HSG Ostsee N/G wieder auf Kurs Klassenerhalt

reporter Neustadt Neu

Bild: Daniel Haase - rabbit Photography

HSG Ostsee N/G - SV 04 Plauen Oberlosa (32:28)

Grömitz. Es waren turbulente Wochen an der Ostseeküste: Nachdem man - wie schon im Hinspiel - nach einem blutleeren Auftritt eine unglückliche Niederlage gegen den HG Hamburg-Barmbek hinnehmen musste, stellte sich Mirko Spieckermann in den Dienst der HSG Ostsee und zog das schärfste Schwert: Er legte sein Amt nieder, um die Mannschaft wachzurütteln. Im Wissen um die Fähigkeiten des bisherigen Co-Trainers Finn Meiners, der - wie bereits seit längerem geplant - sofort die Cheftrainer-Rolle einnahm, konnte Spieckermann das Ruder ruhigen Gewissens übergeben. Ein Schachzug, der Wirkung zeigte. Der Wechsel rüttete die Mannschaft, die bis dato teils fahrig wirkte, wach. In den nächsten beiden Spielen konnten zwei wichtige Siege eingefahren werden. Erst gewann man das so wichtige Auswärtsspiel bei der Reserve des SC DHfK Leipzig mit 38:36, dann kam das Spiel gegen den SV 04 Plauen Oberlosa, das zeigt: Die HSG Ostsee ist wieder voll dabei.

 

Kampfbetonte und temporeiche erste Halbzeit mit besserem Ausgang für die HSG Ostsee

Die Zuschauer in der Grömitzer Ostholsteinhalle mussten in der Halbzeitpause wahrscheinlich erstmal ihre Nacken schonen, zu schnell war das so wichtige Spiel phasenweise. Es entwickelte sich schnell ein offener Schlagabtausch. Während der gesamten Halbzeit konnte sich keines der beiden Teams absetzen, der Abstand belief sich immer nur auf einen einzigen Treffer.

Das liegt einmal mehr auch an Ostsee-Torhüter Maximilian Minning. Der junge Tormann, der neben Mathis Bruhn zu den absoluten Senkrechtstartern bei der HSG Ostsee N/G in der Rückrunde gehört, konnte in der ersten Halbzeit sechs ganz wichtige Paraden sammeln. Unter anderem konnte die Nummer 1 der HSG Ostsee auch einen ganz wichtigen Siebenmeter in der 29. Spielminute entschärfen und so den Weg für seine Vordermänner ebnen, die trotz Unterzahl in der letzten Minute der ersten Halbzeit zwei Treffer erzielen und so mit 17:16 in die Halbzeitpause gehen konnten.

 

Die Halle bebt - die HSG Ostsee N/G ist zurück

Der SV 04 Plauen Oberlosa kommt besser aus der Pause. Nutzt aus, dass die HSG Ostsee N/G knapp Siebenminuten ohne eigenen Torerfolg bleibt. Das führt dazu, dass Matevz Kunst mit einem seiner elf Treffer sein Team in der 37. Spielminute erstmals auf zwei Tore absetzen konnte (18:20). Doch die HSG Ostsee kämpfte, Maximilian Minning im Tor hielt seine Mannschaft im Spiel, Coach Meiners justierte an der Seitenlinie. So kam die HSG Ostsee, angefeuert von einer unfassbaren Stimmung von den Zuschauerrängen, wieder ins Spiel. Zwangen die Plauener in der 39. Spielminute zur Auszeit, deren Wirkung jedoch verpuffte. Das nächste Tor erzielte wieder die HSG Ostsee N/G in Form von Tim Claasen (21:20).

Als der Ball dann kurz ruhte kam es zu einer ganz unsportlichen Szene: Die Nummer 33 der Plauener, Roman Becvar, begann eine glasklare Tätigkeit, schubste Mikel Geiger Gajate so hart, dass dieser mit dem Kopf auf dem Hallenboden auftraf und nicht mehr weiterspielen konnte.

Glück für Ostsee: bereits nach dem Spiel konnte Entwarnung gegeben werden. Glück für Plauen: statt der erwarteten blauen Karte für Becvar gab es nur zwei Minuten - allerdings für Franz Schauer, der in der Situation eigentlich gar nicht beteiligt war.

 

Die HSG Ostsee kam aus dieser hitzigen Situation gestärkter hervor als die Plauener, einer ganz besonders: Jasper Bruhn. Der seit Wochen überragende Mann auf Seiten der HSG Ostsee übernahm zwischen der 44. und 46. Spielminute das Ruder in der Offensive, sorgte so für drei Tore am Stück zur 26:23 Führung. Diese sollte aber zunächst nur von kurzer Dauer zu sein. Ein 3:0-Lauf der Plauener zwang Ostsee Coach Finn Meiners in der 51. Spielminute zu einer Auszeit der Extraklasse, seine Männer waren danach wie ausgewechselt, konnten noch sechs eigene Treffer erzielen und ließen nur zwei Gegentore in der Crunchtime zu. Überragenden Anteil hatte hieran Luis Skroce, der Torhüter der Hintermänner, der in der laufenden Saison nach einer Auszeit zurück in die Mannschaft gekommen ist, überragte und lies die Gästemannschaft in der letzten Viertelstunde mit acht Paraden absolut verzweifeln.

Am Ende stand der verdiente und so wichtige 32:28 Heimsieg zu buche, der dazu führt, dass die HSG Ostsee N/G den direkten Vergleich gegen die Plauener für sich entscheiden konnte. (red)