Zeugen gesucht: Senior übergibt Wertgegenstände an der Haustür

Kristina Kolbe 53
„Ihr Enkel hat einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Zahlen Sie 30.000 Euro, sonst muss er ins Gefängnis.“ Mit diesem Satz üben Täter am anderen Ende der Leitung massiven Druck aus. So würde die echte Polizei jedoch niemals handeln. (Symbolbild: Adobe Stock)

„Ihr Enkel hat einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Zahlen Sie 30.000 Euro, sonst muss er ins Gefängnis.“ Mit diesem Satz üben Täter am anderen Ende der Leitung massiven Druck aus. So würde die echte Polizei jedoch niemals handeln. (Symbolbild: Adobe Stock)

Bild: Adobe Stock

Scharbeutz. Immer wieder berichtet die Polizei von versuchten oder vollendeten Betrugsfällen, bei denen Opfer am Telefon dazu gebracht werden, Geld oder Wertgegenstände zu übergeben. Auch in Scharbeutz kam es am vergangenen Dienstagabend zu einem solchen Anruf. Mit einem sogenannten Schockanruf brachten Betrüger einen Senior um Wertgegenstände im Wert von rund 1.000 Euro. Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt der Mann gegen 19 Uhr einen Anruf auf seinem Festnetztelefon. Ein unbekannter Täter gab sich als Polizist aus Bayern aus und schilderte, der Sohn des Seniors habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Die angebliche Unfallgegnerin sei ihren Verletzungen erlegen. Um eine drohende Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution in Höhe von 30.000 Euro gezahlt werden. Als der Geschädigte erklärte, eine derart hohe Summe nicht aufbringen zu können, fragten die Täter gezielt nach Wertgegenständen im Haus. Das Telefonat soll bis etwa 21.30 Uhr angedauert haben. Zu diesem Zeitpunkt erschien die Abholerin bei dem Senior und nahm die Wertsachen entgegen.

Täterbeschreibung

Die Täterin soll etwa 170 Zentimeter groß und zwischen 40 und 50 Jahre alt gewesen sein. Sie sprach Deutsch, hatte mittellange grau-braune Haare und trug einen braun-beigen Mantel. Die Ermittler suchen jetzt Zeugen, die am 10. Februar zwischen 19 und 23 Uhr im Bereich Kammerweg oder Am Bürgerhaus in Scharbeutz verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise nimmt die Polizei unter 04503/4081-50 oder per E-Mail an AKTdf.Luebeck.BKI@polizei.landsh.de entgegen.

Verhaltenstipps der Polizei

Um sich wirksam vor Schockanrufen und ähnlichen Phänomen zu schützen, rät die Polizei zu besonderer Vorsicht und gibt folgende Verhaltenstipps:

• Misstrauen bewahren: Seien Sie misstrauisch bei Anrufen von angeblichen Polizeibeamten, Staatsanwälten oder anderen Behördenvertretern, besonders wenn Geldforderungen geäußert werden.

• Keine persönlichen Informationen: Geben Sie am Telefon keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

• Rückversicherungen einholen: Kontaktieren Sie direkt Angehörige oder die örtliche Polizei über die ihnen bekannten Rufnummern, verwenden Sie nicht die vom Anrufer genannten Erreichbarkeiten.

• Keine Übergabe von Wertsachen: Übergeben oder deponieren Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände auf Anweisung eines Anrufers.

• Nachbarn einbeziehen: Informieren Sie Nachbarn oder Vertrauenspersonen, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

• Anzeige erstatten: Wenden Sie sich umgehend an die Polizei, wenn Sie Opfer oder Zeuge eines solchen Vorfalls wurden. (red)