Bundesweiter Protesttag der Apotheken - Neustädter Apotheken schließen am 23. März
Neustadt. Wer am Montag, dem 23. März, Medikamente benötigt, sollte rechtzeitig planen: Denn an diesem Tag bleiben alle Apotheken in Neustadt geschlossen. Grund ist ein bundesweiter Protesttag der Apotheken, mit dem Apothekerinnen und Apotheker auf die zunehmenden Probleme in der Arzneimittelversorgung aufmerksam machen wollen. Nach Angaben der Berufsverbände stehen zahlreiche Betriebe unter Druck. Steigende Kosten für Personal, Energie und Betrieb treffen auf eine Vergütung, die seit Jahren kaum angepasst worden ist. Gleichzeitig wachsen bürokratische Anforderungen und der Aufwand durch Lieferengpässe bei Medikamenten.
Sigrid Hering von der Markt-Apotheke, Dr. Ralf Stolley von der Seestern Apotheke, Ann-Christin Strehmel von der Alten Stadt-Apotheke und Kamila Andresen von der Baltic Apotheke werden, wie viele ihrer Kollegen auch, an dem Protesttag teilnehmen. „Mit der Aktion wollen wir auf die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken hinweisen“, erläutert Sigrid Hering.
„Wie viele andere Apotheken auch, sehen wir deshalb die wohnortnahe Versorgung gefährdet. Schon heute nimmt die Zahl der Apotheken in Deutschland kontinuierlich ab“, erzählt Dr. Ralf Stolley. Die Protestaktion soll Politik und Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass die Versorgung mit Medikamenten auch in Zukunft gesichert bleiben muss.
Ein großes Problem sei vor allem die Vergütung, die die Apotheken für jedes verschreibungspflichtige Medikament laut Arzneimittelverordnung erhalten. Dieses sogenannte Fixum wurde seit 2004 nicht wesentlich erhöht. „Ganz im Gegensatz zu allen Kosten drumherum, wie Energie, Mieten und Löhne, denn wir Apotheken zahlen regelmäßig Lohnerhöhungen in Anlehnung an den Tarifvertrag“, betont Ann-Christin Strehmel. Da fehle einfach die Verhältnismäßigkeit. Deshalb fordern die Apotheken unter anderem, dass dieses Fixum endlich angepasst wird: „Wir stehen in einem harten Konkurrenzkampf mit Online- und Versandapotheken“, berichtet Kamila Andresen. Allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass sich die niedergelassenen Apotheken um die Versorgung der Patientinnen und Patienten vor Ort kümmern und zusätzlich noch Notdienste ableisten, um diese Versorgung aufrechtzuerhalten.
„Wir schließen nicht, weil uns die Menschen egal sind. Wir schließen, weil wir wollen, dass die Menschen auch morgen noch gut versorgt werden. Uns geht es darum die Versorgung vor Ort zu gewährleisten, damit alle auch in Zukunft schnelle Hilfe, auf kurzen Wegen, aber mit persönlicher und kompetenter Beratung erhalten“, bekräftigen die vier Apothekerinnen und Apotheker.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet der Protesttag konkret: Die Apotheken in Neustadt bleiben für den Kundenverkehr am Montag, dem 23. März geschlossen, sind aber telefonisch und per Fax beziehungsweise Mail zu erreichen. Die Versorgung von Heimen und Pflegeinrichtungen sowie Arztpraxen bliebe gewährleistet, versichern die Neustädter Apotheken. Für akute Fälle stehe wie gewohnt der Apotheken-Notdienst zur Verfügung. Am Protesttag sind das unter anderem die Apotheke am Neuen Markt in Oldenburg und die Friesen-Apotheke in Bad Malente.
Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte diese daher möglichst vor dem Protesttag besorgen oder sich rechtzeitig über den jeweils diensthabenden Notdienst informieren. (gm)
