Neue Gebühren für Gäste und Dauercamper – Gemeindevertretung Sierksdorf tagte
Sierksdorf. Neue Abgaben für Gäste und Dauercamper, Planungen für einen Wohnmobilpark und zwei Feuerwehrgerätehäuser: Die Gemeindevertretung Sierksdorf hat sich bei ihrer Sitzung am Dienstag vergangener Woche mit einer Reihe von Themen beschäftigt, die Einwohner, Urlauber und touristische Betriebe betreffen.
Neue Sätze für die Kurabgabe
Wer ab 2027 Urlaub in Sierksdorf macht, muss sich auf eine neu berechnete Kurabgabe einstellen. Grund dafür sind unter anderem die Kosten der diesjährigen Strandaufspülung, die in die Kalkulation einfließen. Um den Anstieg abzufedern, wurde der Betrag auf fünf Jahre verteilt. Im Tourismusausschuss sei bereits über den Eigenanteil der Gemeinde von 25 oder 30 Prozent diskutiert worden, berichtete Bürgermeister Carsten Bruhn. Am Ende entschied man sich für einen gemeindlichen Anteil von 30 Prozent. Damit steigt die Übernachtungskurabgabe im Strandbereich in der Vor- und Nachsaison von 1,55 auf 1,80 Euro, in der Hauptsaison von 3,10 auf 3,60 Euro pro Tag. Im Landbereich werden künftig 0,90 Euro beziehungsweise 1,80 Euro fällig. Die Jahreskurabgabe im Strandbereich steigt von 86,90 auf 100 Euro. Auch Tagesgäste zahlen mehr: In der Vor- und Nachsaison 2,20 statt 1,85 Euro, in der Hauptsaison 4 statt 3,80 Euro.
Dauercamper müssen künftig Steuer zahlen
Eine weitere Neuerung betrifft Dauercamper: Bereits im Juni hatte die Gemeindevertretung grundsätzlich beschlossen, zum 1. Januar 2027 eine Stellplatzsteuer einzuführen. Nun wurde ein Steuersatz von 10 Prozent des Mietwertes eines steuerpflichtigen Stellplatzes beschlossen.
Carsten Bruhn erklärte dazu, dass Dauercamper in dieser Hinsicht mit Zweitwohnungsbewohnern gleichzustellen seien. Betroffen sind also nicht kurzfristig genutzte touristische Campingplätze, sondern Stellplätze, die über einen längeren Zeitraum für die persönliche Lebensführung vorgehalten werden. Als nicht nur vorübergehend gilt laut Satzung eine Nutzung von mehr als 49 Tagen im Jahr.
Bei einem beispielhaften Mietpreis von 1.500 Euro im Jahr wären damit 150 Euro Stellplatzsteuer fällig. Die Verwaltung geht derzeit von rund 300 Dauerstellplätzen in der Gemeinde aus. Rein rechnerisch könnten damit jährlich etwa 45.000 Euro eingenommen werden. Belastbare Zahlen zu den tatsächlichen Einnahmen liegen nach Angaben der Verwaltung allerdings noch nicht vor.
Neue Wohnmobilstellplätze geplant
Weiter vorangetrieben wurden zudem die Pläne für einen neuen Wohnmobilpark im Bereich des Ferienparks. Die bislang weitgehend ungenutzte Fläche war ursprünglich für Ferienhäuser vorgesehen. Künftig sollen dort bis zu 42 Stellplätze für Wohnmobile sowie Sanitär- und Versorgungseinrichtungen entstehen. Das Areal liegt zwischen dem Ferienpark, der Straße Am Fahrenkrog und der Bahnlinie. Nach Anpassungen an Baufläche und Sanitäranlagen muss der Bebauungsplan nun erneut öffentlich ausgelegt werden.
Weitere Themen
Auch die Finanzlage der Gemeinde war Thema der Sitzung. Die Gemeindevertretung stimmte einstimmig dem Jahresabschluss 2025 zu. Unter dem Strich steht ein Überschuss von rund 559.000 Euro, der vollständig der Allgemeinen Rücklage zugeführt wird.
Der Bürgermeister informierte zudem über den Stand der Dinge in Sachen Feuerwehrgerätehäuser. Für den Neubau in Sierksdorf läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sei abgeschlossen, nun warte die Gemeinde auf mögliche weitere Anforderungen. Einen Termin für den Baubeginn könne er deshalb noch nicht nennen, so Bruhn
Deutlich weiter ist das Feuerwehrgerätehaus in Roge. „Der Neubau nimmt sichtbar Gestalt an, derzeit wird vor allem die umfangreiche Technik eingebaut. Politik und Feuerwehr sind regelmäßig an den Baubesprechungen beteiligt“, berichtete der Bürgermeister und dankte insbesondere Wehrführer Marcel Schüler für dessen Mitarbeit.
Neu hergerichtet werden soll außerdem der Lindenplatz. Nach einem entsprechenden Beschluss im Tourismusausschuss soll dafür möglichst auch eine Förderung genutzt werden.
Für das Haus des Gastes steht zudem eine umfangreiche Sanierung an. Die Gemeinde rechnet derzeit mit Kosten von rund einer halben Million Euro. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern. (he)

