„Gruber Kunstkalender 2026": Kreativität und Geschichte

Marco Gruemmer 62

Grube. Die Gemeinde Grube steht wie kaum ein anderer Ort in Ostholstein für Kunst und Kultur. Nicht ohne Grund trägt sie den liebevollen Beinamen „Kulturgrube“. Um diese lebendige Kreativszene weiter zu fördern, hat der Tourismus-Service Grube Künstlerinnen und Künstler aus der Region eingeladen, Motive für den neuen „Gruber Kunstkalender 2026“ zu gestalten. Am vergangenen Mittwoch wurde das Ergebnis im Rahmen einer Vernissage in der Festscheune auf dem Paasch-Eyler-Platz präsentiert.

„Es ist nicht nur die Vielfalt an Kunstrichtungen, sondern auch der liebevolle, detaillierte Blick auf Grube, der diese Werke auszeichnet“, betonte Bürgermeisterin Kirsten Sköries. Auch Kunstexpertin Dr. Catrin Schulze-Mirbach hob die Bedeutung des Projekts hervor. Der Kalender sei weit mehr als eine Sammlung schöner Motive, sondern ein „kunstvolles Mosaik der Landschaft und Kultur Grubes, das die Identität des Ortes sichtbar macht“.

Die künstlerische Inspiration liegt in Grube quasi in der Luft. Geschichte und Tradition begegnen Besucherinnen und Besuchern hier auf Schritt und Tritt: von der über 1.000 Jahre alten St. Jürgen-Kirche über den historischen Paasch-Eyler-Platz mit seinem Blick auf den ehemaligen Gruber See bis hin zum denkmalgeschützten Dorf Siggeneben. Bereits früh wurde der Ort zum kreativem Rückzugsort großer Namen. Edvard Munch malte 1903 die Gruber Kinder des Arztes Dr. Max Linde, und Theodor Storm verfasste Teile seines „Schimmelreiters“ in Grube.

Nach dem vom Künstler Jürgen Henrich gestalteten Kunstkalender 2025 sollte die Ausgabe 2026 noch vielfältiger werden. „Wir wollten es noch bunter und abwechslungsreicher machen“, erklärte Tourismusleiterin Susanne Hasenbeck.

Auf den öffentlichen Aufruf meldeten sich 14 Kunstschaffende aus Ostholstein, die im vergangenen Sommer in Grube auf Staffeleien, mit Kameras oder Skizzenblöcken unterwegs waren. An vielen Plätzen verwandelte sich das Dorf in ein offenes Atelier.

„Es ist beeindruckend, welche Vielfalt an Motiven und Techniken dabei entstanden ist“, so Hasenbeck. „Wir konnten für jeden Monat eine Künstlerin oder einen Künstler gewinnen – alle mit ganz eigener Handschrift.“ Die Arbeiten reichen von Aquarellen, Öl- und Eitempera-Malerei über Fotografie bis hin zu digitalen Techniken. Motive wie der Blick über leuchtende Rapsfelder zur St. Jürgen-Kirche, die Aussichtsterrasse am Oldenburger Graben, der Rosenfelder Strand in abstrakter Farbigkeit oder die Kultfigur Feenrich zeigen Grube aus immer neuen Perspektiven. (mg)

Die 14 Künstlerinnen und Künstler des Gruber Kunstkalenders 2026:

Sonja Knoop (Neustadt), Peter Krauß (Benz), Susanne Meining (Ratekau), Susanne Cromwell (Schashagen), Wiebke Meier (Heiligenhafen), Dr. Catrin Schulze-Mirbach (Bad Schwartau), Brunhild Steiner (Neustadt), Torsten Bahr (Grömitz), Regine Jasper (Kellenhusen), Susanne Köster (Sierksdorf), Tante Lolla (Neustadt), Kay Konrad (Klein Wessek), Mariel Mattern (Malente) und Jutta Hüller-Dietrich (Ratekau).

Die Ausstellung wird am heutigen Samstag, dem 29. November von 12 bis 18 Uhr im Rahmen des Gruber Weihnachtsmarktes für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Besucherinnen und Besucher können dabei nicht nur den neuen Kalender bestaunen, sondern auch ausgewählte Werke direkt erwerben.

Der Gruber Kunstkalender 2026, der zugleich als praktischer Terminkalender nutzbar ist, unterstützt die regionale Kunstszene. Er ist für 19 Euro erhältlich.