Vereins- und Bürgerzentrum startet am Bahnhof – Mitstreiter, Förderer und Nutzer gesucht

Marlies Henke 299

Neustadt in Holstein. Es hat einige Anläufe und einen langen Atem gebraucht. Doch jetzt kann das Vereins- und Bürgerzentrum „Glückshafen“ seinen Betrieb aufnehmen. Am vergangenen Samstag öffnete der Trägerverein erstmals die Türen der frisch renovierten Räume „Am Bahnhof“. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen umzusehen und über mögliche Nutzungen zu informieren. Offizieller Betriebsbeginn ist der 1. November.

„Ich freue mich, dass heute so viele Interessierte gekommen sind“, sagte Vereinsvorsitzender Thomas Hüttmann. Nun müsse sich das Angebot weiter herumsprechen. Denn trotz der fertigen Räume steht der Verein vor einer entscheidenden Herausforderung: Es müssen genügend Nutzer und Unterstützer gefunden werden, damit sich das Zentrum langfristig trägt.

Vom Hafen bis zum Bahnhof

Die Idee eines zentralen Treffpunkts für Neustädter Vereine und Initiativen ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatten insbesondere Antje und Thomas Hüttmann vom Sozialverband Deutschland (SoVD), Ortsverband Neustadt, auf den Mangel an geeigneten, bezahlbaren und barrierefreien Versammlungsräumen aufmerksam gemacht. Nach ersten Überlegungen für einen Standort im Marienhof nahm das Projekt im Haus der Manufakturen auf der Hafenwestseite konkretere Formen an. Ein Trägerverein wurde gegründet, Nutzungskonzepte erarbeitet und Fördermöglichkeiten geprüft. Doch die Finanzierung erwies sich als schwierig. Im Juli lehnte der Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten eine städtische Anschubfinanzierung ab. Damit waren die ursprünglichen Pläne zunächst vom Tisch. Aufgeben wollten die Initiatoren jedoch nicht.

Eine neue Perspektive eröffneten schließlich die Stadtwerke Neustadt. Sie stellten Räume im Bahnhofsgebäude zur Verfügung und übernahmen die Renovierung. Entstanden sind rund 100 Quadratmeter mit Veranstaltungsraum, Küchenzeile und Toilette. Mobiliar und Geschirr sind ebenfalls vorhanden. Nach Einschätzung der Initiatoren finden mindestens 60 Personen Platz. Auch die Erreichbarkeit ist mit Bahnhof und Bushaltestellen optimal, Parkplätze einschließlich Behindertenparkplätzen stehen ebenfalls zur Verfügung. Erste Veranstaltungen, wie kürzlich die Wirtschaftslounge, haben in den Räumen bereits stattgefunden.

Ein Zentrum, viele Möglichkeiten

Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Ob Yoga, Bridge, Stricknachmittage, Seniorenkaffee, Schulungen, Seminare, kulturelle Veranstaltungen oder Jahreshauptversammlungen: Das Zentrum soll möglichst vielen Interessen Raum geben. Auch private und geschäftliche Feiern sind möglich. Die Räumlichkeiten können von Privatpersonen, Vereinen, Initiativen und Gewerbetreibenden stundenweise angemietet werden. Auch eigene Veranstaltungen für die Öffentlichkeit möchte der Trägerverein künftig anbieten.

„Heute geht es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärte Antje Hüttmann. Viele Ideen seien bereits vorhanden, andere könnten sich erst durch die künftigen Nutzer entwickeln.


Verein hofft auf regelmäßige Nutzer

Die finanzielle Absicherung bleibt der entscheidende Punkt. „Leider müssen wir das als Trägerverein alleine wuppen“, sagte Thomas Hüttmann mit Blick auf die ausgebliebene städtische Förderung. Die laufenden Kosten sollen durch Nutzungsentgelte, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring gedeckt werden. Besonders wichtig seien deshalb Gruppen und Vereine, die die Räume regelmäßig buchen und so verlässliche Einnahmen sichern.

Wer die Räume buchen, Mitglied werden oder das Projekt unterstützen möchte, erreicht Thomas Hüttmann unter Tel. 04561/528960 oder per E-Mail an info.glueckshafen@web.de. (he)