Mutige Neujahrs-Anbader trotzten Regen, Wind und Kälte
Dahme/Grömitz. Für die einen war es schlichtweg Schietwetter, für andere beste Bedingungen für ein frisches Badevergnügen: Bei Temperaturen um die drei Grad, einer steifen Brise und einem Mix aus Regen, Hagel und etwas Schnee wagten sich am Neujahrstag zahlreiche Wasserratten in die Ostsee. Traditionell hatten die Ostseebäder Dahme und Grömitz wieder zum Neujahrsanbaden eingeladen.
„Gutes Wetter kann jeder“, kommentierte Dahmes Tourismusleiter Thorsten Dücker mit einem Augenzwinkern das herausfordernde Wetter. Dort, vor dem Strandhus, fiel der Startschuss als Erstes: Kurz vor 13 Uhr starteten Neptun und Dücker gemeinsam mit den zahlreichen Schaulustigen den Countdown und für die 157 Teilnehmenden hieß es: Zähne zusammenbeißen, Anlauf nehmen und rein in die eiskalten Ostseefluten. Die jüngste Anbadende war Jahrgang 2020, der älteste 73 Jahre alt.
Die Zähne zusammenbeißen mussten auch die rund 500 Teilnehmenden in Grömitz, die sich am frühen Nachmittag ins Badevergnügen stürzten. Hier legte der Niederschlag allerdings pünktlich zum Start eine kurze Pause ein, sodass zumindest die vielen Zuschauenden, die sich am Strand und auf der Seebrücke versammelt hatten, trocken blieben. Für die Mutigen, die die Badesaison am 1. Januar eröffnet haben, regnete es trotzdem und zwar kräftigen Applaus, durch den die Zuschauerinnen und Zuschauer ihrer Bewunderung Ausdruck verliehen. Denn eines ist sicher: ohne Überwindung geht es nicht. Nach dem gemeinsamen Herunterzählen des Countdowns setzten einige zum Sprint in die Fluten an, ganz nach dem Motto: kurz und schmerzlos. Andere ließen sich etwas mehr Zeit und schritten bedächtig ins kühle Nass. Egal welche Taktik verfolgt wurde, beim Rauskommen hatten fast alle ein Lächeln im Gesicht und die Anbader sorgten mit ihren bunten Kostümen für viele Farbkleckse in der 4 Grad kalten Ostsee. Tourismusleiter Manfred Wohnrade freute sich besonders über den erneuten Teilnehmerzuwachs, denn auch in diesem Jahr ist die Teilnehmerzahl noch einmal um über 100 Personen gestiegen. Begleitet und abgesichert wurde die Veranstaltung von der Freiwilligen Feuerwehr Grömitz und der Johanniter-Unfall-Hilfe, die sogar mit drei Tauchern vor Ort war. Auch sie waren bestens gelaunt und freuten sich, nach einer vergleichsweise ruhigen und einsatzarmen Silvesternacht nun das neue Jahr mit dem traditionellen Anbaden willkommen zu heißen. (he/ko)







