Ein starkes Jahr für die Preetzer Blauröcke
Preetz (vg). Am Freitagabend entstand bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Preetz der Eindruck, dass kein Feuerwehrchef stolzer auf seine Truppe sein kann als Stadtwehrführer Manfred Wenselowski. Er dankte allen Kameraden für den großartigen Einsatz bei der 150-Jahr-Feier der Ortswehr im vergangenen Jahr. „Höchste Anerkennung möchte ich insbesondere dem Festausschuss aussprechen, der anderthalb Jahre lang Ideen geschmiedet und Engagement gezeigt hat, das man nicht mit Gold aufwiegen kann“, sagte Wenselowski. Das i-Tüpfelchen des Jubiläumsjahres war schließlich im November die Gründung einer Kinderfeuerwehr.
Die neue Abteilung unter Leitung von Janne Peters umfasst acht Betreuer und 20 Mitglieder im Alter von sechs bis neun Jahren, davon elf Mädchen. Drei Steppkes stehen auf der Warteliste. „Seit November haben wir sechs Dienste abgehalten und etwas Gerätekunde und Brandschutzerziehung vermittelt. Bald wollen wir einmal bei der Polizei vorbeischauen, an der Leistungskontrolle ,Kinderflamme 4’ teilnehmen und die Mitglieder mit einheitlicher Dienstkleidung ausstatten“, kündigt Janne Peters an. Die Jugendwehr als Nachwuchsschmiede der aktiven Wehr zählt zurzeit 23 Mitglieder, davon elf Mädchen. Die Einsatzabteilung ist mit 101 Mitgliedern (darunter etwa 20 Prozent Frauen) bestens aufgestellt, ebenso die Verwaltungsabteilung mit jetzt elf Ehrenamtlern.
Neben der dreitägigen Jubiläumfeier im Juli stand für die Stadtwehr aber auch das Alltagsgeschäft auf dem Programm: Die Kameraden wurden im Berichtsjahr 2025 insgesamt 169-mal alarmiert (2024 waren es 161 Alarmierungen). Die Wehr rückte 54-mal zur Brandbekämpfung und 112-mal zu technischen Hilfeleistungen aus. „Dabei konnten wir 24 Personen retten, für acht Menschen kam leider jede Hilfe zu spät“, erläuterte Wenslowski. Ein nicht alltäglicher Unfall ereignete sich um 23. Juli in der Wakendorfer Straße: Dort fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto, die Feuerwehr musste die eingeklemmte Fahrerin aus dem Wagen befreien. Am 7. September unterstützte die Wehr erstmals eine Bombenentschärfung in Wakendorf. Aber auch das Löschen einer brennenden Parkbank, die Rettung einer Katze aus einem Baum oder die Befreiung eines bis zur Hüfte verschütteten Mannes aus einem Keller sind Beispiele für die vielseitigen Einsätze der Blauröcke. Insgesamt leisteten die Ehrenamtler 2.464 Dienststunden und 3.752 Einsatzstunden, so die Jahresbilanz.
Bürgermeister Tim Brockmann lobte die Feuerwehrleute für ihre „professionelle Arbeit ohne Gehaltszettel am Monatsende“. Gerade die hohe Einsatzbereitschaft im Jubiläumsjahr zeige, aus was für einem Holz die Preetzer Wehr gemacht sei. In seinem Grußwort kündigte der Verwaltungschef an, dass in Kürze die Angebote für die neue Drehleiter geöffnet werden. Die Ausschreibung für die millionenschwere Neuanschaffung lief bis Anfang Februar. „Inzwischen hat uns der Kreis Plön einen Zuwendungsbescheid über 350.000 Euro für die Drehleiter übermittelt“, so Brockmann.
Bei den Ehrungen erhielt Dominik Runge die Bandschnalle für zehn Jahre Mitgliedschaft, René Klotz ist 20 Jahre dabei und Tobias Östreich 30 Jahre. Brandmeister Sven Petersen bekam Ehrenurkunde und Bandschnalle für 40 Jahre Mitgliedschaft. Das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst wurde Anna Behnke, Tobias Östreich und Dennis Schmidt überreicht. Holger Müller erhielt das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande für 40 Jahre aktiven Dienst.
Eine besondere Ehre wurde Jens Klotz zuteil: Jürgen Ohrt vom Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Plön überreichte ihm das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. Damit werde sein unermüdlicher, zuverlässiger und verantwortungsvoller Einsatz für die Preetzer Wehr, der Klotz 1979 beitrat, gewürdigt. „Er war 28 Jahre im Vorstand tätig und hat sich nicht nur ehrenamtlich, sondern auch als hauptamtlicher Gerätewart um die Preetzer Wehr und das Allgemeinwohl verdient gemacht“, sagte Ohrt.
Auch einige Beförderungen standen auf dem Plan: So wurden Alexander Hagge, Justus Kühn, Kaja Skrotzki, Tom Atas, Dominik Runge, Lukas Hellmann, Jeremy Schneider und Dennis Schröttke zu Oberfeuerwehrleuten ernannt. Lukas Delfs wurde zum Hauptfeuerwehrmann und Nico Komossa zum Hauptfeuerwehrmann*** befördert.
Personell steht in absehbarer Zeit eine wichtige Veränderung an: Schon jetzt müssen sich die Feuerwehrkameraden Gedanken über eine Nachfolge für Stadtwehrführer Manfred Wenslowski machen. Dieser kündigte an, nach Ablauf seiner Amtszeit in zwei Jahren nicht mehr für den Posten zur Verfügung zu stehen.
