Vogelschießen der Freiwilligen feuerwehr Grömitz: Festumzug im Regen, Königsschuss im Dunklen
Grömitz. Im Jubiläumsjahr (140 Jahre) lief das Vogelschießen der Freiwilligen Feuerwehr Grömitz ein kleines bisschen anders ab. Der Festumzug am Samstag kürzte aufgrund der Wetterlage ein Stückchen der Strecke ab und der Fahnenaufmarsch wurde kurzerhand in die Gildehalle verlegt. Auch am Freitag haben die Beteiligten das norddeutsche Wetter ordentlich zu spüren bekommen.
Auch das Vogelschießen selbst war alles andere als durchschnittlich. Es wird wohl als längstes Schießen in die Geschichte der Wehr eingehen. Erst um 20.42 Uhr fiel der Holzvogel von der Stange, nachdem er von 1.058 Schüssen malträtiert wurde. Den entscheidenden Treffer landete Christin Gnepper, sie ist Mitglied der Verwaltungsabteilung. Insgesamt acht mutige Schützinnen und Schützen kämpften um den letzten Schuss. Doch dieser ließ auf sich warten, sogar so lange, dass am Ende die Flutlichter eingeschaltet werden mussten, damit die Schützinnen und Schützen überhaupt noch etwas sehen konnten. Für Christin Gnepper ist es bereits die zweite Königswürde, nachdem sie 1997 Jugendkönigin der Jugendfeuerwehr wurde. Unter dem Jubel der Zuschauerinnen und Zuschauer ließen die umstehenden Kameradinnen und Kameraden die frisch gebackene Königin hochleben. Damit ging der Königstitel nach einem Jahr männlicher Herrschaft nicht nur wieder an eine Frau, sondern auch an eine waschechte Blaulichtfamilie. Ihr Prinz Kai Gnepper ist nämlich ebenfalls Gruppenführer der Grömitzer Feuerwehr und Jugendwart der Jugendfeuerwehr.
Festkommers
Zum Fahnenaufmarsch, der aufgrund der Wetterlage in die Gildehalle verlegt wurde, konnte noch niemand ahnen, dass sich der Holzvogel in diesem Jahr als besonders zäh erweisen würde. Allerdings passt diese Standfestigkeit gut zu dem Ansehen, das die Feuerwehr in Grömitz genießt. „Das Bürgervogelschießen bringt Menschen zusammen und das macht ein lebendiges Gemeindeleben aus“, erklärte Bürgermeister Sebastian Rieke. Er lobte den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehr und sprach seinen Dank aus. Feuerwehr hieße aber auch, gemeinsam zu feiern, so Rieke. „Heute geht es um Kameradschaft, gute Gespräche, ein bisschen Ehrgeiz und die spannende Frage, wer König wird.“ Er wünschte allen ein Fest, an das sie sich gerne erinnern.
Für den 1. Ältermann der Grömitzer Bürgergilde Sven Kiekhäfer ging es in seiner Festrede vor allem darum, die enge Verbindung zwischen Gilde und Wehr herauszustellen. Gemeinschaft, Verlässlichkeit und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, seien Werte, die die beiden Institutionen teilen würden. In einem kleinen Ort wie Grömitz seien viele Gildebrüder gleichzeitig in der Feuerwehr, so auch der scheidende Bürgerkönig Frank Pätzold. Wehrführer Jacob Revenstorf erwiderte, dass die Feuerwehr für die Zusammenarbeit mit den Gildebrüdern sehr dankbar sei. Worte des Dankes fand er auch für die gesamte Feuerwehr: „So ein Fest auf die Beine zu stellen, gelingt nicht alleine, sondern nur zusammen. Ihr seid stets zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Abschließend wünschte er ein tolles Vogelschießen, eine würdige Majestät und ein spannendes Königsschießen, was sich in allen Punkten bewahrheiten sollte.
Ehrungen
Vanessa Revenstorf (10 Jahre) und Marcus Schulz (30 Jahre) erhielten jeweils ein Dienstabzeichen für ihre langjährige Mitgliedschaft.
Jugendkönig und Spende
Im Rahmen des Königsfrühstücks fand die Proklamation des neuen Jugendkönigs Dean Kröning statt. Zudem überreichte Frank Pätzold einen Zuschuss für das Königsfrühstück in Höhe von 1.000 Euro an die Feuerwehr. (ko)




