Künzel: Wir werden uns die Arbeit aufteilen und die Aufgaben im Team besprechen. Zunächst müssen wir uns strategisch aufstellen und dann sehen, wo wir ansetzen können. Zu Dritt können wir mehr anschieben und werden uns auch mehr Gehör verschaffen für unsere Anliegen. Wir werden auch präsenter in den Gremien sein.
Petra Theiss: Mit ist wichtig, dass die Geschäfte bei uns barrierefrei erreichbar sind. Mit dem Rollator, mit dem Rollstuhl. Das ist mein Anspruch an eine Kleinstadt. Ich möchte die Geschäftsleute ansprechen auf dieses Thema.
Hannelore Fastenrath: Ich habe als Rollifahrerin die Erfahrung gemacht, dass viele Läden bereits eine Rampe haben. Man muss nur fragen. Hier können wir ansetzen und stärker sensibilisieren. Mit ist das Thema öffentliche Toiletten sehr wichtig. Diese müssen erreichbar und zugänglich sein, auch für Rollstuhlfahrer. Da habe ich bislang schlechte Erfahrungen in Eutin gemacht. Das kann nicht sein. Außerdem muss die Barrierefreiheit auf Straßen und Plätzen besser werden.
Brigitte Schmidt-Künzel: Wir werden an diesen Themen dranbleiben. Für das barrierefreie WC für alle kämpfe ich seit Jahren. Ebenso die WC-Situation im Rathaus - auch hier muss ein einfach erreichbares, barrierefreies WC her. Bislang sind alle guten Pläne am Geld gescheitert. Das kann nicht sein. Ich sehe die Stadt da auch in der Pflicht.
Hannelore Fastenrath: Für das WC auf dem Berliner Platz bei Edeka schlage ich einen Euroschlüssel vor, damit Menschen, die darauf angewiesen sind, auch zu den meisten Zeiten reinkommen.
Petra Theiss: Ein barrierefreies WC für alle muss kommen und auch gut erreichbar sein.
Brigitte Schmidt-Künzel: Wenn das Geld für einen Neubau nicht reicht, müssen wir die WC-Anlagen, die wir haben, vernünftig im Sinne der Barrierefreiheit umbauen. Die Situation im Moment ist einfach unzureichend für Betroffene. Wir haben Verständnis für die schwierige finanzielle Situation der Stadt, wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber Verbesserungen müssen hier einfach sein. (red)

