Haus des Gastes in Dahme vor Neustart
Ostseebad Dahme. Kaum ein Gebäude hat in den vergangenen Jahren in Dahme für so viele Diskussionen gesorgt wie das „Haus des Gastes“. Nach jahrelangem Stillstand soll das traditionsreiche Gebäude nun eine neue Zukunft erhalten. Die Gemeindevertretung hat mit einem Grundsatzbeschluss den Weg für die Beantragung von Fördermitteln freigemacht. Ziel ist es, das Haus wieder zum touristischen Herzstück des Ostseebades zu entwickeln.
Der Beschluss markiert einen neuen Anlauf für ein Gebäude, dessen Zukunft seit Jahren umstritten ist. Nach rund zehn Jahren Leerstand wollte ein Investor das „Haus des Gastes“ Anfang 2020 im Zusammenhang mit einem Hotelprojekt in der Strandstraße erwerben. Die Gemeindevertretung lehnte den Verkauf jedoch mehrheitlich ab. Eine Entscheidung, die im Ort kontrovers diskutiert wurde und sogar Überlegungen für ein Bürgerbegehren nach sich zog.
„Wir hoffen weiterhin, mit dem Hotelprojekt in der Strandstraße und dem Verkauf des Haus des Gastes, das dem Hotel als öffentlicher Gastronomiestandort dienen könnte, den Beginn einer perspektivischen Entwicklung anzukurbeln“, erklärten die Initiatoren Stefanie Friedrich-Suhr und Christian Friedrich damals.
Demgegenüber sprach sich der damalige stellvertretende Bürgermeister Sven Rohr im Frühjahr 2021 klar gegen einen Verkauf aus. Ein Gebäude in dieser zentralen Lage dürfe nicht in private Hände übergehen, sondern müsse dem Allgemeinwohl als Begegnungsstätte, kultureller Veranstaltungsort und touristische Anlaufstelle dienen. Seitdem blieb es um das Gebäude weitgehend ruhig.
Nun soll genau dieser Gedanke umgesetzt werden. Der Ausschuss für Tourismus und Kultur hat sich dafür ausgesprochen, das „Haus des Gastes“ umfassend zu attrativieren und zukunftsfähig aufzustellen. Grundlage der Planungen ist ein bereits vorliegendes Substanzgutachten, das dem Gebäude die erforderlichen baulichen Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung bescheinigt.
Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Wiederbelebung des Hauses als zentrale Anlaufstelle für Gäste und Einheimische. Geplant ist unter anderem die Sanierung des Theatersaals. Künftig könnten dort wieder kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Vorträge stattfinden, die das touristische Angebot in Dahme erweitern.
Darüber hinaus soll der Tourismus-Service Dahme auf Wunsch von Tourismusleiter Thorsten Dücker vollständig im „Haus des Gastes“ gebündelt werden. Bislang arbeitet die Verwaltung an drei verschiedenen Standorten. Durch die Zusammenführung unter einem Dach könnten Arbeitsabläufe effizienter gestaltet und gleichzeitig jährliche Mietkosten von rund 50.000 Euro eingespart werden.
Neben der Tourist-Information sollen auch das Obergeschoss sowie der Theatersaal in das künftige Nutzungskonzept einbezogen werden. Zur Finanzierung des Projekts will die Gemeinde Fördermittel aus dem Landesprogramm Wirtschaft Schleswig-Holstein über die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) beantragen. (mg)
