Di Chuzpenics - Klesmer und jiddische Lieder

reporter Neustadt Neu

Bild: Adobe Stock

Kleinmeinsdorf. Am Sonntag, dem 18. Oktober um 17 Uhr spielen „Di Chuzpenics“ Klesmer und jiddische Lieder in der Lutherkirche Kleinmeinsdorf. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

„Di Chuzpenics“ sind: Martin W. Luth - Lead-Gesang, Jule Schwarz - Geige, Gesang, Christine v. Bülow - Oboe, Englischhorn, Gesang, Moderation und Martin Quetsche - Akkordeon, Gesang, Komposition, Jiddisch.

Reif fürs Museum? Jiddische Musik hat eine Tradition - aber zu der gehört es, lebendig und wandlungsfähig zu sein, alles aufzusaugen was rundherum klingt, und in der kleinsten Mauerritze zu blühen. Eher also ein schlüpfriges Chamäleon als ein braves Ausstellungsstück... Di Chuzpenics begeistern sich für die verschmitzten Geschichten, die erfrischenden Rhythmen und die wehmütigen Melodien der Klesmermusik.

Di Chuzpenics sind eine Klesmer-“kapelje“ mit einem wohlig schwingenden Quetschen-Fundament, auf dem Oboe und Geige gegeneinander zum Duell antreten, und Martin W. Luth gesellt sich mit seinem klaren Bariton als singender Geschichtenerzähler dazu. Doch immer wieder formieren die vier Kieler sich zu überraschenden Duetten, Trios oder auch zu einem klangvollen A-cappella-Chor. Diese farbigen, eigenwilligen Arrangements ergeben sich unmittelbar aus der vielschichtigen Tiefe der jiddischen Musik.

Klesmer ist eine weitgereiste Musik, die ihr bestes Zuhause im Herzen findet. Di Chuzpenics kombinieren frech jahrhundertealte Musik mit selbst ersponnenen und neu entdeckten Melodien, die ihnen zulaufen - so wie der bulgarische Tanz, der mit einem tschechischen Drehleierspieler nach Kiel wanderte, oder das jiddische Liebeslied, das ein amerikanischer Posaunist übers Meer an die Ostseeküste trug. Seit sich Martin Quetsche intensiv mit der jiddischen Sprache beschäftigt, kommen immer mehr Vertonungen bisher unentdeckter Schätze der jiddischen Literatur und auch selbstverfasste Liedtexte „oyf yidish“ hinzu. (red)