Ein Zeichen für den Schutz der Ostsee:Politik, Umweltverbände und Experten auf der PfingsTON-Festival-Bühne
Scharbeutz. Mit viel Musik, Festivalstimmung und zahlreichen Impulsen rund um Nachhaltigkeit und Meeresschutz ist das „Best of Baltic meets PfingsTON“-Festival in Scharbeutz zu Ende gegangen. Neben Konzerten und Mitmachaktionen stand insbesondere die Gesprächsrunde im Mittelpunkt, bei der Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Umweltbildung über den Schutz der Ostsee diskutierten. Eröffnet wurde das Festival von der schleswig-holsteinischen Staatssekretärin für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Katja Günther, sowie Scharbeutz Bürgermeisterin Bettina Schäfer. Die Moderation übernahm André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. Ebenfalls beteiligt waren Umweltschützer Jim Horeyseck sowie Frank Schweikert, Gründer und Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, der per Video vom „Internationalen Meerestag“ aus Zypern zugeschaltet wurde.
Inhaltlich zog sich vor allem ein Punkt durch die Diskussion: Der Schutz der Ostsee könne nur gelingen, wenn Politik, Wissenschaft, Kommunen und Bevölkerung gemeinsam handeln. Staatssekretärin Katja Günther machte deutlich, dass sich der Zustand der Ostsee verschlechtere. Das Meer werde wärmer, Fischbestände gingen zurück. Deshalb seien Aufklärungs- und Bildungsprogramme wichtig, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und zum Mitmachen zu motivieren. Gleichzeitig verwies sie auf den Aktionsplan Ostsee des Landes Schleswig-Holstein. Bürgermeisterin Bettina Schäfer betonte die Bedeutung der Ostsee für die Region, sowohl als Natur- und Lebensraum, als auch als Wirtschaftsfaktor und Teil des regionalen Lebensgefühls. Veranstaltungen wie das PfingsTON-Festival könnten dabei helfen, Aufmerksamkeit für Umwelt- und Meeresschutz zu schaffen. Besonders wichtig sei es, junge Menschen stärker einzubinden und Umweltbildung künftig stärker in Schulen zu verankern. Auch Umweltschützer Jim Horeyseck sprach sich für mehr Wissensvermittlung aus. In Schulen komme das Thema Meeresschutz bislang zu kurz. Deshalb setze er auf Projekttage und die Zusammenarbeit mit Experten und Wissenschaftlern, um Menschen für die Bedeutung der Meere zu sensibilisieren. Das Festival sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich Unterhaltung und Umweltbildung miteinander verbinden lassen. Frank Schweikert von der Deutschen Meeresstiftung hob hervor, dass das Meer für viele Menschen noch immer ein weitgehend unbekannter Lebensraum sei, obwohl es entscheidend für die Zukunft des Planeten sei. Er forderte, dass Meeresschutz künftig noch stärker gemeinschaftlich gedacht werden müsse, unter anderem gemeinsam mit Landwirtschaft, Fischerei und dem Bereich erneuerbare Energien. (red)

