Schützengilde spendet 1.000 Euro an die Aktion Traumfänger
Neustadt in Holstein. Eine Woche nach dem Schützenfest kommt die Neustädter Schützengilde traditionell zur Abrechnung im Rathaus zusammen. Dabei werden nicht nur die abgeschossenen Gewinne verteilt und die neuen Rekruten feierlich vereidigt. Ein Programmpunkt, auf den viele Gildebrüder jedes Jahr gespannt warten, ist die augenzwinkernde Gerichtsverhandlung unter dem Titel „Vergehen und Bestrafung“.
Vor Gericht müssen sich dabei Schützenbrüder für kleinere und größere „Verfehlungen“ verantworten. Angeklagt wird unter anderem, wer ohne Rose am Revers erschienen ist, die falschen Socken oder den falschen Hut getragen oder sich während des Festumzuges eine Zigarette angezündet hat. Die Anklagen bereitet der Oberstaatsanwalt sorgfältig vor. Darüber hinaus kann jedoch jeder Gildebruder eigene Anklagepunkte einbringen. Über Schuld und Strafmaß entscheidet traditionell der 1. Ältermann in seiner Rolle als Richter.
Je nach Schwere des „Vergehens“ werden Geldstrafen von fünf, zehn oder maximal 15 Euro verhängt. Der Überlieferung nach werden die Strafen zwar in Weinflaschen bemessen, beglichen werden sie jedoch in bar. Wem das Urteil zu milde erscheint, der kann seine Strafe freiwillig erhöhen.
Auf diese Weise kamen in diesem Jahr, ergänzt durch mehrere großzügige Spenden, 1.000 Euro zusammen. Erstmals in der Geschichte der Schützengilde wird dieser Betrag für einen gemeinnützigen Zweck zugunsten Neustädter Bürgerinnen und Bürger gespendet. Das Vorschlagsrecht für den Empfänger lag bei der Majestät. Schützenkönig Klaus Fenske entschied sich für die Aktion Traumfänger.
Bei der Spendenübergabe bedankte sich der 1. Vorsitzende Kevin Pirsig herzlich für die Unterstützung. Mit einem Schmunzeln verriet er: „Wofür wir den Betrag verwenden, ist noch geheim. Wir haben jedoch schon eine ganz wunderbare Idee. Näheres verraten wir spätestens im Herbst.“ Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass sich Neustädter Familien mit erkrankten Kindern jederzeit an die Aktion Traumfänger wenden können.
Aktion Traumfänger
Der Verein „Aktion Traumfänger“, ursprünglich in Krefeld gegründet, ist auch in Neustadt mit einem Büro in der Hochtorstraße 17 vertreten. Ziel des Vereins ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen besondere Momente zu ermöglichen und ihnen neue Kraft zu schenken. Finanziert wird die Arbeit durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und gezielte Aktionen. Dabei arbeitet der Verein eng mit Ärzten zusammen, um sicherzustellen, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Weitere Informationen sind unter aktion-traumfaenger.de erhältlich. (red/mg)

