Was braucht Neustadt? Präventiver Rat nahm seine Arbeit wieder auf

reporter Neustadt 86
Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen - vom Schulsozialdienst über Jugendeinrichtungen, Verwaltung und Polizei bis zur Zivilgesellschaft - kamen zusammen, um Herausforderungen und vorhandene Ressourcen in den Blick zu nehmen.

Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen - vom Schulsozialdienst über Jugendeinrichtungen, Verwaltung und Polizei bis zur Zivilgesellschaft - kamen zusammen, um Herausforderungen und vorhandene Ressourcen in den Blick zu nehmen.

Bild: hfr

Neustadt. Erstmals seit 2019 ist am vergangenen Dienstagabend der Präventive Rat der Stadt Neustadt wieder zusammengekommen. „Ich freue mich sehr, dass wir nach sieben Jahren den Faden wieder aufnehmen“, sagte Bürgermeister Mirko Spieckermann zur Begrüßung in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule. „Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass aus dem Austausch konkrete Arbeitsgruppen, Projekte und Kooperationen entstehen können. Daran wollen wir wieder anknüpfen.“

Eingeladen hatten die Stadt Neustadt mit der Stadtjugendpflege und die Partnerschaft für Demokratie Neustadt. Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen kamen zusammen - vom Schulsozialdienst über Jugendeinrichtungen, Verwaltung und Polizei bis zur Zivilgesellschaft. Gemeinsam wollten sie Herausforderungen benennen, aber auch schauen, welche Angebote und Strukturen in Neustadt bereits vorhanden sind.

Drei Fragen geben die Richtung vor

Was nehmen wir wahr? Was haben wir schon? Und was machen wir daraus? Diese drei Fragen bildeten den roten Faden des Abends. Grundlage war die 2025 für die Partnerschaft für Demokratie erstellte Situations- und Ressourcenanalyse. Sie betrachtet nicht nur bestehende Herausforderungen, sondern auch gewachsene Netzwerke, Einrichtungen und engagierte Menschen in der Stadt.

Daraus ergaben sich drei große Themenblöcke: der Umgang mit Rechtsextremismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und demokratiefeindlichen Vorfällen, Jugendliche zwischen Demokratieskepsis, Social Media und Beteiligung sowie ein sicherer öffentlicher Raum und die kommunale Verantwortung dafür.

Vieles ist schon da

Über die unterschiedlichen Themen hinweg wurde deutlich: Neustadt fängt nicht bei null an. Beratungs- und Beteiligungsangebote, Jugendeinrichtungen, demokratiestärkende Projekte, eine aktive Vereinslandschaft und verschiedene Netzwerke sind bereits vorhanden.

Damit rückte eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie können diese Strukturen und ihre Ansprechpartner sichtbarer werden? Wie erfahren Menschen überhaupt, welche Unterstützung und Möglichkeiten es gibt? Und wie können die Angebote so kommuniziert werden, dass sie möglichst niedrigschwellig erreichbar sind?

Wo gibt es noch Lücken?

Gleichzeitig sollte genauer hingeschaut werden: Wo fühlen sich Menschen in Neustadt unsicher? Welche Angebote fehlen? Und was brauchen Menschen verschiedener Generationen?

Als mögliche Ansätze wurden unter anderem mehr Befragungen und ein stärkeres Bedürfnismanagement diskutiert. Dabei richtete sich der Blick nicht allein auf Stadt und Institutionen. Auch die Zivilgesellschaft ist gefragt: Vorhandene Möglichkeiten sollen nicht nur angeboten, sondern von den Menschen auch gesucht, genutzt und mit Leben gefüllt werden.

Aus Ideen sollen konkrete Schritte werden

Bewusst ging es bei diesem ersten Treffen noch nicht darum, einzelne Vorschläge zu gewichten oder Entscheidungen zu treffen. Zunächst werden die Ergebnisse gesammelt und ausgewertet. Die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie sowie das federführende Amt für gesellschaftliche Angelegenheiten mit der Stadtjugendpflege dokumentieren und prüfen die Anregungen für die weitere Konzeptarbeit.

Auch eine Veröffentlichung von Ergebnissen, beispielsweise auf den Info-Monitoren, steht im Raum. Vor allem aber soll es nicht bei diesem einen Abend bleiben: Weitere Treffen des Präventiven Rates sollen folgen. (red)