125. Blutspende: „Es tut auch gar nicht weh“
Neustadt in Holstein. 125 Blutspenden sind alles andere als selbstverständlich. Es ist ein beeindruckendes Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und gelebter Mitmenschlichkeit. das weiß auch Michael Revenstorf aus Grömitz. Mit seinem Engagement hat er bereits unzähligen Menschen in Situationen geholfen, in denen jede Minute zählt. Leise, ohne großes Aufsehen, aber mit enormer Wirkung.
Seine Blutspende-Geschichte beginnt bereits 1977: Während seiner Zeit als Soldat entdeckte Michael Revenstorf das Blutspenden für sich. Bis 1980 blieb er dabei. Damals sogar mit einem besonderen Anreiz, denn für jede Spende gab es einen Tag Sonderurlaub. Nach einer Pause knüpfte er 1987 in Eutin wieder an und intensivierte sein Engagement schließlich ab 2010 deutlich. Heute spendet der 72-Jährige regelmäßig Blut mit einer klaren Strategie – bis zu sechsmal im Jahr (Frauen viermal im Jahr), im Abstand von jeweils 56 Tagen, wie es die Richtlinien erlauben. Dabei ist er im gesamten Kreis Ostholstein unterwegs, war schon bei Blutspendeterminen in Grömitz, Cismar, Dahme, Kellenhusen, Großenbrode, Heiligenhafen, Eutin, Griebel, Neustadt, Oldenburg und Lensahn. Pro Spende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Hochgerechnet ergibt das bei ihm inzwischen rund 60 Liter.
Für Michael Revenstorf ist seine Motivation klar: „Ich möchte mit meinem Blut anderen Menschen helfen und dafür Sorge tragen, den täglichen Bedarf bereitzustellen.“ Und er denkt noch lange nicht ans Aufhören: Solange es seine Gesundheit zulässt, will er weiterhin spenden. Dass er dabei auch selbst profitiert, sieht er positiv: Nach jeder dritten Spende gibt es einen Gesundheitscheck. „Mir geht es nach jeder Blutspende ganz prima“, sagt er. Und auch mögliche Ängste versucht er zu nehmen: „Es tut nicht weh“, sagte er im Gespräch mit dem reporter. Sein Tipp: „Vor der Blutspende ausreichend Trinken und gut Essen.“
Sein Engagement verbindet er mit einem Appell, insbesondere an jüngere Menschen: Blutspenden sollte kein Ausnahmefall sein, sondern zur Selbstverständlichkeit werden.
Dass der Bedarf groß ist, bestätigt auch Jan Hering aus dem Teamvorstand des DRK-Ortsvereins Neustadt/Schashagen: In Neustadt kommen zu den Terminen regelmäßig zwischen 140 und 170 Menschen. „Es dürfen gerne mehr sein“, sagt er. Wer möchte, kann sich vorab anmelden, spontane Spenden sind jedoch ebenso möglich. Und nach getaner Hilfe wartet stets ein kleiner Imbiss als Dankeschön. (mg)

