Tipps und Infos aus erster Hand für Ostholsteiner Vereine zum Thema Inklusion im Breitensport

reporter Neustadt 26

Ostholstein. Die Handball-Inklusionsmannschaft „Stodo´s Wilde 13“ vom ATSV Stockelsdorf, das Walking-Football-Team von der BSG Eutin und die Floorballsparte im TSV Neustadt sind drei prägnante Beispiele für erfolgreiche Inklusion im Breitensport in Ostholstein. Doch welche Voraussetzungen müssen eigentlich in Sportvereinen, die Inklusionssport einführen oder intensivieren wollen, gegeben sein? Welche Sportarten eignen sich besonders dafür? Welche Qualifikation müssen Übungsleiterinnen und -leiter mitbringen? Wie müssen Gebäude und Sportstätten beschaffen sein? Wie können Sportlerinnen und Sportler ohne Beeinträchtigung davon überzeugt werden, gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung Sport zu treiben? Das sind nur einige Fragen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Jugend- und Übungsleiter-Frühstück der Sportjugend im Kreissportverband Ostholstein (KSV) im Vereinsheim des Griebeler SV den beiden Inklusionsreferenten Oliver Scheplitz und Michelle Danners stellten.

Im Jahr 2024 hatte der KSV diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, in der er aus seiner Rolle als Gestalter und Dienstleister für den heimischen Sport heraus Know-how aus erster Hand zu aktuellen Themen anbietet. In diesem übergeordneten Rahmen gaben kürzlich Oliver Scheplitz (unter anderem Spartenleiter Floorball, Trainer der inklusiven Laufgruppe und Inklusionsbeauftragter beim TSV Neustadt sowie in verschiedenen Funktionen bei den Special Olympics Deutschland tätig) und Michelle Danners (unter anderem im Floorball beim TSV Neustadt sowie als Unified Sports Trainerin im Inklusionssport aktiv) Infos und Tipps „aus erster Hand“. Eine grundsätzliche Rahmenbedingung spielt dabei laut dem 42-jährigen Heilerziehungspfleger, der bei der HLW Leben und Wohnen gGmbH in Ostholstein arbeitet, eine wesentliche Rolle: „Bevor ein Verein überhaupt konkret in die strategische Planung und anschließende operative Umsetzung einsteigen kann, müssen häufig zunächst die Mauern, die leider immer noch in vielen Köpfen existieren, überwunden werden. Denn nur so lässt sich der für den Inklusionssport erforderliche Raum schaffen - und das sowohl im konkreten als auch im übertragenen Sinne“. Und dann empfiehlt er eine den individuellen Gegebenheiten der einzelnen Vereine angepasste „Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise“: Auswahl der Sportart(en), Suche nach Übungsleiterinnen und -leitern, Organisation von Fahrdiensten und Zeiten, Integration in den Gesamtverein und viele weitere Einzelschritte.

Eine wesentliche Rolle würden dabei laut Scheplitz naturgemäß die verantwortlichen Trainerinnen und Trainer spielen, an die im Inklusionssport spezielle Anforderungen gestellt werden. Dazu verteilten die Referenten ein aus zehn Tipps bestehendes Merkblatt von den Special Olympics Deutschland; die Palette reicht darin von „Stärke das Mannschaftgefühl“ über „Leiste Beziehungsarbeit“ und „Nutze einfache Sprache“ bis hin zu „Kenne Deine Aufgaben und Grenzen“. Allen Anwesenden wurde schnell deutlich, dass das Inklusionsthema sehr komplex ist und dass demzufolge die Infos aus erster Hand in Griebel lediglich die Spitze des Eisbergs darstellen können. Daher bietet Oliver Scheplitz an, ihn bei Fragen zu kontaktieren: Er freut sich über weiterführendes Interesse an seinem „Herzensthema“ und ist dafür unter oliver.scheplitz@gmx.de sowie 0178/1725549 zu erreichen.

Ein positives Fazit zog am Ende der Veranstaltung die Sportjugendvorsitzende Mareikje Jeck: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit dem Themenangebot Inklusion genau richtig lagen! Das beweist das große Interesse an den Infos aus erster Hand von Oliver und Michelle, die den Vereinsvertreterinnen und -vertretern viel Wissenswertes vermittelt haben. Mit dieser Veranstaltung hat Inklusion im Breitensport - zumindest im übertragenen Sinne - schon mal einen angemessenen Raum gefunden.“ Und weiter: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Sportvereinen in Ostholstein mit dieser Veranstaltungsreihe ein Forum für aktuelle Themen und Informationen sowie für Diskussionen und Erfahrungsaustausch zu bieten.“ (red)