Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz
Neustadt in Holstein. Für viele Angehörige ist die tägliche Pflegesituation eine große Herausforderung. Demenzerkrankte erleben jeden Tag anders, auch wenn man feste Rituale für den Betroffenen aufgebaut hat. Dies müssen Angehörige für sich neu erleben. Die Eltern, der Partner sind nicht mehr die geliebten Angehörigen. Täglich verabschieden sich beide von einem Stück des gemeinsamen Lebens, Erlebens, von Gewohnheiten und lieb Gewonnenem. Kraft bekommt man aus Gesprächen mit ebenfalls Betroffenen. Es gibt nicht „das Maß aller Dinge“. Es ist kein Beinbruch, der wieder heilt oder eine Erkrankung, die zwar lange dauert, die aber wieder hergestellt werden kann.
Der pflegende Angehörige, Freund oder Nachbar muss sich anpassen. Er lernt Gefühle zu erkennen und vor allem zuzulassen. Er muss Hilfsangebote kennen lernen und lernen diese auch anzunehmen. Das Thema Zeit und vor allem, Zeit für sich selbst zu nehmen, erscheint dabei ein fast unlösbares Problem. „Genau hier setzt unser Angebot der Angehörigen-Selbsthilfegruppe an“, erklärt Helga Behrens, Fachschwester für Gerontopsychiatrie. „Wir geben dem Angehörigen einen Raum, in dem sie im Austausch mit anderen Pflegenden Bestärkung und Zuversicht erfahren, aber auch ihre eigenen Bedürfnisse erkennen und zulassen können. In unserer Angehörigen-Selbsthilfegruppe werden nicht nur die jeweiligen Krankheitsbilder der Pflegebedürftigen thematisiert. Vielmehr stehen die pflegenden Angehörigen mit ihren Befindlichkeiten, Belastungen und Sorgen im Mittelpunkt. Aber auch wertvolle Informationen und hilfreiche Tipps erhält man am besten im Gespräch unter Gleichbetroffenen.“ Die pflegenden Angehörigen erleben dadurch Entlastung, Akzeptanz und Verständnis für die oft alltäglichen Situationen. Natürlich ist eine Bereitschaft zum gegenseitigen Zuhören dafür notwendig.
Schwester Helga Behrens moderiert die Selbsthilfegruppe seit August 2024 gewissenhaft und stellt sie jetzt an die Seite des DRK-Ortsvereins Neustadt. Die Gruppe entstand nach einer erfolgreichen Vortragsreihe über den „Umgang mit Demenzen“. Zur Mitarbeit wünscht sie sich noch eine Medizinerin oder einen Mediziner, der die Gruppe fachlich unterstützen möchte.
Die Angehörigen von Menschen mit Demenz treffen sich jeden vierten Mittwoch im Monat in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Wintergarten des DRK- Pflegezentrum am Mühlenblick. Zum nächsten Treffen am 28. Januar ist eine Mitarbeiterin des Betreuungsvereins Nah Dran geladen und steht allen Fragen hinsichtlich der gesetzlichen Betreuung bei Demenzerkrankungen zur Verfügung.
Interessierte Angehörige, Nachbarn und Freunde sind eingeladen und melden sich bitte bei Helga Behrens unter Tel. 04561/3121 oder per Mail diadem@drk-neustadt-holstein.de an. (red)

