Ausstellung von Susann Käßmann in der Gemeindebücherei Lensahn eröffnet

Kristina Kolbe 63
Lensahn. „So viele weiße Wände“, hatte Susann Käßmann gedacht, als sie die Gemeindebücherei nach dem Umzug in die Eutiner Straße 13 zum ersten Mal betrat. Auf Wunsch von Büchereileiterin Turit Flohr verschönerte sie zunächst die Rückwand mit einem Waldmotiv. Doch die beiden Frauen waren sich schnell einig, dass noch genügend Platz für weitere Bilder sei. So entstand die Idee, eine Ausstellung in die Bücherei zu bringen. 49 Bilder, größtenteils Öl- und Aquarellgemälde, schmücken nun die Räume und können noch bis Weihnachten betrachtet werden. Das Besondere: Sämtliche Werke stehen zum Verkauf. Die Hälfte der Erlöse wird an den Förderverein Frauenhaus Ostholstein gespendet.
Die Ausstellung zeigt hauptsächlich gegenständliche Motive aus der Natur, wie Künstler Jos de Kleijn in seiner Einführung zur Vernissage erklärte. Seit über 20 Jahren ist er Mentor und Lehrer von Susann Käßmann. In seiner Ansprache lenkte er den Blick auf die tiefere Bedeutung ihrer Werke. Hinter den Motiven stecke häufig eine persönliche Wahrnehmung oder Empfindung der Künstlerin. „Hier sehen wir Gefühle und Gedanken, die zu Bildern werden“, beschrieb er.
Susann Käßmanns Liebe zur Natur wird nicht nur in ihren Landschaftsbildern sichtbar, etwa in einem Ruhe ausstrahlenden Lavendelfeld. Die gelernte Gartenbauingenieurin hat lange Zeit Gärtnereien im biologischen Pflanzenschutz beraten und dabei ihre Faszination für Insekten entdeckt, die ebenfalls Eingang in ihre Kunst gefunden haben. Doch auch große Gefühle und bewegende Ereignisse verarbeitet sie auf der Leinwand, beispielsweise ihr Entsetzen über den russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022.
Jos de Kleijn beschrieb die Künstlerin als aufmerksam und neugierig. Dabei zeige die Ausstellung nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was sie in den vergangenen 20 Jahren geschaffen habe. Abschließend richtete er sich mit den Worten an das Publikum: „Lassen Sie sich darauf ein, eine Blume nicht nur als Blume zu sehen!“
Wer sich ebenfalls auf die Suche nach der tieferen Bedeutung hinter den Motiven begeben möchte, kann die Ausstellung noch bis Weihnachten zu den Öffnungszeiten der Gemeindebücherei besuchen. (ko)