Historiker Volker Weiß zu Gast im KGN

reporter Neustadt 28
Volker Weiß zählt zu den profiliertesten Kennern der extremen und Neuen Rechten in Deutschland. Auf Einladung des Arbeitskreises Cap Arcona spricht er über die politische Umdeutung von Geschichte.

Volker Weiß zählt zu den profiliertesten Kennern der extremen und Neuen Rechten in Deutschland. Auf Einladung des Arbeitskreises Cap Arcona spricht er über die politische Umdeutung von Geschichte.

Bild: Maximilian Gödecke Photography

Neustadt in Holstein. Wie nutzt die extreme Rechte die deutsche Geschichte für ihre politischen Ziele? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Historiker und Publizist Volker Weiß, der am Sonntag, 8. November, um 18 Uhr auf Einladung des Arbeitskreises Cap Arcona in der Aula des Küstengymnasiums Neustadt zu Gast ist. Sein Vortrag trägt den Titel „Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört“.

 

Volker Weiß zählt zu den profiliertesten Kennern der extremen und Neuen Rechten in Deutschland. Er hat unter anderem für DIE ZEIT, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die taz geschrieben und veröffentlicht heute Beiträge in der Süddeutschen Zeitung. Sein Buch „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ gilt als Standardwerk zur Neuen Rechten. Im Küstengymnasium stellt Weiß zentrale Gedanken seiner jüngsten Veröffentlichung „Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört“ vor. Der Band führte eine renommierte Sachbuch-Bestenliste an. Im Mittelpunkt stehen zwei historische Umdeutungen: die Darstellung des Nationalsozialismus als vermeintlich „linke“ Bewegung und die Umdeutung der DDR zum „Deutschen Demokratischen Reich“.

 

Welche Rolle spielen geschichtsrevisionistische Vorstellungen für den politischen Erfolg der extremen Rechten? Vor dem Hintergrund der jüngsten Wahlerfolge der AfD ist diese Frage brandaktuell. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreichte die Partei 43,8 Prozent der Zweitstimmen und könnte damit erstmals in einem Bundesland die Regierung übernehmen. Der dortige AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Diese politischen Entwicklungen werden auch Gegenstand eines moderierten Gesprächs und der Diskussion mit Volker Weiß sein.

 

Der Arbeitskreis Cap Arcona Neustadt organisiert die Veranstaltung mit Blick auf die Reichspogromnacht am 9. November vor 88 Jahren. Aus der selbst gestellten Aufgabe, an die nationalsozialistischen Verbrechen und insbesondere an die Cap Arcona-Tragödie vom 3. Mai 1945 zu erinnern, zieht der Arbeitskreis die Verpflichtung, aktuellen faschistischen Entwicklungen entgegenzutreten. Die Veranstaltung wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Eintrittskarten sind im Buchladen Buchstabe in der Hochtorstraße 2 erhältlich. (red)