TSV Grömitz gut aufgestellt – „Schwarze Katzen“ feierten 70-jähriges Bestehen
Grömitz. In ihren Anfangsjahren stand in der Sporthalle am Rathaus noch ein Bollerofen. Nach dem Training am Montagabend versammelten sich die Sportlerinnen dort, um Würstchen aufzuwärmen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Neue Teilnehmerinnen wurden zunächst gesiezt. Das Du wurde erst ab dem darauffolgenden Rosenmontag angeboten. Und wenn die Frauen nach dem Training nach Hause gingen, streunten sie wie „schwarze Katzen“ durch die Dunkelheit, so die Überlieferung. So entstand 1956 der Name der Damensportgruppe des TSV Grömitz.
Heute, 70 Jahre später, besteht die Sparte „Schwarze Katzen“ noch immer und wurde bei der Jahreshauptversammlung des Vereins gewürdigt. Schriftwart Mark Burmeister erinnerte an die Anfänge rund um den Rosenmontag 1956. Damals standen eine Stunde Gymnastik und eine Stunde Volleyball auf dem Programm. Heute gehören Wassergymnastik, Ausflüge und weitere gemeinsame Aktivitäten zum Angebot. Vor allem der starke Zusammenhalt prägt die Gruppe bis heute. Dieses Gemeinschaftsgefühl scheint die Stimmung im gesamten Verein widerzuspiegeln. Denn in den zahlreichen Berichten der Sparten- und Übungsleiter heiß es immer wieder: „Uns geht’s gut.“
Keine Überraschung war daher die Wiederwahl von Jan-Eric Hertwig zum 1. Vorsitzenden. Von den 94 anwesenden Mitgliedern stimmten alle für Hertwig, der das Amt bereits seit 16 Jahren ausübt. Auch Kassenwart Jan Schumacher wurde in seiner Funktion bestätigt.
Stabile Mitgliederzahlen, familienfreundliche Beiträge
In seinem Jahresbericht blickte Hertwig auf die Entwicklung des Vereins im vergangenen Jahr zurück. Die Mitgliederzahl habe sich bei 978 stabilisiert. Damit zählt der TSV Grömitz zu den mitgliederstärksten Vereinen im Kreis Ostholstein.
Ziel bleibe jedoch, wieder die Marke von 1.000 Mitgliedern zu erreichen. „Wir wollen Angebote erhalten und erweitern. Wer Vorschläge hat, kann jederzeit auf den Vorstand zukommen“, betonte Hertwig.
Ein Vorteil des Vereins sei der niedrige Mitgliedsbeitrag. Erwachsene zahlen sieben Euro monatlich, Familien 13 Euro und Kinder drei Euro. Damit liegt der Beitrag deutlich unter dem Niveau vieler anderer Vereine im Kreis. Auch passive Mitglieder halten dem Verein deshalb oft langfristig die Treue. Eine Beitragserhöhung sei derzeit nicht geplant und insgesamt sei man gut aufgestellt. Die Bereitschaft in der Gesellschaft, sich langfristig in Vereinen zu engagieren, nehme jedoch ab. Daher sei es wichtig, dass die Mitglieder als Botschafter des TSV Grömitz auftreten und neue Interessierte im Ort ansprechen, so Hertwig weiter.
Dank sprach der Vorsitzende der Gemeinde und Tourismus-Service für die gute Zusammenarbeit aus. Die Nutzung der Sporthallen sei nahezu kostenfrei möglich. Besonders hob er hervor, dass Übungs- und Spartenleiter die Grömitzer Welle ebenfalls kostenfrei nutzen können (der reporter berichtete). Positiv sei auch, dass im Jahr 2025 alle Wünsche der verschiedenen Sparten finanziell erfüllt werden konnten.
Sun Run bleibt wichtiger Höhepunkt, Hallensanierung weiter offen
Als Höhepunkt des vergangenen Jahres wurde der 20. Sun Run Grömitz genannt. Während andere Traditionsläufe in der Region verschwinden, konnte der Lauf erfolgreich fortgeführt werden, berichtete Hertwig. Rund 140 ehrenamtliche Helfer unterstützten die Veranstaltung, die etwa 1.500 Anmeldungen verzeichnete. Für den Lauf am 10. Mai dieses Jahres liegen bereits mehr als 540 Anmeldungen vor.
Auch die Zukunft der Ostholsteinhalle Grömitz war Thema. Die rund 43 Jahre alte Halle wird seit Jahrzehnten von Schulen und Vereinen genutzt. Sanierungsbedarf besteht unter anderem bei Hallenboden, Lüftung, Heizungsanlage und Duschen.
Bürgermeister Sebastian Rieke berichtete, dass die Gemeindevertretung 500.000 Euro für die Sanierung bereitgestellt habe. Nach ersten Schätzungen dürfte dieser Betrag jedoch nicht ausreichen. „Wir müssen jetzt die endgültige Kostenermittlung abwarten und schauen, was möglich ist“, sagte Rieke.
Zuvor hatte Bürgervorsteher Matthias Dammer die Bedeutung des Vereinssports in der Gemeinde gewürdigt. „Mit den vielen Vereinen ist das Angebot in der Gemeinde groß und zeigt die Vielfalt von Grömitz“, betonte er. Die Gemeinde halte ein sehr gutes Sportstättenangebot vor und wolle dieses nach Möglichkeit erhalten. Bei der Nutzung gelte allerdings weiterhin, dass zunächst die Schulen und anschließend die Vereine Zugriff auf die Hallen hätten. Ein neues Buchungssystem sei in Arbeit. (he)
Ehrungen: 20 Jahre, Silberne Ehrennadel: Andrea Peters, Ulrike Busse, Cosima Peters, Felix Schurer, Jonas Kozian, Tim Kozian, Angela Zuschneid-Dorn, Elisa Dorn, Fabienne Campana, Finja Plath und Lisa Horn. 40 Jahre, Goldene Ehrennadel: Manfred Witt, Angela Gröschke, Sybill Langbehn, Heike Witt, Dustin Gröschke, Anne-Kathrin Bäker, Kristin Langbehn, Claus-Dieter Hamdorf und Heidi Hamdorf. 50 Jahre: Beate Hoffmann, Marlies Balschus, Ute Preikschat, Klaus-Dieter Weidemann und Sabine Hansen. 60 Jahre: Elke Staben. 70 Jahre: Gisela Burmeister.
Besondere Ehrungen erhielten zudem, neben den „Schwarzen Katzen“ anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens, Angelika Kojellis für besondere Leistungen in der Leichtathletik sowie Anton Fick für besondere Leistungen in der Radsportgruppe.

