Neues Kleinod im Haus der Natur
reporter Neustadt
Neu
Cismar. Cismars Naturkundemuseum ist für seine Schnecken und Muscheln berühmt. Es zeigt Deutschlands größte Ausstellung zu diesem Thema. Weniger bekannt ist, dass im Museum auch geforscht wird und sich dort eine große naturwissenschaftliche Fachbibliothek befindet. Die meisten Bücher sind aktuell und gehören zum wissenschaftlichen „Handwerkszeug“. Ein historischer Schatz konnte allerdings gerade neu in die Bibliothek aufgenommen werden, es ist eines der ersten Bücher mit Abbildungen von Weichtieren, also von Schnecken, Muscheln und Tintenfischen. Der kleine Band wurde 1553 in Paris herausgegeben, ist in lateinischer Sprache geschrieben und mit schönen Holzschnitten verziert. „De aquatilibus“ von Petrus Bellonius zeigt in zwei zu einem Band zusammengebundenen Büchern Wassertiere, also vor allem Fische, aber auch einige Wirbellose. Auf 480 querformatigen Seiten sind die Tiere beschrieben. Das Buch kam von einem befreundeten italienischen Antiquariat nach Cismar. Museumsleiter Dr. Vollrath Wiese sagt über die Museumsbibliothek bescheiden: „Die richtig großen historischen Bibliotheksschätze können wir uns im kleinen Museum natürlich nicht leisten. Das Haus der Natur ist ja auch erst knapp fünfzig Jahre alt und keine fünfhundert. Aber in unseren einen Kilometer langen Bücherregalen stehen einige kleine Schätzchen, die schönes Kulturgut sind, bei uns benutzt und für die Zukunft bewahrt werden.“ Innerhalb des Museums ist die Bibliothek ein lebendiger Arbeitsbereich - jedes Jahr werden zahlreiche Anfragen nach Literaturrecherche beantwortet und auch Titel digitalisiert. In der Bibliothek können allerdings nur auf Anfrage und nach Absprache mit Gyde oder Vollrath Wiese Titel in Cismar eingesehen werden. Die Museumsausstellung ist aber natürlich wie immer täglich und ohne Voranmeldung geöffnet. (red)

