Plattdeutsch verbindet bis nach China und Kalifornien

Marlies Henke 14
Heinrich Evers mit dem Buch des Autors und Übersetzers Reinhard F. Hahn.

Heinrich Evers mit dem Buch des Autors und Übersetzers Reinhard F. Hahn.

Bild: Marlies Henke

Neustadt in Holstein. Dass das plattdeutsche Online-Wörterbuch „Platt för Plietsche“ von Heinrich Evers längst nicht nur in Norddeutschland genutzt wird, zeigt ein ungewöhnlicher Kontakt über viele tausend Kilometer hinweg. Der Plattdeutschbeauftragte des Kreises Ostholstein erhielt vor einiger Zeit eine Anfrage aus den USA. Absender war der niederdeutsche Autor und Übersetzer Reinhard F. Hahn, der heute in Kalifornien lebt und sich seit vielen Jahren für die internationale Verbreitung des Plattdeutschen engagiert. Er wollte wissen, wie „Kletterrose“ auf Plattdeutsch heißt.

„Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, welche Reichweite mein Online-Wörterbuch inzwischen hat. Menschen aus aller Welt greifen darauf zurück, wenn sie nach plattdeutschen Begriffen suchen oder sich mit der Sprache beschäftigen“, freut sich Evers und erzählt weiter: „Reinhard Hahn und ich kennen uns schon viele Jahre. Er hat sich intensiv mit eher ungewöhnlichen Sprachen beschäftigt, wie mit Uigurisch oder Minderheitensprachen Chinas. Umso mehr hat es mich gefreut, dass er sich gelegentlich wegen eines plattdeutschen Wortes an mich wendet.“

Hahn erhielt 1999 den renommierten plattdeutschen Freudenthal-Preis. Das Originalexemplar des Buches, aus dem Hahn bei der Preisverleihung vorlas, befindet sich heute im Besitz von Heinrich Evers.

Das Werk enthält von Hahn aus dem Chinesischen ins Plattdeutsche übertragene Gedichte aus der Tang-Dynastie (7. bis 10. Jahrhundert) und ist für Heinrich Evers zudem ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie die niederdeutsche Sprache Brücken zu anderen Kulturen schlagen kann. (he/red)