Warum Artenvielfalt überlebenswichtig ist
Bredeneek (vg). Der Förderverein Bürgerschloss Bredeneek bietet auch im neuen Jahr wieder ein informatives Vortragsprogramm an. Die „Bredeneeker Gespräche“ sind ein etabliertes Format, mit dem der Verein einerseits den ländlichen Raum beleben und andererseits einen Beitrag zur Stärkung des demokratischen Gemeinwesens leisten will. Im ersten Halbjahr stehen vier Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt „Schutz der biologischen Vielfalt“ auf dem Plan. Für die zweite Jahreshälfte geht es an den Abenden dann um soziale Themen: Bevölkerungsschutz, Rente sowie Zukunft der Arbeit und um Pflege.
„Wir wollen auf den Rückgang der Artenvielfalt hinweisen und darauf, welche Auswirkungen dieser auf die Umwelt und unsere Lebensbedingungen hat“, sagt Günter Kalin vom Vorstand des Fördervereins. Und Programmleiter Dr. Dietrich Sturm betont: „Das Thema wird im Vergleich zum Klimaschutz stiefmütterlich behandelt, obwohl es ähnlich wichtig ist. Der Erhalt der Artenvielfalt ist keine freundliche Geste gegenüber der Natur, sondern existenziell für das Funktionieren des biologischen Kreislaufs.“ Dabei sei das Artensterben ein schleichender Prozess, der auch von der Politik oft übersehen werde. „Dann sind auch wir als Gesellschaft gefordert, etwas zu unternehmen“, meint Kalin und erinnert daran, dass beispielsweise ohne Bienen Pflanzen nicht mehr bestäubt werden könnten oder zerstörter Boden seine Filterfunktion bei der Versickerung des Wassers nicht mehr erfüllen könne.
Zum Auftakt am Montag, 23. Februar, um 19.30 Uhr ist Matthias Glaubrecht von der Universität Hamburg im Schloss Bredeneek zu Gast. Der Referent ist einer der renommiertesten Evolutionsbiologen Deutschlands. In seinem aktuellen Buch „Das stille Sterben der Natur: Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten“ stellt er dar, dass „wir uns mitten in einem weltumspannenden Artensterben befinden“. Er beschreibt in seinem Vortrag auch, was sich ändern muss, um funktionierende Lebensgemeinschaften zu schützen, zu renaturieren und die Biodiversitätsforschung voranzutreiben. Nach dem Vortrag besteht – wie immer bei den „Bredeneeker Gesprächen“ – Gelegenheit zur durchaus auch kontroversen Diskussion.
Weitere Aspekte, die im ersten Halbjahr vor diesem Hintergrund erörtert werden sollen, sind die Art wie heute Landwirtschaft betrieben wird, der Seeadlerschutz als erfolgreiches Beispiel für Artenschutz und die Frage, ob man die Leistungen der Natur eigentlich monetarisieren kann.
Nach den Sommerferien nimmt die Gesprächsreihe sozialpolitische Themen in den Fokus. Die Palette reicht vom Bevölkerungsschutz in Schleswig-Holstein – dargestellt von Innenministerin Magdalena Finke – über Solidarität in der Arbeitswelt und die Zukunft der Alterssicherung bis hin zur generationengerechten Gestaltung der Pflege. „Dass wir für die Vorträge inzwischen auch über die Landesgrenzen schauen und renommierte Referenten von außerhalb gewinnen, beweist, dass wir uns bereits einen Namen gemacht haben und die Vortragsreihe für Qualität steht“, meint Sturm.
Den Überblick über das gesamte Jahresprogramm des Fördervereins, das auch ein Beitrag zum 80-jährigen Bestehens Schleswig-Holstein sein will, ist online auf www.buergerschloss-bredeneek.de zu finden.

